Am letzten Samstag wurde es speziell in der Parkbühne in Fürstenwalde. Ein Naturerlebnis der besonderen Art kündigte sich an. Seit mehreren Wochen wurde auf allen gängigen Plattformen für diesen Urlaubs-Dokumentar-Film geworben. Viele Interessierte, Freunde und Familien waren gekommen um zu erfahren, was es denn damit auf sich hatte.

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Begrüßt wurden die Gäste durch René, den Regisseur des Films. Er hatte diese Reisen gemeinsam mit seiner Freundin Nicole unternommen. Angetrieben durch ihre gemeinsame Leidenschaft, dem Wandern in fernen Ländern, kam die Idee, die persönlichen Grenzen noch weiter auszuloten und indigene Völker zu besuchen, mit ihnen zu leben, sie kennenzulernen, ihr Leben zu verstehen. Das ist eine seltsame Welt, in die man da eintaucht. Kein Urlaubsfilm, den man sich in der Erwartung Bilder des Glücks zu sehen, anschaut. Das ist ein Tatsachenbericht, der zum Urlaub avancierte. Er zeigt, dass es Menschen gibt, für die es nicht wichtig ist, nach den Regeln der sogenannten Außenwelt zu leben. Man konnte ganz deutlich erkennen und mitverfolgen, dass es den beiden Akteuren, René und Nicole, nicht nur darum ging, die Natur West Papuas zu erkunden, sondern auch darum, zu zeigen, dass diese Welt Probleme hat – nicht nur aktuell die Europäer, sondern auch die Menschen und die Natur in West Papua. Die Entwicklung schreitet dort mit großen Schritten immer weiter voran. Die Ausbeutung der Bodenschätze macht keinen Unterschied zwischen dem Regenwald und anderen Gebieten auf der Welt. Nur hier hat das noch mehr Konsequenzen, denn hier leben die Völker in einfachsten Verhältnissen. Diese indigenen Völker, also die „Eingeborenen“ West Papuas, die Korowai und Dani, sind umzingelt von der Zivilisation, wie wir sie kennen. Sie leben in ihrer eigenen Zeitrechnung, die aus unserer Sicht wie die Steinzeit anmutet. Sie leben ihr Leben mit ihrer Vorstellung von der Welt, mit ihren Ahnen und Geistern, ohne angetastet und beeinflusst zu werden von anderen, die teilweise auch versucht haben, diese Naturvölker zu domestizieren und glücklicherweise kläglich versagten. In dieser Welt spielen Macht, Geld und Statussymbole keine Rolle. In ihrer Vorstellung leben die Korowai und Dani mit ihren Geistern und Mythen auf der Suche nach der einfachsten Nahrung. Sie bauen ihre Hütten aus dem Material, das der Dschungel ihnen bietet. Die Bearbeitung erfolgt mit Steinäxten, also einfachsten Mitteln wie in der Urzeit. Der Film erzählt vom Leben der beiden Völker, was sie erjagen, was sie sammeln, wie der Zusammenhalt in den Großfamilien ist, eben wer mit wem und warum. Eine äußerst spannende Geschichte, die einen aufhorchen lässt und zum Nachdenken anregt. Die beiden haben diese Reise schon zweimal machen können, in einem Zeitraum von vier Jahren. Der Film schildert auf atemberaubende Art und Weise ein anderes Leben, neben der Zivilisation, wie wir sie kennen.

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