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Am Montag trafen sich die fünf Kandidaten für die Landratswahl am 27. November vorab im Ratssaal der Stadt Storkow, um sich und ihr Programm vorzustellen. Der Einladung des Mittelstandsverein Storkow e.V. und des Rotary Clubs Bad Saarow-Scharmützelsee folgten etwa 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger. Beide Veranstalter zeigten sich sehr überrascht, dass so viele Interessierte gekommen waren. Sie begrüßten es, dass alle fünf Kandidaten zu dieser „Stunde der Wahrheit“ erschienen sind und riefen die Gäste auf, mit vielen Fragen zur Diskussion aufzuwarten. Als Moderator konnte man Uwe Stemmler gewinnen, der professionell durch den Abend führte. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde beantworteten die Kandidaten Fragen aus dem Publikum. Besonders die Themen „Transparenz“ und „Bürgerfreundlichkeit“ wurden immer wieder angesprochen. Rolf Lindemann (SPD) konnte auf seine langjährige Erfahrung in der Kreisverwaltung verweisen, musste aber auch Kritik an der Arbeit der Behörde einstecken. Diese wies er jedoch zurück: „Ich kann nicht einfach in ein anderes Dezernat hineinregieren!“ Wie will man Transparenz herstellen als Landrat?, war eine der Fragen. Kai Hamacher (Die Piraten) ist beispielsweise der Auffassung, man müsse mehr Öffentlichkeit herstellen, um Transparenz zu schaffen. Bei ihm in der Fraktion würde das schon gelebt. Solange es Hinterzimmer-Politik gibt kann keine Transparenz geschaffen werden, so Hamacher. Beim Thema Kreisgebietsreform bezog Sascha Gehm (CDU) eine klare Position: „Es ist bekannt, dass ich diese Reform ablehne und die dagegen gerichtete Volksinitiative unterstütze.“ Im Anschluss an die Veranstaltung unterschrieben mehrere Bürger spontan die von ihm mitgebrachten Unterschriftenlisten. Dr. Eberhard Sradnick (Linke) vertrat hier eine entgegengesetzte Position: „Es trifft zu, dass Frankfurt (Oder) hoch verschuldet ist. Doch wir sind eine kommunale Familie, da greift man sich gegenseitig unter die Arme!“ Dass ausgerechnet das ebenfalls verschuldete Storkow der Oderstadt unter die Arme greifen soll, stieß beim Publikum jedoch auf wenig Verständnis. Für Kontroversen sorgte auch die Altanschließer-Problematik. CDU-Kandidat Sascha Gehm erläuterte, dass die Zweckverbände nun eine politische Entscheidung zu treffen haben, die der Landrat nur begleiten und rechtlich prüfen könne. Dabei müsse auch die Frage der Finanzierung in den Blick genommen werden. Er machte jedoch auch klar, dass er aus Transparenzgründen eine reine Gebührenerhebung einer Mischfinanzierung mit Beiträgen vorziehen würde. Kai Hamacher (Piraten) und Torsten Giesel (parteilos) forderten die Rückzahlung aller Beiträge, ohne jedoch zu erklären, wie sie dies als Landrat durchsetzen wollen. Rolf Lindemann bezweifelte zudem, dass eine Rückzahlung bei bestandskräftigen Bescheiden überhaupt rechtlich möglich sei: Der Zweckverbandsvorsteher müsse sich dann womöglich dem Vorwurf der Untreue stellen. Nach gut zwei Stunden war die Diskussionsrunde beendet und schon zwei Tag später fand die nächste in Beeskow statt.

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