Bewohner von Altenpflegeheim begeistert von der kreativen Idee

    Blauer Himmel, Sonnenschein pur, ein laues Lüftchen kam vom Dämeritzsee und dazu diese Musik. Paddler auf dem See hielten kurz inne, um ein Foto zu machen. Manch ein Fahrradfahrer oder Fußgänger, der des Weges kam, war verwundert, was er da sah. Ein Mini-Konzert gab es. So geschehen schon am Freitagnachmittag vor dem DRK-Altenpflegeheim und der Pflegepension „Am Dämeritzsee“ mit den Berliner Tenören. 

    In der jetzigen Zeit, in der viele Bewohner in Pflegeeinrichtungen keine Besuche ihrer Angehörigen erhalten und keine Veranstaltungen in den Einrichtungen stattfinden können, sind kreative Ideen gefragt. Besuche sind, sofern es der Platz in den Außenanlagen der Einrichtungen zulässt, auch möglich. Am geöffneten Fenster, auf den Balkonen oder im Garten stehen die Heimbewohner, draußen davor die Angehörigen.  Bei so einem Bild kam Michael Ehrenteit, der seit vielen Jahren das Erkneraner Heimatfest mitorganisiert und moderiert, eine Veranstaltungsidee.  Künstler müssen vielleicht gar nicht zwangsläufig in einer Einrichtung auftreten, gewiss geht dies auch davor.

    Und so geschah dies nun nicht in, sondern vor der DRK-Einrichtung an der Hessenwinkler Straße. Die Berliner Tenöre gaben damit ihr bisher ungewöhnlichstes Konzert. Die drei stimmgewaltigen Musiker, die Tontechnik und Moderator Michael Ehrenteit standen an der Seeseite vor der Einrichtung, die Bewohner des Heimes hatten ihre Plätze auf den Balkonen und auf der Terrasse eingenommen. In vielen Zimmern waren die Fenster angekippt, so dass auch bettlägerige Patienten das 30-minütige Konzert mitverfolgen konnten.

    Tenor und Ensemblemitglied Andreas Möller sah eigentlich gar nicht so einen großen Unterschied: Ob er nun von der Bühne aus in die Ränge eines Opernhauses schaue oder aber vor dem Pflegeheim auf die Balkone. Und auch in einem Opernhaus muss eine Distanz überwunden werden. Da mag es der Orchestergraben sein. In Erkner musste es der Abstand zu den Bewohnern sein.

    Gefallen hat es allen Beteiligten. Bewohner und Personal des Altenpflegeheim schunkelten, klatschten und sangen mit und für die Berliner Tenöre gab es als Dank reichlich Beifall. Ob beim „Chianti-Wein“, „New York, New York“ von Frank Sinatra oder seinem eher etwas melancholischen „My Way“ – das Publikum war begeistert. Mit dem berühmten „Hallelujah“ verabschiedeten sich die Sänger von ihrem dankbaren Publikum.

    Das Konzert auf Distanz war in Erkner ein voller Erfolg. Organisator Michael Ehrenteit möchte damit andere Künstler ermuntern, auf diese Art und Weise das gesellschaftliche Leben auf Distanz in Corona-Zeiten zu bereichern. Es funktionierte und hat Heimbewohner und Personal gleichermaßen einen wunderbar musikalischen Nachmittag beschert.

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