Anerkennung polnischer Medizinabschlüsse

    „Brandenburg braucht junge Ärzte. Wir sind froh und dankbar, dass Absolventen, die in Polen Medizin studiert haben, in Brandenburg arbeiten möchten. Polnische Ärztinnen und Ärzte stellen seit Jahren die größte Zuwanderungsgruppe bei den praktizierenden Medizinerinnen und Mediziner in Brandenburg. Sie leisten bei uns gute Arbeit. Aber für die Anerkennung von polnischen Abschlüssen gibt es rechtliche Vorgaben der Europäischen Kommission, die wir selbstverständlich auch in Brandenburg bei der Erteilung der Approbation und einer Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs genau beachten müssen“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher Mittwoch im Landtag in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz. Dort stand die „Approbation der Absolventinnen und Absolventen eines in Polen absolvierten Medizinstudiums“ auf der Tagesordnung.

    Aktueller Hintergrund der Befassung im Ausschuss ist eine Kooperation des Asklepios-Konzerns mit der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin seit 2013 mit dem Ziel, Ärztinnen und Ärzte für seine Kliniken dort in einem englischsprachigen Studiengang ausbilden zu lassen. Dieses „Asklepios Programm“ nutzen auch viele Deutsche, die nach ihrem Studium der Humanmedizin in Deutschland, unter anderem auch in Asklepios-Kliniken in Brandenburg, arbeiten wollen. Im Rahmen dieser Kooperation hat der erste Abschlussjahrgang das sechsjährige englischsprachige Studium mittlerweile beendet und im August 2019 bei verschiedenen Approbationsbehörden in Deutschland Anträge auf die Ausstellung einer Approbation eingereicht. Laut der Richtlinie 2005/36/EG (aktuelle Fassung vom 15.04.2019) der Europäischen Union gilt in Polen eine ärztliche Ausbildung als abgeschlossen, wenn neben dem Diplom der ausbildenden Universität zusätzlich noch eine Bescheinigung über ein 13-monatiges Postgraduierten-Praktikum und eine mündliche Prüfung beigebracht wird.

    Ministerin Nonnemacher: „Wir haben das Dilemma der Absolventinnen und Absolventen erkannt, die im Rahmen der Asklepios-PUM-Kooperation ihr Medizinstudium abgeschlossen haben und nun hoch motiviert in dem Beruf auch starten wollen. Wir brauchen diese jungen Medizinerinnen und Mediziner auch händeringend. Die Fachkräftesicherung im Gesundheitsbereich ist eine große Herausforderung. Brandenburg hat deshalb sofort den Kontakt zu anderen Approbationsbehörden, zum Bundesgesundheitsministerium und zum polnischen Gesundheitsministerium aufgenommen, um diese Unklarheiten schnell aufzulösen. Aber Brandenburg kann dieses Problem nicht allein lösen. Auf unserer Seite ist das Bundesgesundheitsministerium gefordert. Ich halte es für erforderlich, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeitnah über dieses Problem mit seinem polnischen Amtskollegen spricht, um eine schnelle und gute Lösung zu finden.“

    Aktuell sind 254 Ärztinnen und Ärzte mit polnischer Staatsbürgerschaft als Mitglieder der Landesärztekammer gemeldet.

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