KulturSchlagLicht – Kulturfestspiele in Schlössern und Gärten  

    Schon beim Hineinfahren nach Steinhöfel ahnt man: Das hier ist neu. Die Dorfkirche hat in den 600 Jahren Geschichte vieles erlebt, aber wahrscheinlich keine wechselnden Lichtspiele an ihrer Fassade.

    Historisches Ensemble als Podium – ein Wandelkonzert in verschiedenen Stationen

    Die im Original erhaltene Schloss-Bibliothek aus dem 18. Jahrhundert lud zu einem Liedprogramm durch die Jahrhunderte. Wie man durch die charmante Moderation der Festival-Leiterin Anna Barbara Kastelewicz erfahren durfte: Die Variabilität der beiden Künstler auf unterschiedlichen Instrumenten folgt einer barocken Tradition (Johanna Krumin, Sopran/Klavier und Andreas Wenske Oboe/Klavier). Von Franz Schubert über Debussy bis zu 4-händig improvisierten Rockballaden genoss das Publikum Highlights der Musikgeschichte.

    Um das Ensemble Steinhöfel und seine Baugeschichte ging es auch in der kurzweiligen szenischen Lesung beim Alten Amtshaus mit Raphael Dwinger und Runa Pernoda Schäfer, die u.a. als Mitglieder des Berliner Ensembles und mit internationaler Dreherfahrung einen fantastisch lebhaften Dialog lieferten. Der illuminierte Garten mit Lichtteppichen auf Wacholder und hohen Bäumen nutze die frühe Dunkelheit.

    Son et lumière  

    Sonst bekannt aus Konzerthallen mit riesigen Orgeln, unterstrich Organist Matthias Eisenberg seine höchste Meisterschaft durch das, was er aus dem kleinen Instrument an unfassbaren Klängen mit Virtuosität herausholte. Die Improvisationen auf Publikumswunsch boten die fantastische Gelegenheit, ihn hautnah zu erleben – zumal die akustischen Improvisationen durch spektakuläre Illuminationen des Lichtkünstlers und Regisseurs Uwe Lockner kongenial unterstrichen wurden. Höhepunkt jedoch war das abschließende Trio-Konzert in der Kirche (Sopran, Oboe, Orgel). Unmerklich gestaltete sich der Übergang von Soundinstallation (Nachwuchskünstler Leon Schmidt) in den sphärischen à cappella Gesang Johanna Krumins. Der ganze Raum wurde in Szene gesetzt, auf den Spuren von gregorianischer Monodie bis zur Bitonalität Mikis Theodorakis’, arrangiert durch Andreas Wenske.

    „Sonst müssen wir zu Eisenbergs Auftritten immer anreisen, jetzt spielt er bei uns im Ort. Das ist unglaublich!“, so ein Ehepaar aus Steinhöfel.

    Tradition in modernes Erlebnis verwandelt

    So reiste das Ensemble aus Licht, Klang, Architektur, Sprache und bildender Kunst durch die Geschichte: Brandenburgs Schätze brauchen mehr kulturelle Erlebnisse dieser Art! 

    Teile diesen Beitrag
    Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.
    Copy Protected by Chetan's WP-Copyprotect.
    X