Alle vier Advents – ja, wie lautet eigentlich der Plural von „Advent“? – haben wir hinter uns gebracht. Ebenfalls den Heiligen Abend und seine nachfolgenden Herausforderungen, den ersten und den zweiten Feiertag. Sünde über Sünde! Damit meine ich diesmal nicht die unglaubliche Fresserei, der man während der Festtage frönt. Vielmehr haben wir es in den letzten Wochen des Jahres nicht gewagt, unseren PKW, Euro-4-Norm, Diesel, mehr als unbedingt nötig zu bewegen. Das waren wir uns und unserer Umwelt schuldig!

    Wissen Sie, was die fetten Adventskranzkerzen an Stickoxiden emittiert haben?! Sie wollen‘s nicht wissen, das hab ich mir gedacht! Es ist erheblich, glauben Sie es. Wir hätten nicht mehr Dreck gemacht, wären wir über die Feiertage nach Südtirol gedieselt. Und zurück. Aber seit mein Oller nicht mehr in der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen kann, darf ich auch wieder „lebendige“ Kerzen an unseren Christbaum stecken. Das schafft Schadstoffe! Mein Oller ist soweit herangewachsen, dass es beim besten Willen keine passende Uniform mehr im Depot unserer Freiwilligen Wasserspeier gibt. Nun hofft er darauf, dass berufsbedingt vielleicht doch mal ein paar Kumpels in unsere gute Stube einreiten. Da ist ihm jeder Anlass recht. Wenn Sie verstehen, was ich meine.

    Wer einen Weihnachtsbaum mit Talglichtern in der warmen Stube duldet, weiß, dass spätestens ab dem achtundzwanzigsten/neunundzwanzigsten Dezember das Risiko zunimmt, unvermittelt Besuch der heimischen Wehr zu bekommen. Darum macht man die Kerzen von da an nur noch zögerlich an und spart so ordentlich Feinstaub und Stickoxide. Das bringt aber gar nichts, denn nach wenigen Tagen der Abstinenz von Zeitvertreiben mit erhöhter Schadstoffemission folgt ja schon: SILVESTER! Unsere Bronchien wünschen, die Erde möge sie verschlingen und somit vor der Pein erhöhter Schadstoffkonzentration jeglicher Couleur in der Atemluft bewahren.

    Nun, sie müssen wieder mal warten, ein schwacher Trost nur die Gewissheit der Erfüllung ihres Wunsches irgendwann. Stattdessen plündern andere ihre Konten, als gäbe es kein Morgen, um das neue Jahr über Gebühr, unangemessen laut und vor allem mit ordentlich Pulverdampf zu begrüßen. Zugegeben, auch ich erliege jedes Jahr fast der Versuchung, mal so richtig – also, laut und bunt, und noch lauter als der Gegenüber und noch bunter – und dann sehe ich die Bilder im Fernsehen aus aller Welt, jedes Mal noch bunter und schöner und teurer. Und ich frag mich, ja geht’s denn noch? Müssen wir das mitmachen? Und ich nehme die soeben eingepackte Zweihundertfünfzig-Euro-Batterie wieder aus unserem Einkaufskorb und stelle sie auf den Stapel zurück.

    Meinem Ollen streiche ich über die Wange und flüstere ihm zu: „Wir gehen jetzt nach Hause, ich mach uns einen schönen Tee mit Weihnachtsgebäck, und du machst die Kerzen am Baum nochmal an. Und dann kuscheln wir und warten auf deine Kumpels von der Feuerwehr, ja?“

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