Ausbildung im Feuerwehrtechnischen Trainingszentrum Grünheide

Die Kameraden der Fürstenwalder Feuerwehr bekommen ja nun bekanntlich die dringend benötigte neue Technik in Form von drei Löschfahrzeugen. Das erste Fahrzeug ist schon da und natürlich mit modernster Technik ausgestattet. Dass man jetzt gleich loslegen kann, ist das Ergebnis der Planungen. Drei baugleiche Fahrzeuge ermöglichen optimierten Schulungsaufwand. In Grünheide befindet sich das Feuerwehrtechnische Trainingszentrum (FTTZ), wo es einem erlaubt ist, die Technik unter realistischen Bedingungen tiefgreifend unter die Lupe zu nehmen. Normen Oswald, der Leiter des Trainingszentrums, hatte den Wehren das Gelände zur Verfügung gestellt und natürlich immer ein wachsames Auge auf die speziellen Befindlichkeiten. Denn nicht nur Fürstenwalde und der Landkreis Oder-Spree nutzen dieses Übungsgelände, sondern auch die Berliner Wehren kommen gern, um die Örtlichkeiten für ihre Lehrgänge zu nutzen. Letzten Samstag waren die Kameraden der Fürstenwalder Feuerwehr mit ihrem neuen Löschfahrzeug vor Ort, um so authentisch wie möglich das Gerät mit seinem neuen kühlenden Schaummittel unter fachmännischer Anleitung in Aktion zu sehen – und dabei auch den richtigen Umgang mit der Technik zu erlernen. Einige Kameraden der Wehr kannten schon die Technik und hatten somit die Gelegenheit, ihren Kameraden das Erlernte zu vermitteln. Eine Besonderheit war das Zusatzprodukt, man nennt es Drucklaufschaum, der aufgrund sehr guter Erfahrungen, mit dem seit mehreren Jahren im Dienst befindlichen Tanklöschfahrzeug, jetzt auch mit den neuen Löschfahrzeugen produziert werden kann. Dieser bildet kleinste Schaumbläschen, die höchste Haftungseigenschaften besitzen, sich sofort festsetzen und den Brandherd herunterkühlen. Aber nicht nur das Löschen mit dem Schaum stand auf der Tagesordnung, sondern auch alles andere an diesem Fahrzeug wurde gezeigt und ausgiebig geübt. In der Kombination mit dem Löschschaum wurde ebenfalls die anstehende Überprüfung zum Thema „Rauchgas-Durchzündung – wie verhalte ich mich? Was muss ich tun? Wie setze ich gezielt die Mittel ein?“ trainiert. Der Leiter der Feuerwehr Fürstenwalde, Jörn Müller, zeigte sich sehr erfreut über die Möglichkeit der praxisnahen Ausbildung in unmittelbarer Nähe. Seit Jahren nutzen die Fürstenwalder die Atemschutztrainingsmöglichkeiten, die vom Landkreis, und die Kombination mit Druckluftschaum, die durch die Fürstenwalder selbst organisiert werden. Noch bevor alles seinen Anfang nahm, gab es aber erst eine theoretische Schulung zum Thema Schaum, wobei hier die Vor- und Nachteile aufgezeigt wurden – und dann stand die Praxis auf dem Prüfstand. Derweilen wurde vor Ort ein Brandszenario vorbereitet und das Containerareal im Inneren unter Feuer- und Rauchentwicklung gestellt. Die Kameraden waren auf die ca. 400 C vorbereitet und hatten die nötige Ausrüstung mit dabei: feuerfeste Kleidung und Atemschutzausrüstung. Und schon konnte es losgehen, erst kam vor dem Erprobungsareal eine Trockenübung mit Wasser sowie wenig später mit dem Schaumstrahl. Das Messgerät in der Nähe zeigte anhand des Temperaturabfalls die Wirksamkeit des biologisch abbaubaren Schaums. Danach wurde die Halle betreten, um das Feuer vermeintlich zu löschen. Es wurde ja nur geübt und bei zwei Gruppen wäre es doch etwas schade gewesen, wenn die erste Gruppe das Feuer gleich erstickt hätte. Dann wäre es mühsam geworden, das Feuer wiederzubeleben. Zu Gast an diesem Tag war auch der Landratskandidat Sascha Gehm, der sich über die praxisnahen Trainingsmöglichkeiten bei Normen Oswald informierte. So schnell wird man wohl auch nicht wieder in den Genuss kommen, bei einer Übung hautnah mit dabei zu sein. Das Angebot, als Beobachter bei dem Geschehen selbst in der Kluft zu stecken, war verlockend. Jörn Müller zeigte sich begeistert über die Entscheidung von Sascha Gehm, unter realen Bedingungen mit in die Containerbox zu gehen. Gehm sagte, er könne sich so ein besseres Bild von der Arbeit der Kameraden machen. Er wurde wie alle anderen eingekleidet, mit dem gleichen Equipment – und sah dann aus wie ein „Michelin Männchen“. Aber um die Arbeit der Feuerwehrleute zu begreifen, war es in jedem Fall ein lohnender, sinnvoller Schritt. Nach dem kurzen Ausflug in das Höllenfeuer wurde eines klar: Man muss sportlich fit sein und die Technik sollte immer auf dem neusten Stand der Zeit sein. Die Arbeit eines Feuerwehrmanns ist eben von Kraft, Schweiß und ausgezeichnetem Wissen geprägt! Sascha Gehm kommentiert den Einsatz im „Flammenmeer“: „Hier werden unsere Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren des Landkreises im FTTZ sehr gut ausgebildet, mein Praxistest gab mir die Möglichkeit, selbst die Erfahrung zu machen. Ich freue mich über die Gelegenheit und kann Zusammenhänge und taktische Besonderheiten als Herausforderung für zukünftige Entscheidungen auf allen Ebenen gut nachvollziehen.“

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