„Sport stärkt das Wir-Gefühl“

Eine Auszeichnung auf der alljährlich stattfindenden Sportlerehrung zu erhalten, ist für jeden Sportler eine besondere Wertschätzung seines Könnens und seiner Trainingsleistung. Am letzten Samstag wurden in Beeskow im Saal des Schützenhauses zum 23. Mal im Landkreis Oder-Spree Sportlerinnen und Sportler auf höchster Ebene ausgezeichnet. Hierfür bedient man sich einer Umfrage, aus der dann ganz deutlich hervorgeht, welche Sportler in unserem Landkreis gerade hoch im Kurs stehen. Im Vorfeld der Ehrungen begeisterte die Jazz & Rockband The Flangers das breite Publikum, bevor dann Landrat Rolf Lindemann seine Begrüßungsworte an die Sportler, Trainer und Eltern richtete. Lindemann sagte, es sei dem Landkreis eine Ehre, schon aus Traditionsbewusstsein, diese Auszeichnungen vorzunehmen, aber vielmehr sei es auch eine Herzensangelegenheit und gehöre somit zur Pflicht des Landrates, dabei zu sein. Er bezeichnete den Sport als tragende Säule des kulturellen Lebens im Landkreis. Und dabei sei es egal, ob man in die Aspekte des Ehrenamts blickt, über die Lebensqualität in unserer Region spricht oder über an den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft denkt. Denn Sport spiele in jeder dieser Kategorien eine herausragende Rolle. „Wir stärken unser Wir-Gefühl und das Selbstbewusstsein, wir bekennen uns zu Leistungen, zu Wettbewerb, zu Fairness und ganz wichtig zur Wertschätzung der Leistung anderer“, mahnte er, das käme oftmals zu kurz. „Der Sport setzt einen großen und wichtigen Impuls in der Gesellschaft, man gehört dazu, ist hochmotiviert. Es werden Leistungen erbracht, oftmals bis zur Erschöpfung und dem wird Respekt gezollt für das Geleistete.“ Großen Zuspruch erhielt Rolf Lindemann, als er auf die hohe Leistungsbereitschaft der Ehrenamtler zu sprechen kam und die Eltern lobte, die z.B. dafür sorgen, dass die Kinder und Jugendlichen an Wettkampforte und Trainingslager gebracht würden, aber auch die Sponsoren, die dafür Sorge tragen, dass der Sport diesen besonderen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Bemerkenswert waren nicht nur die Musikarrangements von den „Flangers“, sondern auch die artistischen Leistung von „Santos“, der sich in eine 50 mal 50 cm große Glaskiste zwang und dafür viel Applaus erhielt – Hut ab! Dem folgte die Übergabe der Vereinbarung von der  Sparkasse Oder-Spree mit dem Kreissportbund. Die Sparkasse Oder-Spree nutzte die Veranstaltung, um dem Vorstandsvorsitzenden des KSB, Thomas Maczek, eine für das Jahr 2017 geschlossene Vereinbarung zu überreichen, die dem Verein eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 20.000 Euro zusichert. Zum Engagement der Sparkasse informierte Sparkassenvorstand Harald Schmidt, dass der Breitensport im Rahmen der Spenden- und Sponsoringpolitik der Sparkasse eine bedeutende Rolle einnimmt, „…vor allem, weil sehr viele Sportlerinnen und Sportler noch sehr jung sind. Über diese Förderung erhalten sie die Möglichkeit für eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Aber auch für viele ältere Menschen ist der Breitensport die Chance, sich fit und damit gesund zu halten, während er für die berufstätige Bevölkerung sehr oft zum Abbau von Stress dient. Deshalb wird die Sparkasse auch zukünftig an ihrem Bestreben, den Sport zu fördern, festhalten.“ Direktor Jan Böge ergänzte, dass die Sparkasse Oder-Spree im Jahr 2016 zusätzlich zu den genannten Mitteln für den KSB gut eine Viertelmillion Euro für die Förderung des Sports in ihrem Geschäftsgebiet zur Verfügung gestellt hat. Gleich danach erfolgten die Auszeichnungen der Sportler. Insgesamt 65 Sportler aus 230 Vereinen wurden geehrt. Die Auszeichnungen sind in vier Kategorien eingeteilt: Zum einen zeichnete der Landkreis Sportler & Sportlerinnen aus, dem folgte die Sparkasse Oder-Spree, eine Zeitung ehrte die Männer und das Schwimm & Spaßbad Schwapp die Mannschaften. Alle Sportler wurden in der jeweiligen Kategorie per Bild an der Leinwand gezeigt und dann nach vorn gebeten und für ihre sportlich herausragenden Leistungen ausgezeichnet. Das herzliche Miteinander war durchaus spürbar, die Sportler waren stolz auf ihre Leistungen und wurden von der Gästeschar frenetisch und unter Jubelrufen gefeiert, so dass es für jeden ein ganz besonderer Moment war und sicherlich auch noch lange in Erinnerung bleiben wird. Verwunderung löste aus, dass der FSV Union Fürstenwalde zwar in „Sollstärke“ da war, es aber nicht für nötig hielt, es den anderen gleich zu tun und gemeinsam den respektablen Preis entgegen zu nehmen. Von einer Regionalliga-Mannschaft, die es mit sportlichem Ehrgeiz bis soweit nach oben geschafft hat und die im Landkreis auch für Furore gesorgt hat, hätte man wohl mehr erwarten können.


