Bei der nächsten Sonntagsvorlesung des HELIOS Klinikums Bad Saarow am 24. Juli, um 10 Uhr wird sich der erfahrene Uro-Gynäkologe, Dr. med. Jörg Schreier, der weiblichen Blase und dem weiblichen Beckenboden widmen. Der Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe leitet seit dem 1. März die Abteilung Minimal-Invasive-Gynäkologie, Uro-Gynäkologie und Geburtsmedizin. „Mit einer Hängematte kann man den Beckenboden vergleichen, die zwischen den Beckenknochen aufgehängt ist und die wichtigste Stützfunktion für die Unterleibsorgane wie Gebärmutter, Harnblase und Darm übernimmt. Der Beckenboden sorgt u. a. dafür, dass die Schließmuskeln von Blase und Darm funktionieren“, erläutert Chefarzt Dr. med. Jörg Schreier. In der Schwangerschaft leistet der Beckenboden Schwerstarbeit, denn bis zur Entbindung muss er das Gewicht der Gebärmutter tragen, den Druck von oben aushalten und außerdem die Strapazen der Geburt mit Druck und Dehnung verkraften. Sind die Beckenmuskulatur, die Bänder und das Bindegewebe gut trainiert, wird diese Herausforderung anstandslos überstanden. „Ein Großteil der jungen Frauen vernachlässigt aber ihre Beckenbodenmuskulatur und beachtet sie das erste und vorläufig letzte Mal bei der Rückbildungsgymnastik nach der Geburt“, so Dr. med. Jörg Schreier. Ab dem 50. Lebensjahr entwickelt etwa jede zweite Frau Einschränkungen der Beckenbodenfunktion. Durch die hormonellen Veränderungen in der Menopause wird eine Senkung der Organe bzw. eine Inkontinenz begünstigt. „Wir sprechen dann von einer Beckenbodenschwäche bzw. Beckenbodeninsuffizienz, die häufig mit einer allgemeinen Bindegewebsschwäche einhergeht“, so der Chefarzt. Ist eine Operation bei Erkrankungen der weiblichen Beckenorgane – sei es bei Veränderungen der Gebärmutter, der Eierstöcke oder der Eileiter – notwendig, bedeutet dies für die Patientin oft ein einschneidendes Ereignis. „Dann gilt es, aus der Vielzahl der Möglichkeiten der Beckenbodenrekonstruktion, der (teil)organerhaltenden Operationen bis hin zur vollständigen beckenbodenschonenden Entfernung der Gebärmutter die individuell passende Operation zu finden“, fügt der Uro-Gynäkologe hinzu. „Gerade am weiblichen Beckenboden gibt es nicht die Standardoperation, sondern muss ein ggf. notwendiges operatives Vorgehen äußerst individuell geplant werden“. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, sollte die Sonntagsvorlesung nicht verpassen. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, dem Referenten Fragen zu stellen. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung nicht erforderlich.

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