Leidenschaft für das Neue

Afrika, Naturschutz und Kunst

Das Scharwenka Kulturforum in Bad Saarow kann man getrost zu den führenden Kulturtempeln der Region zählen. Der Freundeskreis rund um das Kulturforum wächst stetig und wir können uns wirklich glücklich schätzen, so ein Kleinod hier in unserer Nähe zu haben. Immerhin muss man bedenken, dass es während der Pandemie für viele schwer war, im kulturellen Bereich zu überleben und da ist es gut und wichtig, wenn man auf so viele engagierte Ehrenamtliche zurückgreifen kann. In den Wochen und Monaten war man nicht untätig geblieben – ganz im Gegenteil! Neue Projekte, neue Inhalte, neue Veranstaltungskonzepte, das Wieder-Erfinden stand und steht genauso im Mittelpunkt wie an das Anknüpfen an beliebte Traditionen.

Zu den erfolgreichen Traditionen gehören die Gespräche der Reihe „Hör mal zu“ mit Gerlinde Stobrawa, die es immer wieder versteht, Menschen aus der Region dafür zu begeistern, hier vor interessierten Gästen über das Erlebte und das Kommende zu erzählen. Nicht, dass die Reihe schon jemals Open Air stattgefunden hätte, aber bei den Temperaturen, denen man derzeit ausgesetzt ist, wäre es am Abend bestimmt lohnenswert gewesen. Doch der feine Sprühregen machte es auch nicht viel erstrebenswerter, diesen Gedanken weiter zu spinnen. Der überschaubare Saal mit dem dazu gehörigen Hygienekonzept in gemütlicher Atmosphäre und bei einem guten Glas Wein, ließ das Wetter vergessen.

Zu Gast war Thomas Hölzel, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der Artprojekt-Gruppe. Mit Klaviermusik, begleitet von Friedemann Mewes, der dem Abend eine weitere besondere Note verlieh, begann der Dialog. Nicht, dass Thomas Hölzel irgendwie aufgeregt gewesen wäre – ganz im Gegenteil: Ruhig und gefasst und immer mit einem kleinen Schmunzeln im Gesicht erzählte er von seinem bisherigen Leben: Geboren und aufgewachsen ist er in München. An die Schulzeit wollte er nicht so gern erinnert werden. „Sie war halt schwer“, erzählte er mit einem Lächeln. Das kennen wir nur zu gut. Seine Familie mit Wurzeln in Brandenburg und Sachsen prägte ihn schon frühzeitig. Die weit verzweigte Familie war mit Heinz Sielmann gut befreundet. Sielmann, könnte man so sagen, habe ihn inspiriert mit seinen Geschichten, die er in der Welt mit Flora & Fauna erlebte.

Von Abenteuern zu hören und sich mit Fantasie in das Erzählte hineinzuversetzen, habe ihn zu dem Entschluss gebracht, mit seinen damals 8 Lenzen: „Ich werde Zoodirektor!“ Auch wenn er es nicht geworden ist, in die Ferne zu gehen und dabei das Abenteuer suchen, das war und ist für ihn bis heute eine Erfüllung des Lebens. Eigentlich sollte er in die Fußstapfen des Vaters treten und Mediziner werden, wie auch sein Bruder und die Mutter, wobei sie es im Weiteren dann doch mit Gespür und Zielstrebigkeit mit der Selbständigkeit im Einzelhandel erfolgreich war.

