Was haben die USA und Deutschland gemeinsam, abgesehen von der rot-gelben Schnellimbisskette? Richtig, sie haben einen Präsidenten. Und worin unterscheiden sich die beiden? Der eine ist der mächtigste Mann der Welt, der andere hat nichts zu sagen. Außer Reden. Vermutlich ist das auch der Grund, weshalb sich die Wahlfrauen und -männer vorrangig aus deutscher Prominenz rekrutierten. Denn wenn jemand gewählt wird, dessen Einfluss auf Politik und Wirtschaft so gering ist, dann kann das nur jemand tun, dem es wurscht ist, wohin der Zug geht, weil es ihm so oder so prima geht. Dieses Theaterstück mit festgelegtem Ausgang war doch eine Posse! Wer den Rummel um die Inthronisierung Steinmeiers verfolgt hat, musste hart im Nehmen sein! Als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt, wurden Kommentatoren und Kommentatorinnen nicht müde, dem dussligen Bürger zu erklären, dass der Gabriel es nun aber der Kanzlerin und der ganzen CDU/CSU-Bagage so richtig gezeigt hätte. Dann auch noch einen Schulz frisch an die Spitze gebeamt und schwupp, rauf gehen die Prozentpunkte. Der neue Mann hat gleich richtig aufgetrump(f)t. Machen wir Europa wieder groß! Bloß gut, dass er „Europa“ und nicht „Deutschland“ gesagt hat. Oder was hat er gemeint? „Von Freunden lernen, heißt siegen lernen!“, erinnern sie sich noch? Bloß doof, dass man sich mit dem „Freund“ nicht mehr ganz so sicher sein kann. Mein Oller meint zwar: „Erna, du siehst das alles viel zu verbissen!“ Aber mir schwant nichts Gutes. Es gibt da so eine schöne – nein, unschöne Wiederholung der Dinge in den letzten Jahren. Nehmen wir zunächst Putin/Medwejew, oder haben Sie schon vergessen, wie schön die beiden Russlands Verfassung  zu Putins Vorteil verformt haben? Orban kam in Ungarn an die Macht, Erdogan begann, in der Türkei die Demokratie zu beuteln. Beide wurden mit großer Mehrheit und nicht minder großem Entsetzen gewählt. Polen entschied sich mit Kaczyński/Szydło, für „Recht und Gerechtigkeit“. Na ja. In England war die Erschütterung nach dem Brexit groß. Und dass ein Trump mal die USA als Präsident dominieren würde, hatte bis zuletzt niemand geglaubt. Dieses Jahr wählen Frankreich und Deutschland. Wieder steht zu befürchten, dass eine Vielzahl denen folgen wird, die die schönsten Versprechungen machen. Denen es am besten gelingt, Erfolge klein zu reden. Wenn es sein muss, auch postfuckdich – oder wie immer das heißt. Und wieder wird das Ergebnis erschüttern. Wahrscheinlich. Aber warum bloß? Wie erfrischend war doch dagegen unsere Landratswahl. Tolle Kandidaten, eine Zitterpartie bis zum Schluss!? Und nächstes Jahr dürfen wir einen neuen Bürgermeister wählen, wenn ich richtig gerechnet habe. Das wird toll. Hoffentlich findet man da schneller einen geeigneten Kandidaten als für die Städtische Galerie. Ach ja, und noch eine Wahl fand bei uns statt: die der Fürstenwalder Sportler des Jahres. Egal, welche Athleten das Rennen machten, Wahlkampf hatte meines Wissens keiner gemacht. Wäre eigentlich eine schöne Idee für eine neue Sportart: Wahl-Kampfsport. Das könnte sowohl als Einzel- wie als Mannschaftssportart betrieben werden. Aber daraus wird wohl doch nichts, denn beim Wahl-Kampfsport fehlt das, was für einen guten Sport die wichtigste Voraussetzung ist: Fairness. 

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