Die neue Reihe „Hör mal zu“ mit Gerlinde Stobrawa im Scharwenka Kulturforum zieht seine Kreise. Mit Peter Michael Distel nahm die Reihe ihren Anfang und scheint sich bei den Kulturliebhabern und Wissbegierigen der Region herumgesprochen zu haben. Das Kulturforum sorgt sich nicht nur um das Andenken von Xaver Scharwenka, sondern erfüllt das Haus zusätzlich mit kulturellem Leben. Der kleine Saal ist bisweilen bei dieser Reise in die Vergangenheit und Gegenwart bis auf den letzten Platz gefüllt. Und wann hat man schon mal die Gelegenheit, Persönlichkeiten des Öffentlichen Lebens so hautnah erleben zu können. Die Idee ist somit auf fruchtbaren Boden gefallen. Zu Gast am letzten Donnerstagabend war die Tänzerin, Sängerin und Moderatorin Dagmar Frederic. Wer kennt sie nicht? Alles begann Mitte der 60ziger, nach erfolgreicher Apothekerlehre und Theaterluft schnuppernd, war sie beim Studium an der Hochschule „Hans Eisler“ in Berlin. Bei einem zufälligen Casting wurde sie von Heinz Quermann entdeckt, um wenige Zeit später schon im Friedrichstadtpalast engagiert zu werden. Ab den Siebzigern gab es kein Halten mehr. Als Moderatorin war sie alsbald nicht mehr wegzudenken aus der Rundfunklandschaft der DDR. Viele alte Erinnerungen kamen somit an diesem Abend zur Sprache. Auch gesanglich hatte sie für diesen Abend aus ihrem reichhaltigen Repertoire etwas mitgebracht und die Gäste in ihren Bann gezogen. Es war schon interessant, der Entertainerin im Gespräch mit Gerlinde Stobrawa zu lauschen. Die vielen Erinnerungen waren bewegend, man erinnerte sich an das eine oder andere zurück und dachte an die Sicht auf diese Zeit. Nach der Wende ging es dann noch mal so richtig ab, der Start war gemeistert und bei vielen Fernsehproduktionen war sie mit von der Partie, beispielsweise bei den „ARD Sommer-Melodien“ oder „Wünsch Dir was“. Dagmar Frederic war sehr offen, mit Witz und Humor sie erzählte zum Beispiel, dass der ehemalige Ministerpräsident Matthias Platzeck bei einer Gala einmal meinte, sie wäre die „Valente des Ostens“, so sehr war er von ihr beeindruckt. Natürlich kann sie dem Business noch nicht „Adieu“ sagen und ist nach wie in vielen Bereichen aktiv. Sie hält ihre Stimme noch immer auf Hochtouren. Wie gut das funktioniert hat sie mit ihrer neuen CD „Es ist noch lange nicht vorbei“ eindrucksvoll bewiesen.

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