Thomas Hölzel wollte immer seine eigenen Erfahrungen machen und jobbte – schon wegen der Erfolgsaussichten, damit sein Taschengeld aufzufüllen – in den Ferien genauso wie während des Studiums und auch, um den Eltern nicht auf der Tasche zu liegen. Schon in den frühen Jahren eröffnete sich zwei Möglichkeiten für das bevorstehende Berufsleben: Sein Vater war angestellt bei einem großen Klinikverbund und stand hier in großer Verantwortung. Seine Mutter, die den selbstständigen Part darstellte, ging mit dem Leben zuweilen ganz anders um und gelangte mit völlig anderen Möglichkeiten effizienter ans Ziel, so war sein Eindruck. Das war der Startschuss für alles andere. Die Leidenschaft zur Ferne war ja schon gesät, und mit einer Studentenorganisation, in der er sich engagierte und die spezialisiert war auf den Studentenaustausch mit Studierenden aus aller Herren Länder, war auch die Abenteuerlust geweckt. Beworben hatte er sich für ein Stipendium im englischsprachigen Ausland. Ziel war Amerika, da wollten alle hin. Aber es kam ganz anders. Thomas Hölzel bekam Ghana angeboten. „Das ist ja auch englischsprachiges Ausland“, schmunzelte er und war etwas verdutzt, so erzählte er. Aber die Chance auf ein Lebensabenteuer, wie es wahrscheinlich kein zweites in den jungen Jahren gegeben haben dürfte, eröffnete sich.

Die Eltern waren so „pro & contra“, aber sie statteten ihn aus, als wenn es zu einer Safari ginge. Auf Anraten des Vaters gab es noch eine Woche Ägypten, um den Erlebnishorizont zu erweitern. Auch das war ein erfolgreiches Kennenlernen der arabischen Welt. Die Faszination für Afrika und die ersten Schritte in Ghana haben ihn seither nicht mehr losgelassen. Der junge Diplom-Kaufmann war beeindruckt vom Land und den Menschen. Stundenlang, so schilderte er, war er in Gespräche mit den Menschen verwickelt, lernte dabei die Mentalität und Lebensauffassungen kennen, so ganz uneuropäisch und ganz anderes, als er es von zu Hause her kannte. Zurückgekehrt stürzte er sich in Unternehmungen, wie z.B. als Mitbegründer eines privaten Radiosenders, der den öffentlich-rechtlichen Sendern mit marktstrategischen Konzepten den Rang streitig machte. „Das war auch eine wilde Zeit“, erinnerte er sich. 1984 wurden dann die Privat-Sender zugelassen. Nach vier Jahren und dem immer kommerzieller werdenden Geschäft, zog er sich zurück.

Danach fand Thomas Hölzel seine Erfüllung darin, Unternehmen zu beraten in der richtigen Strategieführung, und schon kurze Zeit später gründete der kreative Kopf die Artprojekt-Gruppe und ist heute Gesellschafter der Holding und Geschäftsführer der Dachgesellschaft Artprojekt Entwicklungen GmbH. Mitte 2000 ist er dann nach Bad Saarow gekommen und wollte hier eigentlich nur wohnen, in der Anonymität, so wie er es sagte: „Hier habe ich meine Ruhe!“ in dem Zusammenhang hatte er eine Villa erworben, die er aufwendig sanierte. Mit der Zeit wussten viele um sein Tun und schlugen ihm vor, doch hier das Ortszentrum zu bauen. Doch zuerst wollte er nicht, es war nicht sein Ziel, hier etwas zu entwickeln. Es habe dann noch einmal fast drei Jahre gedauert, bis der Entschluss stand – mit Ortsbegehung und Entwicklungsplan als Investor. Hölzel gestand, etwas Bauchschmerzen gehabt zu haben, wegen des Verkaufs der Wohnungen und dem Teil, den er halten wollte.

Die Vermietung der Geschäfte mit hochwertigem Equipment und einer gesunden Durchmischung von Läden funktioniere zum Teil, nicht alles konnte bisher vermietet werden, einiges bespiele man nun selbst, um dem Leerstand entgegenzuwirken. „Wir hatten schon mit dem Erwerb des Cecilienpark-Restaurants, heute das ‚Freilich‘, die Idee, dort einen Betreiber für das gastronomische Know-how zu finden, was leider nicht der Fall war. Und wie immer gibt es Bedenkenträger, aber wenn man sich strategisch gut aufstellt, dann kann so eine Unternehmung funktionieren. So auch in den Kurpark Kolonaden und nun sind wir eben halt auch Gastronomen. Bisher haben wir fünf Restaurants und beschäftigen 90 Mitarbeiter in der Gastronomie Brandenburg-weit.“

