Kabarett mit spitzer Zunge

Diesen unsäglichen epidemischen Auswirkungen versuchten auch die Kulturtempel der Region mit ihren Hygienekonzepten entgegenzuwirken – mit Erfolg. In dem Zuge kam auch in der Kulturfabrik in Fürstenwalde ein ausgeklügeltes Konzept zum Tragen, das, ganz im Sinne der Gäste, eine neue Art des Kulturgenusses präsentierte. Die beliebten Konzerte, Kabaretts und Lesungen, um nur einiges zu nennen, fanden Gefallen in Doppel-Aufführungen am gleichen Abend. So auch am Freitagabend mit einem Gastspiel der Oderhähne mit ihrem Programm „Jetzt schlägt‘s 30“ – „Ja, was wollten wir überhaupt, als wir die friedliche Revolution anzettelten? Bananen? Ja, aber die hängen uns inzwischen zum Halse raus. Meinungsfreiheit? Also, alles sagen dürfen, was man denkt und alles denken dürfen, was man sagt. Und was haben wir jetzt? Die totale Fressefreiheit auf Facebook, Twitter & Co, womit wir jeden, der uns nicht passt, zur Sau machen können. Reisefreiheit? Ja, wir können die ganze Welt umfliegen oder umschiffen. Dazu braucht man allerdings etwas mehr als die Mindestrente. Und neuerdings kriegt man dafür noch Stunk mit kindischen Klimaschützern. Viele von uns wollten damals eine bessere DDR. Und was bekamen wir? Eine schlechtere BRD! Fazit der Ewiggestrigen: Es war nicht alles gut, aber vieles war besser! Fazit der ewigen Meckerer: Es ist nicht alles schlecht, aber vieles ist beschissen!“

Ein schönes Programm, was vieles beleuchtete und mit spitzer Zunge im kabarettistischen Stil aussprach, was viele denken. Diese Symbiose hatte zur Folge, dass die Gäste es sehr wohl verstanden und begeistert bis zur letzten Minute den Abend satirisch genossen.

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