Sterben gehört zum Leben dazu, doch Gedanken an die Endlichkeit des eigenen Lebens oder an das der liebsten Mitmenschen, versuchen die meisten so lange wie möglich von sich fernzuhalten. Dabei kann es jeden treffen, eine Diagnose zu bekommen, die die Lebenserwartung erheblich einschränkt. Welche Rolle dann die Palliativmedizin einnimmt und wie die letzte Phase des Lebens professionell und individuell begleitet werden kann, erläutert Oberarzt Johannes Rahm in der nächsten Sonntagsvorlesung am 25. September, um 10 Uhr im Konferenzraum „Theodor Fontane“ des HELIOS Klinikums Bad Saarow. Oberarzt Johannes Rahm ist Palliativmediziner und betreut unheilbar Kranke in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin – Menschen mit einer voranschreitenden und bereits weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. „Das Ziel unserer individuellen und ganzheitlichen Behandlung ist die Wiederherstellung oder zumindest Aufrechterhaltung von Lebensqualität in der letzten Phase des Lebens – immer unter der Prämisse, den individuellen Wünschen der Patienten gerecht zu werden wenn die Medizin keine ‚Standardlösungen‘ mehr präsentieren kann“, erläutert der Oberarzt. Das kann auch nach erfolgreicher Stabilisierung des Patienten, Unterstützung und Aufklärung der Angehörigen und Organisation einer häuslichen Palliativ-Versorgung die Entlassung nach Hause sein. „Wir versuchen, all unsere Patienten so zu begleiten, dass ihnen und vor allem auch den Angehörigen der Umgang mit dieser Situation etwas leichter fällt. Fälschlicherweise werden Palliativstationen oft als ‚Stationen für Sterbende‘ wahrgenommen. Wir sehen uns eher als eine ‚Station für Lebensqualität und Patientenautonomie‘“, betont Johannes Rahm. Die ärztliche Behandlung und medikamentöse Symptomkontrolle sind oft nur ein Teilaspekt einer guten Palliativversorgung, da psychologische Themen oder soziale und organisatorische Belange bei Palliativpatienten ebenso im Vordergrund stehen können wie eine hohe körperliche Symptomlast. Daher leitet der 37-jährige Palliativmediziner ein multiprofessionelles Team aus speziell ausgebildeten Mitgliedern der Berufsgruppen der Ärzte und Pflegenden, Psychologen, Physiotherapeuten, Kunst- und Musiktherapeuten, Ergotherapeuten, Ernährungstherapeuten, Seelsorgern, sowie Mitarbeitern des Sozialdienstes und der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV), um den komplexen Herausforderungen der Patienten so umfangreich wie möglich zu begegnen. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, wer wissen möchte, wann Palliativmedizin anfängt, wie wichtig Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen sind und welche kreativen Ansätze es in der Sterbebegleitung gibt, der ist zur Vorlesung herzlich eingeladen. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, dem Referenten Fragen zu stellen. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung nicht erforderlich.

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