Medaille für besondere Verdienste im Sport

Laudatio für Eberhard Kupfer: Es „trifft“ genau den Richtigen! 

„Ich bitte ich alle, die nach 1963 geboren sind – oder für die Rechenfaulen: alle die jünger als 54 Jahr alt sind –  sich von ihren Plätzen zu erheben … Ich sehe, fast der ganze Saal steht! Nun zum eigentlichen Anliegen: Alle, die jetzt stehen, also 90 Prozent der Anwesenden, waren noch gar nicht auf dieser großartigen Welt, da hat Eberhard Kupfer sich schon ehrenamtlich für den Sport und die Sportgemeinschaft SG Rauen 1951 e.V. engagiert  – also seit fast 54 Jahren. Begonnen hat alles 1963, zunächst mit dem Männerfußball. Fünf Jahre später, also 1968, tauschte Eberhard den großen Ball gegen einen ganz kleinen und widmete sich seitdem mit Leib und Seele dem Tischtennissport und besonders der Kinder- und Jugendarbeit der SG Rauen 1951 e.V. Bereits die ersten Schritte zur Gründung der Sektion Tischtennis erfolgten 1968 unter seiner Leitung. Der Anfang war beschwerlich, aber vor allem ungewöhnlich für heutige Maßstäbe: Damals mussten zu jedem Training die Klassenräume der Rauener Schule aus- und hinterher wieder eingeräumt werden, um regelmäßig Tischtennis spielen zu können. Die TT-Tische wurden jedes Mal vom Schuldachboden geholt. Das war immer zugleich die Erwärmung für die Kinder und Jugendlichen für die folgende Trainingseinheit! In den 70iger Jahren verbesserten sich die Bedingungen; jedoch nicht von alleine. Die Turnhalle in Rauen wurde gebaut – ein gemeinsames Werk von Gemeinde, Schule und Sportverein. Viele Helfer packten an, so auch Eberhard Kupfer mit den Kindern und Jugendlichen und deren Eltern: Sie schaufelten unter anderem an den Fundamentgruben für den Hallenneubau. Lohn war die Einweihung der Turnhalle 1974 in Rauen, die bis heute Treffpunkt für die Sportler aus der Region geblieben ist. 1979 kam es dann zur offiziellen Gründung der Sektion Tischtennis und zur erstmaligen Teilnahme einer Mannschaft am offiziellen Spielbetrieb. Eberhard Kupfer war von Anfang an Sektionsleiter TT und die gute Seele, die sich um alles kümmerte. Er vertrat über Jahrzehnte die Sportinteressen in der Gemeindevertretung und im Vereinsvorstand. 

