4. Fight Night in der Universal Hall in Berlin

Es ging um „Alles oder Nichts“ bei der 4. Fight Night in der Universal Hall in Berlin am vergangenen Freitagabend. Die große Boxnacht für einen guten Zweck stand unter dem Motto „Der Mittelstand boxt sich durch“. Die Moderation hatte natürlich Carsten Blaschek alias „Hurricane“, Kalif von Kreuzberg und auch gleichzeitig Vertreter des Berliner FIBS e.V., welcher der Veranstalter der Fight Night ist, übernommen. Die Kontrahenten des Hauptkampfes waren der   Herausforderer Michael „The Grizzly“ Kurth gegen den amtierenden Champion der Fight Night, Ralf „Vegasralle“ Galesky. Bei unerträglicher Hitze waren nicht nur die Gäste pitschnass, sondern auch die Akteure – und die hatten immerhin noch 6 Runden Freestyle vor sich, bei schweißtreibender Action. Mit ihrer jeweiligen Einmarschmusik vom Feinsten kamen beide Akteure mit ihren Teams in den Boxring und wurden von den Coaches noch einmal auf das Erlernte eingenordet. Sie bekamen ihre Boxhandschuhe angezogen und nur wenige Augenblicke trennten sie noch vor den ersten Schlagabtausch. Der Ringrichter erklärte mit kurzen prägnanten Worten was geht und was vor allen Dingen gar nicht erst versucht werden sollte. Denn er wäre hier der Herr des Ringes! Kaum war das letzte Wort gesagt, ertönte schon der Gong zur ersten Runde. Das Getöse des Publikums und besonders die Anfeuerungsrufe der Trainer waren ohrenbetäubend. „Hau hier!“ „Hau da!“ „Deckung nicht verlieren!“ „Was habe ich Dir gesagt?“ „Deckung hoch!“ Und, und, und. Eine Stimmung im Saal, unglaublich herzergreifend, alle waren für ihren Kämpfer da und feuerten diesen an. Die erste Runde war geschafft und schon saßen beide in ihren vorherbestimmten Ecken, wurden wieder gepimpt, aufgefrischt und in Stellung gebracht. Beide Boxer sind gestandene Geschäftsleute und haben sich zusammengefunden, für  den guten Zweck mit Sportsgeist zu fighten. Der Begünstigte in diesem Jahr ist das Unionhilfswerk, das ebenfalls große Leistung erbringt und das schon seit 1946. Sie wurden in einer Zeit großer Not aus christlicher Verantwortung gegründet, um soziale Hilfe zu leisten, nach dem Motto „Wir gestalten individuelle Lebensqualität“. Bis heute arbeiten sie nach diesem Grundsatz und engagieren sich für jene, die auf Betreuung und Unterstützung angewiesen sind. Bis zur Schlussrunde schenkten sich beide nichts – immer voll bei der Sache, wie im Geschäftsleben. Nach dem Ende der letzten Runde wurden auch die anderen Fighter, die die Vorrunden bestritten hatten, in den Ring gerufen, um gemeinsam den Sieger zu beglückwünschen, der bis dato ja noch nicht feststand. Die Gäste wie die Boxer standen beisammen und erwarteten sehnsüchtig das Urteil des Kampfgerichts. Mit der Preisgabe des Gewinners riss Michael „The Grizzly“ Kurth die Arme hoch. So einen Jubelschrei haben wir lange nicht gehört. Die Anspannung der letzten 9 Monate des intensiven Trainings und der Entbehrungen brachen aus ihm heraus. Das war es, was „The Grizzly“ gewollt hat – den Fight gewinnen. Mit einem kleinen Augenzwinkern in Richtung  „Vegasralle“ brauchte er nicht mehr viel zu sagen. Beide waren vom Kampf gezeichnet, aber wie es unter Freunden ihres Kalibers halt ist, aus sportlicher Fairness heraus kam die herzliche Umarmung und die Glückwünsche. Noch bevor die eigentliche Zeremonie des Ritterschlages stattfand, erklärte „Vegasralle“, warum er nicht so boxen konnte, wie er das geplant hatte: The Grizzly hat einfach zu stark mit seiner rechten Führhand geboxt. Er hatte, so beschrieb er es, nicht das Abrufen können, was er wollte. Er hätte nicht in den Kampf gefunden, sondern nur versucht, sich zu wehren und ab und zu mal ins Ziel zu gelangen. Im Grunde genommen, so wie es auf der Pressekonferenz schon gesagt wurde:  The Grizzly ist „resetet“ worden. Damit war klar, dass er einen anderen Stil boxen würde. Für „Vegasralle“ war das der letzte Kampf, die Veranstalter hatten für ihn etwas vorbereitet, um sich zu bedanken für seine sportliche Entschlossenheit in den letzten Jahren. Ralf Galesky war an diesem Abend der „Gewinner der Herzen“ und wurde mit einem Pokal gewürdigt. „Vegasralle“, für den dieser Fight der letzte seiner Karriere war, bedankte sich bei Sponsoren, Gästen, Helfern und Freunden und gab bekannt, dass eine fünfstellige Summe für den guten Zweck zusammen gekommen sei. Nun wurde nur noch die heißbegehrte Trophäe übergeben: Der Gürtel ging an den hartgesottenen Boxer für die gute Sache – Michael „The Grizzly“ Kurth. Die Gratulationswelle war enorm, der Gürtel verlässt Berlin und geht nach Brandenburg. Die anschließende Aftershow Party dauerte bis in die frühen Morgenstunden.

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