Gerlinde Stobrawa erinnerte sich an den Ort der heutigen Kurpark Kolonaden, als man Konzepte zur Bebauung des Areals bekam und diese durch die Bank weg ablehnen musste, weil es doch etwas der Mitte Entsprechendes sein sollte. Bad Saarow ist geprägt von schönen Häusern und dem Scharmützelsee, der zu den schönsten Seen gehört, dem Naherholungsaspekt und vielem mehr, was es für jeden Bewohner und Gast ausmacht.
Erst als Thomas Hölzel mit einem schlüssigen Konzept der Artprojekt für die repräsentative Mitte von Bad Saarow aufwartete, war man der Entscheidung ganz nahegekommen und es konnte losgehen. Und für sein Kunstverständnis bedankte sie sich, weil auch er dem Scharwenka Kulturforum als Begleiter und Unterstützer wohlbekannt ist. Um auf das Restaurant Freilich im Cecilienpark zurückzukommen: Es wurde ein Festsaal mit gebaut, der sich großer Beliebtheit erfreut, besonders für Hochzeiten. In dem Zuge kommen dazu noch eine Festwiese und ein schön gestalteter Rosengarten dazu, der den Hochzeitsfeiern eine persönliche feierliche Note verleihen wird.

Mit dem Erwerb der Fischerei Köllnitz wird es in den Kurpark Kolonaden zukünftig auch eine Fischboutique geben. Das Hotel und Restaurant Fischerei Köllnitz wird umfangreich saniert und sein zauberhaftes Flair erhalten. Es soll noch einen strategischen Hotelanbau mit mehr Zimmern geben, dazu werden Terrasse, Wintergarten & Tagungsräume um- und ausgebaut. Weiter soll ein Erlebnispark rund um das Areal entstehen, dazu kommt noch das Betreiben von örtlichen landwirtschaftlichen Flächen, auf denen Gemüse & Kräuter im Einklang mit der Natur gepflanzt und geerntet werden sollen. Ziel ist es, weitere Fischereien, die mit der Nachfolge Probleme haben, zu kaufen, um dann alle zu vernetzten. Daraus soll zukünftig ein wirtschaftliches und kulturelles Netzwerk entstehen. Eine Manufaktur soll ebenfalls an der Fischerei Köllnitz entstehen, wo der Fisch zu kulinarischen Suppen und anderen vielfältigen Verarbeitungen entstehen soll. Ein Netzwerk, welches den bereits bestehenden Unternehmungen zugutekommt – und das alles natürlich regional.

Dem NABU schon lange verbunden, möchte man einen Vogelbeobachtungspark hoch in den Bäumen, aber auch in Bodennähe bauen. Hölzel unterstützt bereits ein ähnliches Projekt in Afrika, in Ruanda. Beide werden vernetzt, so dass man sehen kann, wie es den Vögeln geht und dabei die unterschiedlichsten Arten noch besser kennenlernt. Die Berufserfahrung zeichnet ihn aus und die Eigenschaft, einen geschärften Blick zu haben, um aus einer Idee etwas Handfestes zu machen, mit einer nahezu perfektionistischen Projektentwicklung, das gelingt nur ganz wenigen.

Die Baugenehmigung für die Marina Apartments anstelle des „Neptuns“ war Ende März dieses Jahres erteilt worden. Somit kann der Bau der 54 Apartments inklusive großem Privatpark, Spa und direktem Seezugang im Naherholungsgebiet des Seenlandes Oder-Spree in Brandenburg beginnen. Mit einem Investitionsvolumen von rund € 45 Mio. Euro für die Marina Apartments und rund € 200 Mio. Euro für das gesamte Marina Resort, welches aus einem zweiten Apartment-Komplex, einem 5-Sterne-Hotel, einer Marina und dem Strandbad besteht, zählt das Projekt zu den zukunftsweisenden Großinvestitionen des Landkreises, in dem auch Tesla eine Großbaustelle betreibt. Rund 50% der Wohnungen sind bereits platziert, die Fertigstellung ist für Anfang 2024 geplant.

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