Ab 1982 spielten in der Sektion bereits zwei, 1984 schon drei Mannschaften. Durch den Zuwachs an Spielern konnten 1987 vier und ab 1999 sogar bis zu fünf Mannschaften gemeldet werden. Das bedeutete für Eberhard Kupfer immer wieder zunehmenden Koordinierungsaufwand und Absicherung eines ständig wachsenden Wettkampf- und Trainingsumfangs. Möglich war dies auch dadurch, dass er es versteht, weitere Sportkameraden zu überzeugen, als Übungs- oder Mannschaftsleiter tätig zu werden. Sportliche Erfolge blieben nicht aus. So wurde die SG Rauen unter seiner Regie bereits siebenmal Mannschaftskreismeister und wiederholt Kreispokalsieger. Auch viele Einzelerfolge stehen zu Buche: Insgesamt sieben Kreiseinzelmeistertitel bei den Männern (durch fünf verschiedene Sportler), acht Einzelmeistertitel bei den Frauen, nicht wenige Doppel- und Mix-Kreismeister und zahlreiche vordere Plätze konnten unter Leitung von Eberhard Kupfer durch Sportler des kleinen Gemeindesportvereins errungen werden. Sein besonderes Augenmerk galt jedoch schon immer dem Kinder- und Schülerbereich. In enger Kooperation mit der Schule wurden durch ihn die besten Talente aus der Schul- Arbeitsgemeinschaft Tischtennis in den Verein aufgenommen und von ihm trainiert, die Jüngsten oft schon ab der 2. oder 3. Klasse. Dadurch ist Eberhard Kupfer im Dorf fast allen bekannt, seit Jahrzehnten hat er Kinder aus fast allen Familien unter seinen „Fittichen“ gehabt. Und das bis heute, die 77 Lebensjahre halten ihn dabei nicht auf. Die Erfolge zeigen sich gerade in den letzten Jahren, besonders auch im Jahr 2016. Bei den letzten Kinder- und Jugendkreismeisterschaften  gewann die SG Rauen sechs Meistertitel und weitere Medaillen, gerade bei den Kleinsten und bei den Schülern der jüngeren Jahrgänge – sowohl bei den Jungen als auch bei den Mädchen. Diese Erfolge veranlassten dann auch den Nachwuchsverantwortlichen der großen TT-Hochburg, BSG Pneumant Fürstenwalde zu der Anerkennung: „Da habt ihr aber abgeräumt!“ Auch bei verschiedenen Kinder-Pokalturnieren im Landkreis LOS war die SG Rauen zuletzt immer der erfolgreichste Verein! Der nächste Höhepunkt steht bald an: Am 19. März richtet Rauen das nächste große offene TT-Turnier für die Kleinen aus vielen Vereinen der Region aus. Eberhard Kupfer ist übrigens bis heute nicht nur als Übungsleiter aktiv. Er ist auch noch selbst im Spielbetrieb und zugleich Teamleiter der fünften Mannschaft aus Rauen. Heute wurde viel über Integrationsfähigkeit des Sports gesprochen. In Eberhards Mannschaft wird Integration praktisch gelebt: Hier spielen in einer Mannschaft 15-jährige Jugendliche gemeinsam mit Routiniers jenseits des 75. Geburtstages, Männer und Frauen wetteifern miteinander. Auch eine chinesische Sportlerin fühlt sich in dieser Mannschaft wohl. Den Hauptverdienst bei den Erfolgen im Sport und für die hervorragende Kinder- und Jugendarbeit hat Eberhard Kupfer, der seit fünf Jahrzehnten bis heute zuverlässig, unter Zurückstellung privater Dinge, zwei Mal pro Woche bis zu 20 Kinder trainiert, betreut und das Erwachsenentraining begleitet. Dass er das mit Freude und Spaß für sich und für die Kinder und Jugendlichen tut, das ist wohl sein Erfolgsgeheimnis. Und er hat versichert, dass er – trotz seiner inzwischen 77 Lebensjahre – nicht daran denkt, sich zur Ruhe zu setzen. „Macht Euch mal keine Gedanken, ich mache bis zum 100. weiter“, beruhigte er kürzlich seine Vereinskameraden. Dafür möchte sich der Vorstand der SG Rauen ganz herzlich bei Sportkamerad Eberhard Kupfer bedanken. Wir freuen uns sehr, dass er heute vom frisch gekürten Landrat für sein Engagement diese hohe Auszeichnung, die Medaille für besondere Verdienste im Sport, bekommt – es „trifft“ genau den Richtigen!

Bilder zur Verleihung der „Medaille für besondere Verdienste“


Bilder zur Sportlerehrung

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