Am Mittwochabend kam es im Fürstenwalder Haupausschuss zum Showdown: Nachdem sich CDU und FDP vor Weihnachten zu einer Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung zusammengeschlossen hatten, war es ein sehnlicher Wunsch der neuen Fraktion, den Vorsitz im Hauptausschuss zu übernehmen. Um diesen Wunsch zu realisieren, brauchte es jedoch eine Mehrheit im Hauptausschuss. 13 Abgeordnete plus Bürgermeister  waren stimmberechtigt. Das Prozedere begann mit der Bildung einer Wahlkommission. Diese Aufgabe war schnell erledigt, da jede Fraktion bzw. Partei ein Mitglied benennen konnte. Die Wahlkommission wählte aus ihrer Mitte Stefan Sarrach zum Vorsitzenden. Nachdem dieser den formalen Ablauf erklärt hatte, bat er um Vorschläge für die Wahl zum Vorsitzenden des Hauptausschusses. Von der CDU/FDP-Fraktion wurde Uwe Koch vorgeschlagen. Weitere Vorschläge gab es nicht. Dies war auch nicht notwendig, da alles beim alten geblieben wäre, wenn der Vorschlag nicht die notwendige Mehrheit bekommen hätte. Bevor es dann zum eigentlichen Wahlvorgang kam, nutzte die BFZ-Fraktion mit spitzfindigen Fragen die Chance, die CDU und insbesondere den Kandidaten nach der Motivation für die angestrebte Veränderung im Hauptausschuss zu befragen. Das diese Fragen ausgerechnet von der BFZ-Fraktion kamen, war naheliegend, da Matthias Rudolph von der BFZ bis dato den Vorsitz bekleidet und bei einer Wahl Kochs abgelöst würde. Dies zu verhindern, versuchte im Vorfeld auch ein anwesender Bürger, der ebenfalls durch Nachfragen unter der Rubrik „Einwohnerfragen“ das Ansinnen der CDU/FDP-Fraktion in Frage stellte. Für  Außenstehende drängt sich dabei die Frage auf: Wo war dieser Bürger, als BFZ und Piraten eine Fraktion bildeten und eine gewählte Stadtverordnete der Partei „Die Linke“ zur BFZ übergelaufen war und ihr Mandat mitgenommen hatte. Alle Bemühungen waren indes erfolglos. Die Abstimmung ergab 8 Stimmen und damit die Mehrheit der Mitglieder des Hauptausschusses für Uwe Koch, der damit auch die weitere Sitzungsleitung übernahm. Durch die Wahl hat die CDU/FDP-Fraktion allerdings auch ein Übergewicht bei der Leitung städtischer Gremien. Dies brachte insbesondere Stefan Sarrach (SPD) auf den Punkt. Eine Neuverteilung der Vorsitze in den Fachausschüssen würde dazu führen, dass SPD oder Linke, da beide gleich groß, keinen Vorsitz mehr hätten. Als Lösung schlug Sarrach die Bildung eines weiteren Ausschusses, etwa eines Werksaussschusses vor. Damit könnten dann alle größeren Fraktionen bedient werden. Ein dadurch erzeugter Mehraufwand für die Verwaltung oder die entstehenden zusätzlichen Kosten wurden noch nicht thematisiert. Es blieb der Eindruck, dass man sich mit einem solchen Vorgehen durchaus arrangieren könnte, um ein ordentliches Hauen und Stechen um Posten und Pöstchen zu vermeiden.

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