Am Samstag besuchte der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen in Oder-Spree das Schlossgut Alt Madlitz, um sich bei einer Führung durch die Betriebsleiterin Johanna von Münchhausen den ökologischen Landbau erläutern zu lassen. Der circa 1000 Hektar große Betrieb produziert nach den Naturland-Richtlinien ökologische Futter- und Lebensmittel, deren Produkte mit dem Naturland-Bio-Siegel versehen werden. Bei der Übernahme des landwirtschaftlichen Betriebes nach der Wiedervereinigung hat sich die Familie Finck von Finckenstein ganz bewusst gegen die vorhandene Rinderhaltung entschieden, die sich zu diesem Zeitpunkt nicht nur in einem katastrophalen Zustand befand, sondern auch ökonomisch nicht vertretbar war. Bis heute würde es sich hierbei um ein Minusgeschäft handeln, so dass hier auf eine betriebliche Tierhaltung verzichtet wird. Die bündnisgrüne Sprecherin Anja Grabs stellte fest: „Wenn ein landwirtschaftlicher Betrieb nicht von den Eltern übernommen wird, entsteht der Vorteil, dass man mit viel Pragmatismus den Betrieb so umgestalten kann, dass er sich rentiert, ohne dabei betriebsblind an Traditionen festzuhalten, die nicht mehr ökonomisch sind. So stellte dieser Betrieb nach einer anfänglichen konventionellen Landwirtschaft seine Ackerflächen im Jahr 2004 auf ökologischen Landbau um und erntete dabei zuerst viel Skepsis seitens der benachbarten Betriebe. Weil die Nachfrage von Milch in China sinkt und der Absatzmarkt in Russland wegfällt, wird in Deutschland zu viel Milch produziert und die Preise durch den Konkurrenzdruck gesenkt. Ich kann nur jedem Bauern in Deutschland, der einen Betrieb mit Rinderhaltung übernimmt dringend raten, sich an dem Schlossgut Alt Madlitz ein Beispiel zu nehmen und sich genau zu überlegen, ob sich eine Milchviehhaltung rechnet oder ob es sinnvoller ist auf eine ökologische Landwirtschaft ohne Rinder umzustellen. Zumal es für Bioprodukte eine kontinuierlich wachsende Nachfrage gibt.“

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