Soll unsere Kufa zerschlagen werden?

Die Emotionen rund um die Finanzierbarkeit und die Fördergelder für die Kulturfabrik Fürstenwalde schlagen derzeit im Hauptausschuss der Stadt wieder einmal hohe Wellen. Die meisten Mitglieder des Hauptausschusses und auch Gäste der Sitzungen können kaum glauben, was zurzeit so alles an Behauptungen und Unterstellungen auf den Tisch des Hauses kommt: Da sollen einzelne Bereiche der „Kulturfabrik-Familie“ ausgegliedert werden, der Zuschuss der Stadt wird in Frage gestellt, der Leitung der Kulturfabrik wird sogar gänzliche Unfähigkeit unterstellt, sogar die Steuererklärung, erstellt von einer Steuerkanzlei, soll falsch sein. Man glaubt, seinen Ohren nicht zu trauen. Es ist doch eigentlich allen (na ja, fast allen!) klar, dass die Kulturfabrik seit vielen Jahren zu einem Kleinod der Stadt Fürstenwalde herangewachsen ist und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist für ihr künstlerisches Engagement auf vielen Gebieten, gerade auch mit den „Familienmitgliedern“ Museum, Brauereimuseum, Parkclub, Künstlerische Werkstatt, Kinderladen und Frauenladen. Und natürlich weiß auch jedes Kind (vielleicht mit Ausnahme der Kindergartengruppen), dass man für besondere kulturelle Veranstaltungen auch Geld benötigt – in Form von Eintrittsgeldern aber insbesondere auch in Form von öffentlicher Unterstützung und Fördergeldern, beispielsweise Sponsoring. Auf diese Förderung muss sich die Leitung der Kulturfabrik verlassen können, in Fachkreisen nennt man das Planungssicherheit.

Wenn man sich auf eine jährlich neu verhandelbare Zuwendung mit der totalen Kontrolle wie vor 1990 zurück entwickelt, dann ist die Arbeit des Kreativteams mit den vielen daraus entstandenen Ideen und beliebten Veranstaltungen definitiv in Gefahr. Man wird dann vermutlich auch keine hochkarätigen Künstler mehr für Auftritte in Fürstenwalde begeistern können – gute Künstler muss man viele Monate im Voraus buchen! Die „Großfamilie“ Kulturfabrik mit seinen vielfältigen Veranstaltungen und Möglichkeiten macht unsere Stadt lebens- und liebenswert – und trägt dazu bei, dass Gäste nicht nur aus der Region, sondern weit darüber hinaus zu uns nach Fürstenwalde kommen. Unsere Stadt hat eine Vielzahl an Möglichkeiten: Kino, Parkbühne, Jugendclubs, Sport steht ebenso hoch im Kurs wie touristische Angebote – und ja, alle sind bestrebt, auf die eine oder andere Art ihr Dasein zu sichern. Haben die Quertreiber im Hauptausschuss, nennen wir ruhig mal Ross und Reiter – die Leute vom BFZ – mal darüber auch nachgedacht, was es für die Mitarbeiter bedeutet, im Ungewissen darüber, ob die Zuwendung getätigt wird oder nicht, zu leben und natürlich auch das künftige Programm zu planen? Viele Familien stehen vor der bangen Frage, ob sie ihre Arbeit behalten können oder nicht. Denn aus der Zuwendungen werden nicht nur die Künstler bezahlt, sondern auch die Mitarbeiter sowie die Nebenkosten und vieles andere mehr.

Oder brauchen wir in Fürstenwalde keine Kultur, keine hochwertigen kulturellen Veranstaltungen? Reicht uns das, was wir im Trash-TV zu sehen bekommen, wirklich aus?

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