„Brandenburg – es kann so einfach sein!“  Das soll ja wohl der neue Slogan werden, mit dem Brandenburg künftig seine Image-Pflege vorantreiben wird. Von „Experten“ hochgelobt, vom Land aber auch so was von teuer bezahlt, ist diese nichts aussagende Aussage reine Augenwischerei! Überhaupt nichts ist einfach, ihr abgehobenen Spinner, möchte man ausrufen! Guckt doch hin – Brandenburg kriegt NICHTSauf die Reihe, was einigermaßen anspruchsvoll ist.

    Auch wenn es keiner mehr hören mag, der BER kostet uns, ohne dass er zu irgendwas nütze ist, täglich 1,3 Millionen EURO. Das sind 41,4 Millionen im Monat, wenn man einschlägigen Informationen glauben darf. Bürger, lasst euch das mal auf der Zunge zergehen! Im nächsten Jahr ist Landtagswahl.

    Auch wenn sie keiner mehr sehen mag, Windenergieanlagen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Brandenburg wird besonders radikal zugespargelt. Während Länder wie Bayern sich um ausreichend große Abstandsflächen zur Wohnbebauung kümmern, haben die Brandenburger stellenweise nur 600 m bis zum nächsten Windmeiler. Mit allen schlimmen gesundheitlichen Folgen. Bürgergesellschaften, vom Gesetzgeber eigentlich ausgeheckt, dass Bürger an Windkraftanlagen partizipieren können, wurden von Anfang an von einschlägigen Firmen (wie z. B. Enertrag) infiltriert. Weil: Bürger dürfen u. a. ohne Baugenehmigung an Auktionen der Bundesnetzagentur teilnehmen und müssen nur deutlich kleinere finanzielle Sicherheiten hinterlegen. Bei Zuschlag erhalten sie z.B. mehr Zeit für die Umsetzung der Windparks als die professionelle Konkurrenz. Sie können so stärker vom technischen Fortschritt profitieren, weil sich die Konkurrenz bei ihrem Antrag auf Baugenehmigung bereits auf einen Windradtyp festlegen muss. Ergo: Unternehmen bilden klammheimlich selbst die Bürgergesellschaften, mit eigenen Leuten. So einfach ist das!

    Brandenburg hat sich das zwar nicht ausgedacht, aber verhindert auch nicht konsequent, dass Windparks zur Nahkampfwaffe gegen Anwohner werden. Auch wenn bei euch um die Ecke noch kein Windpark steht – seid euch bloß nicht zu sicher! Im nächsten Jahr ist Landtagswahl.

    Schon gehört? MeckPom und Adlerland, die beiden seenreichsten Bundesländer Deutschlands, treten künftig gemeinsam unter der Marke „Deutschlands Seenland“ auf. Die entsprechende Webseite ist Bestandteil einer großen Wassersportkampagne beider Länder. Da trifft es sich echt super, dass Brandenburg gerade dabei ist, (möglicherweise anderweitig verzockte) Fördergelder der EU zu retten. Weil man spätestens seit Anfang der 2000er Jahre reichlich Naturschutzgebiete  hätte ausweisen müssen. „Hätte, hätte, Seenkette“ – passt doch gut? Nun ist der Stuhlgang am Kochen, um es vornehm auszudrücken, und rasch wird mit glühend heißer Nadel ein NSG-Flickenteppich zusammen gehäkelt. Ohne Rücksicht auf Verluste werden ganze Siedlungen mit Naturschutzgebietsgrenzen konfrontiert, die selbst vor privatem Grund und Boden nicht Halt machen. Gut, wenn da jemand über beste Beziehungen verfügt, der Rest ist „angestuhlt“. Wobei der Entwurf des Ministers recht moderat ausfällt. Schlimmer ist der Managementplan „Natura 2000“. Dieser liest sich wie eine Kriegserklärung an alle Menschen, die Natur lieben und sie sehr gern auch nicht nur im Fernsehen erleben möchten. Noch schlimmer sind die Einlassungen der Unteren Naturschutzbehörde Beeskow. Wollt ihr den totalen Naturschutz!? Also, ich will nicht. Wenn es nach der geht, kann sich zumindest die Spree-Region als Wassersportrevier abhaken. Die Verordnung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft scheint diesen Interpretationsspielraum zuzulassen. Eines jedenfalls steht für mich fest: Wenn die Paarung von Naturschutz auf der einen und grünem Tunnelblick auf der anderen Seite hier in Brandenburg weiterhin fröhliche Urstände feiert, bringt sich das Ministerium um seinen Namen: aus „Ländliche Entwicklung“ wird wohl „Ländliche Abwicklung“ werden.
    Das sollte auch Nichtschwimmer interessieren. Und nicht vergessen:  Im nächsten Jahr ist Landtagswahl.

     

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