Fürstenwalder Kulturverein stellt Jahresprogramm vor

Mit einem ausgeglichenen Kontostand und vielen neuen Plänen geht der Fürstenwalder Kulturverein (fwkv) ins Jahr 2017. Es ist immerhin schon das 26. Jahr seit seiner Gründung. So soll die Renovierung des Anwohnerzentrums Kiez-KOM in der Wladimir-Wolkow-Straße angegangen werden. Peter Apitz, Vereinsvorsitzender, sagt dazu: „Es muss dringend gemalert werden, aber die Handwerkerpreise sind zurzeit astronomisch.“ Eine kostensparende pragmatische Variante sei aber bereits mit der Wohnungswirtschaft GmbH besprochen worden. Für Freitag, den 16. Juni, ist das jährliche Straßenfest für die Anwohner geplant. Es richtet sich vor allem an die Bewohner des Quartiers rund um den Kiez-KOM. Glücklich ist der fwkv, dass mit Fördermitteln des Landkreises hier eine halbe hauptamtliche Stelle angeboten werden kann, ist doch sonst die meiste Arbeit auf ehrenamtlicher Basis.

Eine weitere, sehr öffentlichkeitswirksame Initiative unter den Fittichen des fwkv ist seit 2008 der Jazzclub. So wird zum mittlerweile 38. Konzert am Samstag, den 6. Mai, die Gruppe Dizzy Birds im Parkclub in Fürstenwalde gastieren. Die sechs jungen Musiker aus fünf Ländern spielen eine sehr authentische Form des New Orleans Jazz. Sie waren vor zwei Jahren bereits Gast bei den Fürstenwalder Jazztagen und brachten das Filmtheater Union „zum Kochen“! Die Fürstenwalder Jazztage vom 28. Oktober bis 12. November, die in unterschiedlichen Spielstätten der Stadt seit 16 Jahren Fans aus der Region und bis aus Cottbus, Frankfurt (Oder), Schwedt und Berlin anlockt, werden für 2017 wieder ein paar musikalische Leckerbissen bereithalten. Höhepunkt wird, so Apitz, der Auftritt der in der Jazz-Szene sehr bekannten Nils Landgren Funk Unit aus Schweden sein, die den diesjährigen Sonntagnachmittag (12. November, 17 Uhr) bestreitet. Der Vorverkauf soll im April beginnen. Dass die Musiker letztlich angemessen bezahlt werden können, ist jedes Jahr ein scharf kalkuliertes Risiko. Apitz: „Die Besucherzahlen müssen stimmen, sonst gerät der Verein in Schieflage. Bisher haben wir es mit hochklassigen Künstlern immer geschafft zu bestehen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass es uns auch 2017 wieder gelingt.“ Der Landkreis Oder-Spree, die Stadt Fürstenwalde und viele Spender ermöglichen neben den Eintrittsgeldern, dass das Festival weiterhin jeden Herbst stattfinden kann.

Bei der im März stattgefundenen Mitgliederversammlung blickte Vorsitzender Peter Apitz auf das vergangene sehr erfolgreiche Jahr 2016 zurück. Der fwkv steht allen Kulturschaffenden und Initiativen der Stadt offen, auch kulturbegeisterte Einzelpersonen können für einen geringen Jahresbeitrag ihre Ideen und Talente einbringen. „Die Zuschüsse der Stadt verwandeln sich Dank viel Ehrenamt in einen deutlichen Mehrwert für die Attraktivität der Stadt“, betont Apitz. Die Freunde und Förderer der Galerie im Alten Rathaus stehen dem Galeristen-Ehepaar Menzel bei der Umsetzung anspruchsvoller Ausstellungen zur Seite. Aktuell beschäftigen sie sich auch mit einem bevorstehenden Betreiberwechsel und geben Anregungen für den politischen Raum, um die hohe Qualität der letzten Jahre halten zu können. Perspektiven ergeben sich für die das Projekt „Jagdschloss“, das auch durch den großen persönlichen Einsatz von Friedrich Stachat (Ehrenvorsitzender des Kulturvereins und Bildhauer) unterstützt wurde. Vielversprechende Gespräche für eine Nutzung durch eine Gastronomie- und Tourismus Akademie geben Anlass zur Hoffnung, dass auch dieser historische Bau aus dem Dornröschenschlaf erwacht. 

Ein weiteres Vorhaben von Friedrich Stachat und seiner Frau Susanne ist die Förderung einer historischen Aufarbeitung über die Flüchtlinge und Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg über Frankfurt (Oder) in die Stadt Fürstenwalde strömten. Nach ersten Recherchen müssen es Hunderttausende gewesen sein. Über deren Schicksal war zu DDR-Zeiten und auch später nicht gesprochen worden.

Infos zum Verein: www.fwkv.de.

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