Innerhalb von vier Wochen wurden dem Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree vom Landeslabor Berlin-Brandenburg bei zwei untersuchten Fledermäusen Nachweise des Europäischen Fledermaus-Tollwutvirus Typ I gemeldet. Der festgestellte Virustyp kann durch Bissverletzungen oder Kontakt auch beim Menschen zu Tollwuterkrankungen führen. Die verhaltensauffälligen Fledermäuse waren in der Gemeinde Grünheide und in Eisenhüttenstadt hilflos aufgefunden worden. In einem der Fälle konnte eine Übertragung von Fledermausspeichel in die Blutbahn des Finders nicht vollständig ausgeschlossen werden. Daher wurde eine nachträgliche Immunisierung durchgeführt. Während Deutschland zu den Ländern Europas gehört, in denen die Tollwut bei Wild- und Haustieren getilgt werden konnte, stellen Fledermäuse weiterhin ein natürliches Reservoir für Tollwuterreger dar. Daher weist das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree auf einen vorsichtigen Umgang mit wildlebenden Tieren hin. Wildtiere sollten nicht berührt werden! Das Einfangen bzw. Bergen von kranken, verletzten oder toten Wildtieren muss mit Sachkunde erfolgen. Tollwutkranke Fledermäuse liegen zumeist am Boden und zeigen abnormes Verhalten wie das Attackieren naheliegender Gegenstände, Orientierungsschwierigkeiten oder Flugunfähigkeit. Wenn scheinbar gesunde, kranke oder verletzte Tiere geborgen werden, sind die entsprechenden Infektionsschutzbestimmungen einzuhalten, insbesondere sind Schutzhandschuhe zu tragen, die vor Bissverletzungen und Infektion mit Krankheitserregern schützen! Für Ihre Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes unter 03361/5992260, des Veterinär-und Lebensmittelüberwachungsamtes 03366/351391 und der unteren Naturschutzbehörde 03366/351678 zur Verfügung.

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