Nun ist es raus: ARD und ZDF werden voraussichtlich keine Direktübertragungen von den Olympischen Spielen bis 2024 vornehmen. Man konnte sich mit dem Rechte-Inhaber Discovery nicht auf eine Summe einigen, die vertretbar gewesen wäre, so in etwa die Begründung der Entscheidung. Discovery hat dem IOC für die TV-Rechte an den Spielen bis 2024 1,3 Milliarden Euro gezahlt. ARD und ZDF wiederum sollten 150 Millionen Euro für Übertragungs-Sublizenzen an Discovery zahlen. Das ist eine Menge Holz, möchte man meinen. Wenn man aber die Summen betrachtet, die die Sender z.B. der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die Übertragung von Fußballspielen hinblättern, kommt man doch ins Grübeln. Mehr als 4,6 Milliarden (!) Euro gibt man, gebührenfinanziert, im Zeitraum 2017/18 bis 2020/21 aus. Übrigens, eine Milliarde sind Tausend  Millionen, für diese Summe, die man den Fußballfreunden in 4 Jahren zubilligt, könnte man die nächsten 240 Jahre Olympische Spiele übertragen, vorausgesetzt die Übertragungsrechtepreise entwickeln sich gleichermaßen. Ich hab das nur mal rein vorsorglich ausgerechnet, weil wir Deutschen es ja angeblich nicht so mit Schreiben, Lesen und Rechnen haben. Also, liebe Freunde des Olympischen Gedankens, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir Olympia ausschließlich noch im Bezahlfernsehen gucken können. Mal sehen, ob sich der gemeine Gebührenzahler das gefallen lässt. Wahrscheinlich wird er das, denn der Wille zur Mitbestimmung scheint auf den Deutschen Sofasesseln dahinzusiechen. Gerade mal ein Drittel der Wahlberechtigten hielten es für nötig, sich an der Landratswahl im LOS zu beteiligen. Es kann nur ein schwacher Trost sein, dass das Wahlergebnis in etwa den allgemeinen Erwartungen entsprach. Zumindest segelt unser Landkreis demnächst nicht unter schwarzer Flagge im Top. War den Wählern also unter anderem nicht ganz so wichtig, wieder sein altes Fahrzeugkennzeichen führen zu können. Warum auch, LOS – Land OHNE Sorgen – ist doch ein Kürzel, das seines Gleichen sucht! Hoffen wir, dass bei der kommenden Stichwahl der Sieger auf die mindestens nötigen 15% Stimmen aller Wahlberechtigten kommt. Sonst entscheiden die Abgeordneten selbst über den Chef der Kreisverwaltung und ein Stückchen direkter Demokratie ist verendet. Wollen wir das wirklich? Also Leute, wer später meckern will, muss sich schon zuvor beteiligen. Und gesund ist ein Sonntagsspaziergang zum Wahllokal allemal.

error: Der Inhalt ist geschützt!
X