Feierliche Übergabe der Zertifikate

Der Ambulante Kinderhospizdienst „Nora“ der Johanniter Unfall Hilfe e.V. hat am vergangenen Samstag feierlich die ersten 12 ehrenamtlichen Familienbegleiter in Frankfurt (Oder) nach erfolgreicher Absolvierung ihrer Qualifikation beglückwünscht. Der ehrenamtliche Vorstand, Karl Christoph von Stüzner-Karbe, wünschte den Absolventen des 9-monatigen Lehrganges alles Gute und zeigte sich über den Enthusiasmus der frischgebackenen Familienbegleiter, in der heutigen Zeit als ehrenamtliche Mitglieder aufzutreten, mehr als begeistert. In seinen weiteren Ausführungen zum Ehrenamt ging er weit zurück in die Vergangenheit. Das Ehrenamt hat, betrachtet man die vergangenen Jahrhunderte, Höhen und Tiefen erlebt, es wurde ausgehöhlt, ausgenutzt und oftmals falsch verstanden. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Ehrenamt so richtig zur Geltung. Viele hatten im Zuge des Krieges ihre Heimat und geliebte Menschen verloren. Daher entwickelte sich das Ehrenamt mit dem Gedanken: „Ich helfe meinem Nachbarn, ich helfe der Allgemeinheit.“ Es ist jedoch zu bemerken, das mittlerweile engagierte Menschen im Ehrenamt fehlen, denn die Probleme werden nicht weniger –  ganz im Gegenteil. Viele Institutionen sind auf der Suche nach ehrenamtlichen Mitwirkenden, die bereit sind der Allgemeinheit ihren Dienst zu erweisen. Um so mehr sind die Johanniter heute stolzer denn je, dass es ihnen gelungen ist, Menschen zu bewegen zu helfen. Der Kinderhospizdienst und sein Aufbau ist ein sehr wichtiger Baustein im Grundgerüst der Johanniter Unfall Hilfe, denn die Eltern der Kinder und ihre Geschwister brauchen Hilfe von Menschen, die auch wirklich helfen wollen, die etwas zurückgeben wollen. „Das macht uns stolz, helfen zu können und zwar dort wo unsere Hilfe gebraucht wird“, so von Stützner-Karbe. Mit einem Gedicht von Theodor Fontane beschloss er seine Rede:

Es kann die Ehre dieser Welt dir keine Ehre geben,
was dich in Wahrheit hebt und hält,
muß in dir selber leben.

Wenn‘s deinem Innersten gebricht an echten Stolzes Stütze,
ob dann die Welt dir Beifall spricht,
ist all dir wenig nütze.

Das flücht‘ge Lob, des Tages Ruhm magst du dem Eitlen gönnen.
Das aber sei dein Heiligtum: Vor dir bestehen können.

Im weiteren Verlauf sprach die Koordinatorin des Kinderhospizdienst „Nora“ Eileen Samol über den Verlauf der 9 Monaten dauernden Qualifikation und über die Inhalte. Auch wenn sich die Teilnehmerinnen vorher nicht kannten, sie hätten doch sehr schnell zueinander gefunden. Das sie alle viel gelernt hätten und ihr Wissen gern in den Dienst der Allgemeinheit stellen, im Speziellen in den Dienst der Familien. Der Kinderhospizdienst „Nora“ hat nun 12 weitere spezialisierte und einfühlsame ehrenamtlich tätige Mitstreiter zum weiteren Aufbau für sich gewinnen können. Das war der Startschuss für die praktische Arbeit. Darüber hinaus gab es noch einen kleinen Vortrag über das Wirken der Johanniter. Nach Übergabe der Zertifikate, sprach noch der Regionalvorstand Uwe Kleiner und sagte, das es auch ihn persönlich mit Stolz erfülle und er sehr wohl wisse, dass dies eine große Herausforderung für die Absolventen sei. Darüber hinaus hatte er wohlmeinende Worte für die Koordinatorin des Dienstes Eileen Samol, die ihr Engagement noch vor ihre eigene Familie stelle und ihr Dank im höchsten Maße gebühre. Kleiner zitierte zum Abschluss Cicely Saunders:

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.

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