Ausstellungseröffnung Burg Beeskow

Eine Erlebnis- und Aktionsausstellung für die ganze Familie vom 8. April bis 10. September im Bergfried der Burg Beeskow: Interaktive Module und Mitmach-Spiele laden die Besucherinnen und Besucher ein, mit ihren Händen selbst aktiv zu werden. Handwerk habe goldenen Boden, so sagt man. Im 19. Jahrhundert, als das Sprichwort entstand, war golden jedoch nur der Abglanz der Sonne, die ungehindert bis auf dem Boden des Brotbeutels schien, da dieser leer war. Der Handwerker hungerte; die Zeiten, in denen er sein Auskommen hatte, waren längst vorbei. Und doch hat das Handwerk überlebt. Worin seine Ausstrahlung bis heute besteht, zeigt ab 8. April eine neue Ausstellung „Handwerk – Werke der Hand“ auf der Burg Beeskow.  Bäcker, Tuchmacher, Fleischer und Schuhmacher – im Mittelalter zählten gerade diese Handwerker zu den angesehensten Ständen, da sie Nahrung und Kleidung bereithielten, also für eine Stadt unentbehrlich waren. Man sprach auch vom Viergewerk. Wie alle Handwerker schlossen sie sich in Zünften zusammen, doch hatten sie zweifellos mehr Einfluss als andere auf die Belange der Stadt, denn sie siegelten die städtischen Urkunden zusammen mit dem Rat. Tischler und Schmiede, Kürschner und Leineweber, Töpfer und Böttcher – Arbeitsteilung und Spezialisierung sorgten dafür, dass immer mehr Gewerke außerhalb des Landbaus einen Markt fanden und ihre Produzenten ernähren konnten. Die selteneren Seiler, Nadler, Drahtzieher, Fingerhüter und Pergamenter verschwanden erst, als Handarbeit von Maschinen abgelöst wurde und neue Werkstoffe aufkamen. Lange erhalten blieb das Handwerk dagegen dort, wo der technische Fortschritt nur langsam Einzug hielt, so in den Produktionsgenossenschaften des Handwerks (PGH) und im  privaten Handwerk der DDR. Eine Ausstellung vom Archiv historischer Alltagsfotografie in Kooperation mit den Museen Alte Bischofsburg Wittstock, gefördert von Kulturland Brandenburg 2016 und den brandenburgischen Sparkassen.  Sie entstand im Rahmen des Kulturland-Themenjahres „Handwerk – zwischen gestern und übermorgen“ und ist 2016 erstmals präsentiert worden.

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