Schweine- und Bullenmast in Gölsdorf

    Der Betreiber der geplanten Bullen- und Schweinemastanlage in Gölsdorf (Landkreis Oder-Spree, Gemeinde Steinhöfel) zwischen Fürstenwalde und Müncheberg hat keine Förderung für eine bessere Haltung der Tiere beantragt. Das bestätigte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) auf Anfrage des Landtagsabgeordneten Benjamin Raschke (B90/Grüne). „Man muss davon ausgehen, dass nur das gesetzlich Notwendige für den Schutz der Tiere getan wird“, sagt Kerstin Hellmich, Sprecherin der Dörfergemeinschaft Steinhöfel. Es sollen laut Antragsunterlagen jedem Schwein in der geplanten Anlage 0,78 Quadratmeter zustehen. Die „Verweildauer“ der Mastschweine soll 110 Tage betragen, bis sie ein Gewicht von 110 Kilogramm erreichen. Für die Reinigung des Schweinestalls werden etwa 50 Liter Wasser pro Tierplatz im Jahr veranschlagt (3,3 Durchgänge). „Die Mast von Schweinen und Bullen ist heute industriell durchorganisiert und konsequent auf Profit für den Betreiber ausgerichtet“, sagt Hellmich. Die Welt hinter den meisten Stalltüren sieht so aus: Industrielle Massentierhaltung, hoher Ressourcenverbrauch und Nährstoffeintrag auf Kosten der Umwelt, prekäre Arbeitsbedingungen, Lebens- und Futtermittelskandale. Die einheimische Bevölkerung hat unter Gestank und Wasserverschmutzung zu leiden. Obwohl die geplante Hähnchenmastanlage unweit von Tempelberg noch immer nicht vom Tisch ist, plant ein weiterer Betreiber eine Massentierhaltungsanlage in Gölsdorf (Gemeinde Steinhöfel), nur wenige Kilometer neben der bereits bestehenden riesigen Schweinemastanlage in Eggersdorf bei Müncheberg (Märkisch-Oderland). Laut einer Bekanntmachung des Landesamtes für Umwelt vom 9. November sollen zukünftig dort 900 Bullen und 768 Schweine gemästet werden. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung mit Öffentlichkeitbeteiligung wird es hingegen nicht geben, teilte die nachgelagerte Behörde des Landwirtschaftsministeriums mit. Das Vorhaben befindet sich derzeit noch im Planungsstadium. Wann die Anlagen in Betreib gehen, ist derzeit noch unklar. Um den Widerstand in der Region gegen neue Massentierhaltungsanlagen besser bündeln zu können, gründete sich im November 2012 die Initiative „Dörfergemeinschaft gegen die Hähnchenfabrik in Steinhöfel – für eine lebenswerte Region“.

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