Jubiläumskonzert am 7. April wird Schlusspunkt 

Nach seiner „Babypause“ wollte Sänger Jan Preuß 2007 endlich wieder Musik machen. Der Entschluss stand fest, aber es sollte anders sein, als das, was er vorher gemacht hat. Das war harte Rockmusik mit den Bands „Bitter Lemon Honey Fruits“, „PREUß“ und „Fahrenheit 212“. Nun sollte die Musik deutlich ruhiger, dafür aber intensiver werden. Norbert Köntopp spendierte einen Proberaum und Jan Preuß begab sich auf die Suche nach gleichgesinnten Musikern. Erster Gitarrist im Proberaum: Frank Stenzel, bekannt als Long John Günther. Er schwamm gerade auf der Swingwelle, musste aber schon bald aufhören, da er an einem sehr zeitintensiven Projekt innerhalb seines Studiums teilnehmen durfte. „Ich habe mir Zeit gelassen, die richtigen Leute für meine neue Band zu finden“, so Jan Preuß, „es musste alles passen – musikalisch und menschlich“. Zu ersten Auftritten kam es dann mit Andy Forberger am Akkordeon und Andreas Hirt (ehem. „STIRN“). Doch die Suche ging weiter. Und so war es anfangs oft nicht klar, wer denn nun wirklich alles auf der Bühne stehen wird. So entstand auch der Bandname „Die Geheime Gesellschaft“. Als Andy die Band verließ, kam Steffen Rose (Piano, Akkordeon, Bratsche und Tontechnik) in die Band. Er bildete fortan das solide Fundament der Band und blieb bis zum Schluss und darüber hinaus. Bei so manchen Auftritten spielte Steffen Rose dann auch die Bratsche zum Lied „Traumtänze“r, das gefiel dem Publikum und auch der Band so gut, dass man das gern öfter hätte. So fand man dann Anja Hawlitzki in der Musikschule Fürstenwalde. Sie ist seit dieser Zeit festes Mitglied der „Geheimen Gesellschaft“ und gibt mit ihrer Spielweise dem Klang dieser Band eine ganz persönliche Note. „Eines Tages trafen wir bei einem Konzert im Phillipinenhof in Müncheberg den Drummer von Ton Steine Scherben – Funky K. Götzner. Er war zu Gast bei unserem Konzert und sprach mich hinterher an“, so Jan Preuß, „er sagte, dass ihm unsere Songs und auch die Art, wie wir sie spielen, gut gefallen haben und das er sich vorstellen könne, bei uns mitzuspielen. Das war wie ein Schock für mich, der ich ja selbst seit vielen Jahren die Musik der Scherben sehr verehre und sie wohl auch der Grund für mich waren, überhaupt damit anzufangen selbst Musik zu machen.“ Kurze Zeit später kam Funky nach Fürstenwalde in den Proberaum und ist ebenfalls seitdem zum festen Bestandteil der Band geworden. Die Gitarristen wechselten jedoch bis zum Schluss und jeder gab der Band etwas Besonderes. Mit Hugo Dietrich, Wegbegleiter, Gitarrist und Freund des Liedermachers Gerhard Gundermann, wurde dann die CD „Wie ein Fluss…“ aufgenommen. Doch auch er musste uns schließlich aus gesundheitlichen Gründen verlassen. Zum Schluss kam dann Steffen Erdmann, ein echtes Allroundtalent an der Gitarre. So gab es in all den Jahren viele bewegende Momente, viele Begegnungen mit Menschen vor und auf den Bühnen. Ganze 13 Mal waren sie im „Theater am See“ zu Gast, um sich mit zahlreichen musikalischen Gästen bei ihrer „Nacht der Lieder“ die Bühne zu teilen. Ihr Programm bestand aus eigenen Liedern, meist getextet von Jan Preuß, komponiert unter anderem von Patrik Lyhs (Fahrenheit212) und Akim Jensch (Liedermacher aus Osnabrück), aber auch immer wieder aus Songs von Rio Reiser/Ton Steine Scherben und deutschen Versionen vieler Leonhard Cohen Lieder. Übersetzt wurden diese vom Berliner Schriftsteller und Texter Misha G. Schoeneberg. Anlässlich des 80. Geburtstags des großen Poeten gab es in der Berliner Passionskirche ein Konzert mit vielen Künstlern, wie Nina Hagen, Johannes Örding, Silly u.v.a., an dem auch ein Teil der Geheimen Gesellschaft teilnahm. Nun wird sich die Band am 7. April nach 10 Jahren verabschieden. Sänger Jan Preuß will und muss etwas kürzer treten. Aber auch die anderen Musiker haben neue Pläne. So ist Funky K. Götzner mit einer Scherben-unplugged-Band sehr erfolgreich unterwegs, Steffen Erdmann wird u.a. mit den „Murmeltears“ zu erleben sein, Anja Hawlitzki ist beruflich sehr eingebunden, spielt auch weiterhin bei ihrem Projekt „Boon Fellows“ und Jan Preuß wird gelegentlich mit Steffen Rose als „Solo Für Zwei“ auftreten. „Eigentlich wollte ich ganz mit dem Musizieren aufhören“, so Jan Preuß, „inzwischen finde ich diesen Schritt jedoch zu radikal. Es fühlt sich noch nicht richtig an. Daher freue ich mich auf das was kommt und genieße es dann noch mehr.“

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