Die 17. Fürstenwalder Jazztage sind nun wieder Geschichte. Auch in diesem Jahr haben die Veranstalter vom Fürstenwalder Kulturverein e.V. mit seinem Jazzclub ein hochkarätiges und sehr abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

    Vom Start weg am 27.10. zum Jazz Band Ball waren die Besucher der Konzerte begeistert und entließen die Künstler erst nach einigen Zugaben. Joe’s Bigband feierte sein 25. Bühnenjubiläum, zu dem unser Bürgermeister die passenden Worte fand, bevor er mit seiner Partnerin dann den Tanz mit einem Walzer eröffnete.

    Ten Swinging Strings überzeugten genauso wie die Crazy Hambones, die mit fettem ehrlichem Blues das Publikum zu Beifallstürmen animierte. Als dann im Filmtheater Union am 09.11. die Kölner Jazzrock Band Jin Jim die Bühne betraten war es gefühlt ein wenig leer im Kino, was wohl im besonderen Datum begründet lag. Nachdem der Veranstalter in einem kurzen Gedenken an den 09.11.1938 aus dem Buch „Der Apfelbaum“ des Schauspielers Christian Berkel und aus der aktuellen Gedenkrede unseres Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zitierte, erlebten die ca. 70 Besucher ein musikalisches Feuerwerk das seines Gleichen sucht. Drei Rheinländer an Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug und ein Peruaner an den Flöten überzeugten mit fast ausschließlich selbst geschriebenen Materials. Das Versprechen, des Veranstalters, dass die Jazztage noch nie so rockig waren ging voll auf. Nach dem Konzert hörte man von den Besuchern sehr oft sagen: „Einfach geil!“.

    Der Samstag bot den ca. 120 Gästen des Konzertes in der Kulturfabrik einen Abend des freien Spiels, so wie der Jazz in seiner schönsten Art, nämlich mit viel Spontanität, hoher Musikalität und Virtuosität nur sein kann. Das Julia Hülsmann Trio hatte sich den Saxophonisten Peter Weniger eingeladen, um gemeinsam der Improvisation den maximal möglichen Rahmen zu geben. Dies gelang auf beeindruckender Weise. Das Publikum erlag schnell dem ungestümen Scharm des Solisten Weniger, dessen Name hier nicht Programm war. Mit seinen Saxophonen schien er förmlich abheben zu wollen, tanzend, spielend, beseelt. Das Trio bereitete ihm ein ums andere Mal das Fundament für seine Höhenflüge. Julia Hülsmann wusste am Flügel das lyrische Element zu setzen und die ruhigen Momente auszuloten. Die vier Musiker wurden dann erst nach der dritten Zugabe entlassen.

    Im Fürstenwalder Hof gab es am Sonntag, schon um 17.00 Uhr das große Abschlusskonzert mit Robyn Bennett und ihrer Band Bang Bang. Die Musical -Erprobte Sängerin erwies sich für den Abend als Glücksgriff. Sie, die amerikanische Wahlpariserin, verheiratet mit dem Posaunisten der Band, wusste nicht nur mit großartiger Stimme zu überzeugen. Ihre Bühnenpräsenz schlug sicher nicht nur die männlichen Besucher in ihren Bann. Die Art wie sie sich bewegte und mit ihrer Band interagierte war eine Lust zum Schauen und Hören.

    Fast alle Stücke des Abends stammten zudem aus ihrer und der Feder ihres Mannes Ben van Hille. Das zahlreiche Publikum war sich einig und im Gehen schwärmten viele von diesem gelungenen Abschluss der Fürstenwalder Jazztage. Ein guter Grund, um im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Peter Apitz resümierte einen guten Festivaljahrgang, prickeln auf der Zunge und süffig im Abgang!

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