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Am vergangenen Samstag lud DIE LINKE, vertreten durch Ex-Piratin Anke Domscheit-Berg sowie den Bundestags-Kandidaten Gregor Gysi, in der Frankfurter Konzerthalle zur Podiumsdiskussion ein. Thomas Nord, Schatzmeister der Partei, führte mit Fragen an seine Parteimitglieder durch die Veranstaltung. Das Event lockte so einige Frankfurter aus ihren Häusern, wobei das Durchschnittsalter deutlich bei 60 Jahren festzulegen war. Mit etwas Verspätung startete Domscheit-Berg die Diskussion mit einem kurzen Abriss ihrer politischen Vergangenheit, um ihren Ruf als „Partei-Hopperin“ zu widerlegen. Im Folgenden sprach sie auf die digitale Zukunft Deutschlands an, wobei sie auf die schwedische Lösung zur verbesserten Internetnutzung zurückgriff und ausführlich die Wichtigkeit der Weiterentwicklung in diesem Bereich erklärte. Weitere Themen für die sich Domscheit-Berg, die im Mai 2016 ankündigte, als parteilose Kandidatin bei der Bundestagswahl 2017 für DIE LINKE anzutreten, einsetzen will, seien unter anderem das bedingungslose Grundeinkommen und die Gleichstellung der Frauen in Politik und Wirtschaft. Gysi zeigte sich humorvoll und teils sarkastisch, versicherte auf Nachfrage Nords, seine Absichten erneut für den Bundestag zu kandidieren wären „absolut ernst gemeint“. Er brachte Themen, wie die Problematik der ungleichen Renten in Ost- und Westdeutschland, der immer noch nicht erreichten Frauenquote sowie der hohen Wahlergebnisse der AfD  in Mecklenburg Vorpommern, Brandenburg und Berlin zur Sprache. Außerdem kritisierte Gysi die Kinderunfreundlichkeit unseres Landes. Er begründete dies mit den ungleichen Bildungschancen der Kinder, die auch durch die landesabhängigen Schulsysteme verschuldet seien, sowie mit der Unsicherheit im Leben junger Menschen, die zum Beispiel durch unbefristete Arbeitsverträge keinerlei Absicherung für zukünftige Kinder hätten. Dies hätte zur Folge, dass immer weniger Kinder geboren werden, was Deutschland zur „Rentnergesellschaft“ mache. Am Ende seiner Ausführungen wies Gysi darauf hin, dass die Beziehungen zu Russland zu überdenken und zu festigen seien.  Obgleich Gysi, Domscheit-Berg und Nord nicht durchweg einer Meinung waren, konnte man einige Punkte zusammenfassen, die öfter und mit Nachdruck angesprochen wurden. So zeigten alle Anwesenden Interesse daran, Deutschlands Wählern die Angst vor Zuwanderern aus Krisengebieten zu nehmen und die Wahlergebnisse der AfD zu senken, vor allem aber die Jugend des Landes zurückzugewinnen und sie auf den Weg zur Internationalität und weg von der Idee eines Nationalstaates zu führen. Deutschland solle in die Zukunft investieren, Bildung, Medizin und neue Technologien fördern und dazu beitragen, die Europäische Union zu verbessern, nicht zu zerstören, so Gysi. Fazit: Die Politik Deutschlands braucht Jugend und Fortschritt, keine Wiederholung der Geschichte.

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