Ein sehr interessanter und informativer, mit vielen geschichtlichen Eckpunkten versehener Vortrag aus der Reihe „Geschichte(n) aus der Region“ des Museums Fürstenwalde fand am vergangenen Donnerstag im Rathauskeller statt. Zum Thema „125 Jahre Oder-Spree-Kanal von 1891-2016“ hielt Referent Gordon Starcken, Fürstenwalder und Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes, diesen Vortrag. Er beschrieb diese wechselvolle Geschichte des Kanals. Der Wunsch nach einer schiffbaren Verbindung von der Spree zur Oder bestand schon seit Jahrhunderten. Von der Idee Kaiser Karl IV. über den Bau des Kaisergrabens und des Friedrich-Wilhelm-Kanals als ersten deutschen Scheitelkanal bis zum Oder-Spree-Kanal in seiner heutigen Linienführung war es jedoch eine lange, wechselhafte Geschichte. Die heute noch existierenden Bauwerke zeugen von der wasserbaulichen Ingenieurskunst der letzten Jahrhunderte. Über dies alles gibt es viel zu berichten und anhand historischer Zitate, Bauzeichnungen und Fotos zu erläutern. Der heute als Oder-Spree-Kanal bezeichnete Abschnitt der Spree-Oder-Wasserstraße beinhaltet den Kanal von Wernsdorf bis Große Tränke, die staugeregelte Fürstenwalder Spree und den als Scheitelhaltung bezeichneten Kanal zwischen Kersdorf und Eisenhüttenstadt (früher Fürstenberg an der Oder). Dieser knapp 90 Kilometer lange Teil zwischen dem Seddinsee und Eisenhüttenstadt ist der längste der 128,66 Kilometer langen Spree-Oder-Wasserstraße, die die Untere Havel-Wasserstraße über die Spree mit der Oder verbindet. Dieser Schifffahrtsweg durchquert Berlin von Spandau kommend in südöstlicher Richtung, um dann nach Köpenick, Wernsdorf, Fürstenwalde, Müllrose schließlich in Eisenhüttenstadt in der Oder zu münden. Er hat die Region zwischen Berlin und der Oder nachhaltig geprägt.

error: Der Inhalt ist geschützt!
X