Das neue Jahr fängt ja gut an. Mit was Teurem: Haben doch tatsächlich irgendwelche Spasten unseren Goßmann kaputt gemacht! Bezahlen werden wir es wohl müssen, weil es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass diese Vollpfosten ermittelt werden. Der erste Gedanke, der mir dabei einfällt, ist der, dass eine Überwachung von bestimmten Stadträumen per Video vielleicht doch nicht so verkehrt wäre, wie es uns kompromisslose Datenschützer einzureden versuchen. Natürlich verhindert Videoüberwachung keine Straftaten per se. Aber für die Dingfestmachung von Übeltätern hat sich diese Methode schon gut bewährt. Und letztlich wird das Wissen potentieller Täter um solche Maßnahmen so manchen zum Nachdenken bewegen und eher abschreckend wirken, ergo kann eine Videokamera durchaus Straftaten indirekt verhindern. Ich höre schon die Datenschützer beim Lesen dieser Zeilen stöhnen! Aber mal ehrlich: Wo liegt das Problem? Der „normale“ Gefilmte ist kaum interessant, die größte Gefahr liegt doch wohl darin, beim heimlichen Popeln erwischt zu werden. So eine Falle lauert aber in jeder Sparkassenfiliale. Gehen wir mal davon aus, dass solcherart Videomaterial nicht unbedingt öffentlich zugänglich ist und nach einer gewissen Zeit ohnehin gelöscht wird, brauchten sich selbst hartgesottene Seitenspringer nicht übermäßig zu sorgen. Und haben Sie schon mal beobachtet, dass sich Leute, die von einer Stadionkamera erfasst und auf Großbild gebeamt werden, schamhaft oder erbost abwenden? Niemals! Und dabei ist es Wurst, ob sie gerade jubeln, flennen, Bier trinken, den Nachbarn umarmen oder in der Nase bohren.

Videodateien sind ohnehin eher die Dinos im Datenschutz: Mit unserer EC-Karte ermöglichen wir tagtäglich eine wesentlich einfachere Überwachung unserer Person. Oder glauben Sie immer noch, dass wir wirklich nur bezahlen, wenn wir an der Supermarktkasse unsere Geldkarte zücken? Oder das Internet, dort hinterlässt jeder ungefragt mehr Spuren als bei Neuschnee auf dem Fürstenwalder Marktplatz. Von den Mautbrücken auf unseren Autobahnen will ich gar nicht reden. Aber es soll ja durchaus noch Leute geben, die denken, dass damit nur Zech-, nein Mautpreller gefilmt werden. Kann ich nur sagen: „Träumt weiter!“ Diejenigen, die an dringend erforderlichen neuen Sicherheitskonzepten arbeiten und die sich dabei permanent Anwürfen mutmaßlicher Datenschützer aussetzen, haben mein vollstes Verständnis. Wer sich waschen will, kommt nicht darum herum, sich nass zu machen. Wer den Auftrag zu schützen hat, kann nicht erst die Tat zulassen und dann erst eingreifen. Aber damit setzt er sich der Gefahr aus, von diesen ewigen Besserwissern angemotzt zu werden. Überzogener Datenschutz ist Täterschutz. Für mich wäre Schutz bei ganz anderen Problemen angebracht, zum Beispiel Schutz vor penetranten Penisverlängerern, die alle paar Jahre jeweils wochenlang mir ihre Dienste anbieten, mir, Erna R.! Das ist zwar relativ ungefährlich, brachte mich aber schon in Erklärungsnot, als unser Enkel durch Zufall… Jedenfalls zöge ich es vor, dabei gefilmt zu werden, wenn mir jemand ins Kreuz tritt und dabei meine Handtasche raubt, wenn es hilft, den Bösewicht dadurch zu fassen und zur Rechenschaft zu ziehen. Doch lasst uns positiv denken, im neuen Jahr wird schon nicht alles schiefgehen. Also, ein gesundes Neues! Und achtet gut auf eure Daten!

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