Eine scheinbar endlos wirkende Wandelhalle ist vorübergehend das neue Zuhause für rund 50 Paar Handwerker-Händen. In Reih und Glied schmücken die Fotografien der Serie „HANDwerk“ die Glasfront der Halle des Kleist Forums in Frankfurt (Oder). Ende Mai war der offizielle Auftakt der Wanderausstellung „HANDwerk“ in der Kleiststadt. Das Kleist Forum mit seiner beeindruckenden Architektur gab dafür den perfekten Rahmen. Die Glasfront des Foyers ließ die grünen Bäume von draußen hereinscheinen. Sie bildeten einen fabelhaften Hintergrund für die Redner der Vernissage. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Christoph Schäfer berichtet mit einem Lächeln auf den Lippen von seinen persönlichen Erfahrungen als „Handwerker“. Dabei lobte er auch das handwerkliche Talent des Fotografen: „Herr Schönenbröcher kann das Handwerk nicht nur fotografisch besonders gut festhalten, sondern auch selber anpacken. Das konnte ich auf der Eröffnungsveranstaltung des Kulturlandjahres erleben, als er fast im Alleingang die durch den Wind zerstörte Markise unseres Handwerkermobiles notdürftig versorgte.“ Nach ein paar Worten des Künstlers Walter Schönenbröcher selbst, schlich sich der Kulturdezernent der Stadt Frankfurt (Oder) Markus Derling ins Vernissage-Programm. Ihm war es ein Bedürfnis, Walter Schönenbröcher sowie die Handwerkskammer Cottbus in der Oderstadt zu begrüßen. Er verriet dem Publikum, dass er für die Ausstellung großes Interesse zeige, da er u.a. selbst einmal in Cottbus gelebt und dort zum Maurer ausgebildet wurde. Zwischen den Reden verzauberte die Cottbuser Sängerin Kathrin Jantke das Vernissage-Publikum mit ihren thematisch passenden Songs „Handwerk“ und „Er sieht“. Zum Abschluss nahm der Künstler die Gäste mit auf seine beliebte Führung durch die Ausstellung und musste dabei fleißig Fragen beantworten. Die Ausstellung „HANDwerk“, eine Kooperation der Handwerkskammer Cottbus und Walter Schönenbröcher, präsentiert rund 50 Fotografien des Künstlers. Sie alle ziehen die Besucher vor allem durch den Schwarz-Weiß-Kontrast und die Schärfe in den Bann. Gerade die erlaubt es den Betrachtern, Details in den Händen, Werkstoffen und Werkzeugen wahrzunehmen. Die Werke zeigen zudem einzigartige Tätigkeiten, die aufgrund der Entwicklung des Handwerks selten geworden sind. Der Fotograf selbst sieht die Ausstellung als „zeitgeschichtliche Dokumentation, die es ermöglicht, die Schönheiten einst gelebter Handwerke zu erfahren.“ Noch bis zum 23. Juni können sich Interessierte persönlich von der Detailreiche der Werke des Cottbuser Künstlers Walter Schönenbröcher im Kleist Forum überzeugen. Danach zieht die Wanderausstellung nach Schwedt (Oder).

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