Wo gibt’s denn sowas?

Es begab sich zu einem Jahreswechsel vor über 20 Jahren, dass drei Geschäftsleute aus einem Industriegebiet in Fürstenwalde zusammensaßen und überlegten, wie man ihre Grundstücke in eben diesem Industriegebiet am lukrativsten vermarkten könne. Dabei haben die beiden Gesellschafter der einen Firma entschieden, eine Waschanlage für große Fahrzeuge zu bauen. Der dritte im Bunde sollte sein Grundstück dazu nutzen, diese nun sauberen Fahrzeuge fachgerecht zu pflegen. Wegerechte und Leitungsrechte sowie die Nutzung wurden zugesichert und alles per Handschlag besiegelt. Die Jahre strichen ins Land, beide Firmen florierten und niemand machte sich Gedanken über diese alten Absprachen. Jahre später zogen sich die beiden Gesellschafter der einen Firma aus Altersgründen aus ihrem Betrieb zurück.
So weit, so gut. Die Firma wurde nun aber im Zuge einer Umgestaltung in drei Bereiche aufgeteilt – und es gab neue Geschäftsführer, die sich nun so gar nicht mehr an alte Absprachen halten wollten. Und so kam es wie es kommen musste: Seit vier Jahren ist nichts mehr so schön wie es früher einmal war: Die neuen Eigentümer wollen von diesen alten Vereinbarungen nichts wissen und machen dem kleinen Unternehmer das Leben schwer. Einen Pferdefuß hat diese Geschichte natürlich auch: Die drei Geschäftsleute hätten ihre Absprachen damals schriftlich festhalten sollen (oder besser: müssen), aber weil man Freunde ja nicht mit Verträgen belästigen will, hat man darauf verzichtet. Und nun hängt der Haussegen verdammt schief. Der letzte Verbliebene der „drei Musketiere“ von damals – und das muss man ihm schon hoch anrechnen – ist auf die neuen Eigentümer zugegangen und wollte eine friedliche Einigung herbeiführen und hat einen, aus seiner Sicht, vernünftigen Vorschlag gemacht. Wegerechte und Wasser- sowie Abwasserleitungen auf dem jeweiligen Grundstück der Gegenpartei sollten weiterhin geduldet werden. Doch daraus wurde nichts und so ging das Treiben munter weiter. Selbst als Anstrengungen unternommen wurden, mit einem Schlichter auf einen Konsens zu kommen, blieben die Fronten verhärtet.
Die Folge: Bis heute gibt es ständige verbale Auseinandersetzungen, LKW werden in der Einfahrt abgestellt, es gibt Attacken mit Gegenständen gegen die frisch aufpolierten Fahrzeuge und vieles mehr. Anfang des Jahres wurde sogar eine lose Einzäunung vorgenommen, die sich gerade so noch hält. Und als wenn das noch nicht genug wäre, stellt man Paletten mit insgesamt 128 Gas Acetylen-Flaschen in die Einfahrt und grenzt sein Hoheitsgebiet damit demonstrativ ein. Ist so etwas erlaubt? Die Polizei wurde herbeigerufen und auch noch die Feuerwehr für den Fall, dass die Gasflaschen den Abflug machen.
Das Resultat: Die Polizei nimmt den Fall auf und man bringt ihn zur Anzeige. Die Feuerwehr schaut sich den Fall genau an und stellt fest, dass von den Flaschen keine Gefahr ausgeht und daher kein Handlungsbedarf besteht. So kann es dann doch aber nicht ablaufen oder etwa doch? Die Gas-Flaschen sind frei zugänglich für jedermann, mitten im Gewerbegebiet. Man will darüber gar nicht weiter nachdenken, was noch alles damit geschehen könnte. Und damit endet unsere Geschichte leider nicht so idyllisch wie der Anfang vermuten ließ, denn ein Ende, gar ein friedliches ist leider noch lange nicht in Sicht…

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