Am 2. Oktober, um 17 Uhr findet im Festsaal des Alten Rathauses in Fürstenwalde die Vernissage der Gerhard-Goßmann-Ausstellung statt. Gerhard Goßmann war ein Rumtreiber im besten Sinne des Wortes. Er reiste gern und sehr gründlich, will heißen, dass er dort, wo er war, genauer als so mancher gewöhnliche Tourist hinschaute. Und so forderte er Freunde und gute Bekannte auf, zu reisen. Zu reisen und hinzusehen, und sich nichts „erzählen“ zu lassen. Zu DDR-Zeiten war es dem zuweilen aufsässigen Genossen zwar vergönnt, viele Länder zu bereisen, in die der Normalbürger eher nicht kam, doch es waren, zu seinem großen Verdruss „nur“ Länder östlich des „Eisernen Vorhangs“. Die wahrscheinlich einzige Ausnahme bildete Ägypten. Das Land am Nil bereiste er 1976.  Im Ergebnis dieser Reisen entstanden wunderbare Bildzyklen. Nach Venedig oder gar nach Kassel ließ man den unbequemen Genossen nie reisen. Seine Art, sich stets für die Dinge und Menschen einzusetzen, sich auch mal der vorherrschenden Ideologie zu widersetzen, war bis zum Ende der DDR vielen Entscheidungsträgern suspekt. Goßmann war ein gründlicher Beobachter. In seinen Landschaftsdarstellungen finden sich die typischen Formationen, die eben eine Landschaft ausmachen ebenso wie verspielte Details. Eben so scharf sein Blick für die Menschen, denen er sich in unzähligen Blättern widmet. Der Künstler lässt auf diese wunderbare Weise den Betrachter an seinem Erlebten teilhaben. Die Ausstellung ist bis zum 4. November zu sehen.

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