Erschöpfung und Atemnot sind erste Anzeichen

Die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Bei den Männern stand sie im Jahr 2016 an fünfter, bei Frauen an zweiter Stelle der Todesursachen. Außerdem hat eine Herzschwäche gravierende Auswirkungen auf den Organismus, die bisher wenig bekannt sind. Darauf weist die Barmer anlässlich des Welt-Herz-Tages hin. „Wenn das Herz zu schwach ist, wirkt sich das auch auf die Sauerstoffversorgung des Gehirns aus mit negativen Folgen für die Lern- und Gedächtnisfunktion“, sagt Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg, wo rund 3,5 Prozent der Bevölkerung wegen einer Herzinsuffizienz in ärztlicher Behandlung sind. Eine Herzschwäche geht anfangs bei körperlicher Anstrengung mit Atemnot und schneller Erschöpfung der Patienten einher. Verschlimmert sich die Erkrankung, treten diese Anzeichen auch im Ruhezustand auf. Wassereinlagerungen in Füßen und Unterschenkel, später auch in Bauchhöhle und Brustkorb können hinzutreten.

Forscher des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben nun nachgewiesen, dass eine Herzinsuffizienz langfristig auch das Gehirn schädigen kann. Je niedriger das Herzschlagvolumen sei, desto geringer sei die Dichte der grauen Hirnsubstanz im Frontalhirn, die hauptsächlich aus Nervenzellkörper bestehen. Dies habe negative Auswirkungen auf das Lern- und Erinnerungsvermögen und könnte demenzielle Erkrankungen begünstigen. Angesichts der schwerwiegenden Folgen sollten Vorboten einer Herzinsuffizienz ernst genommen werden. Bei etwa 80 von 100 Betroffenen ginge der Herzschwäche Bluthochdruck oder eine Herzerkrankung voraus. Diese ursächlichen Erkrankungen müssten ärztlich behandelt werden, damit das Herz nicht weiter Schaden nimmt. Patienten könnten dazu beitragen. Durch gemäßigtes körperliches Training, zum Beispiel in einer Herzsportgruppe, ließen sich Symptome und Lebensqualität verbessern. Übergewicht und Rauchen erhöhen alle Risiken.

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