Versorgungslage mit medizinischen Masken ist weiter angespannt

    Aufgrund der Corona-Pandemie sind Schutzmaterialien für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, insbesondere FFP-Gesichts-Masken, knapp. Da die entsprechende Versorgungslage deutschlandweit weiterhin angespannt ist, empfiehlt der Krisenstab der Bundesregierung die Wiederaufbereitung der Schutzmasken. Nun haben Experten von Helios ein sicheres Verfahren zur Wiederaufbereitung von sogenannten FFP-Masken entwickelt.

    FFP2- und FFP3- Masken (FFP = „Filtering Face Piece“) sind hocheffektive Schutzmasken, die das medizinische und pflegerische Personal im Umgang mit Covid-19-Patienten verwendet. Aber die speziellen Feinpartikelmasken, die dicht am Gesicht abschließen und einen belegbaren Infektionsschutz für solche Arten wie die Corona-Viren bieten, sind rar.

    Das jetzt entwickelte Verfahren, mit dem Helios seit der 17. Kalenderwoche seine Masken wiederaufbereitet, geht deutlich über die vom Robert Koch-Institut (RKI) vorgegebene Sicherheitsstufe hinaus und ermöglicht eine Wiederverwendung ohne Personalisierung. Eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens schließt Helios aus und stellt stattdessen die Informationen zur Verfahrensweise online. Ab sofort können bei Helios durch das Verfahren täglich 8.000 Masken aufbereitet werden.

    Vorgesehen ist, Atemschutzmasken mit Filterfunktion bis zu dreimal wiederzuverwenden. Dafür gelten eine Reihe von Sicherheitsauflagen, wie das ordnungsgemäße Sammeln und Dekontaminieren der Masken durch Erhitzen. Die im Testverfahren behandelten Masken wurden sowohl mikrobiologisch als auch strukturell in Partikelrückhalteprüfungen und in weiteren Tests von unabhängigen Laboren als neuwertig bestätigt. Der Aufbereitungsprozess wird durch ein intensives Qualitätsmanagement begleitet und permanent überprüft.

    Carmen Bier, Klinikgeschäftsführerin im Helios Klinikum Bad Saarow erklärt dazu: „Um Ansteckungen zu vermeiden, ist es für medizinisches und pflegerisches Personal, das direkten Kontakt zu Corona-Verdachtsfällen und Infizierten hat, dringend erforderlich, FFP-Masken zu tragen. Das von Helios entwickelte Wiederaufbereitungsverfahren der Schutzmasken gibt uns eine große Sicherheit für die tägliche Versorgung unserer Patienten im Kampf gegen die Pandemie.“

     

    „Die Versorgungslage mit medizinischen Masken ist in Deutschland nach wie vor angespannt. Uns ist wichtig, dass nicht nur für uns, sondern für alle Anbieter im medizinischen Bereich ausreichend Schutzmaterialien vorhanden sind. Daher stellen wir das Verfahren zur Nachahmung online und unterstützen gern mit unseren Erkenntnissen“, so Enrico Jensch, COO bei Helios Deutschland. Eine kommerzielle Nutzung des Verfahrens schließe Helios aus, betonte er.

     

    Das Verfahren besteht aus mehreren Schritten. So werden die Masken zunächst nach RKI-Empfehlung trocken für 35 Minuten bei 70 Grad in so genannten Reinigungs- und Desinfektionsgeräten behandelt. Anschließend erfolgt zusätzlich die Aufbereitung in Umluft-Konvektoren bei 70-75 Grad über insgesamt neun Stunden. Diese beiden Verfahren in Kombination führen zu einem Aufbereitungswert A0 von 3.000. Zum Vergleich: Nach dem durch das RKI beschriebenen Verfahren wird ein A0-Wert von 60 erreicht; dabei gilt, je höher der A0-Wert, desto größer ist die Desinfektionswirkung. Das A0-Verfahren ist weltweit anerkannt bei der Desinfektion und Aufbereitung von medizinischen Instrumenten und Materialien. Der Einsatz eines entsprechend hohen A0-Wertes findet bei allen Desinfektionsprozessen statt, wo Medizinprodukte auf Haut oder Schleimhaut angewendet werden.

    Entwickelt wurde das Verfahren durch Experten bei Helios, unterstützt durch Mitarbeiter des Unternehmens VAMED, das wie Helios zum Fresenius-Konzern gehört und die Sterilgutaufbereitung für Helios umsetzt. Beratend wurden mehrere Institute und Unternehmen einbezogen. Dazu gehören die Fresenius Medical Care Deutschland, das Krankenhaushygiene-Labor des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, das Max-Rubner-Institut in Karlsruhe sowie die Unternehmen RJL Micro & Analytic GmbH in Karlsdorf-Neuthard und die Herotron E-Beam Service GmbH in Bitterfeld-Wolfen, MMM Münchner Medizin Mechanik Group; Planegg/München und Belimed Deutschland GmbH; Mühldorf a. Inn.

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