Nach sechs Siegen in Folge empfingen die Briesener mit dem VfB Hohenleipisch den spielstarken Tabellenvierten im Waldstadion. Wieder einmal fehlten einige Stammkräfte, doch das konnte die Mannschaft auch in der Vergangenheit gut kompensieren. Neben den gesperrten Lucke und Wälisch mussten die Blau-Weißen auf den verletzten Stammkeeper Schulz verzichten. Winterrückkehrer Kevin Schübler ersetzte ihn. Darüber hinaus fehlten noch Noack und Rost. Dennoch wollten die Gastgeber die Serie fortsetzen und dem Gast aus Südbrandenburg Paroli bieten. Da Trainer Wichary ebenfalls nicht anwesend sein konnte, wurde dieser durch Co-Trainer Böhme vertreten. Die Gastgeber zeigten zu Beginn etwas viel Respekt vor den Gästen und fanden schwer ins Spiel. Kaltschnäuzig nutzte Werner die erste Chance für die Gäste zur frühen Führung – 0:1 (7.). Nach 19 Minuten schien die Partie schon zeitig entschieden, als der Schiedsrichter auf eine Schwalbe von Werner hereinfiel und auf Strafstoß entschied. Clever gemacht, doch Wenzel scheiterte an Keeper Schübler, der seine Mannschaft damit im Spiel hielt. Diese Aktion wirkte wie ein Weckruf, denn schon im Gegenzug kamen die Briesener zum Ausgleich. Einen Freistoß von Kapitän Klein konnte der Gästekeeper nicht festhalten und Moritz staubte aus Nahdistanz ab – 1:1 (20.). Die Gastgeber kämpften sich ins Spiel und den Gästen den Schneid ab. Mit viel Lauf- und Einsatzbereitschaft wurden die Südbrandenburger früh gestört. In der 30. Minute hatte Sellmann zu viel Platz im Mittelfeld und passte in die Schnittstelle der Viererkette auf Naskrenski. Dieser wurde im Strafraum von zwei Abwehrspielern in die Zange genommen. Erneut Strafstoß, diesmal für Briesen. Eine Sache für Routinier Klein, der sicher vollendete – 2:1 (30.). Die Gäste wackelten und Briesen setzte nach. Ein langer Einwurf vom starken Moritz erreichte den freistehenden Hanke. Aus 7 Meter schoss dieser jedoch Keeper Linge an. Nur 4 Minuten später stand Hanke erneut im Mittelpunkt. Nach einem etwas übermotivierten Foul sah der Briesener eine vertretbare Ampelkarte (39.). Nach zwei Minuten in Unterzahl gelang dem Gastgeber der dritte Treffer. Der fleißige Zickerow bediente den am zweiten Pfosten freistehenden Naskrenski, der trocken einnetzte – 3:1 (41.). Schade und unnötig zugleich der Anschlusstreffer für die Gäste in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Ein flacher Eckball ging durch Freund und Feind hindurch und am langen Pfosten brauchte Pierre Rodrigue Mouen Ebongue nur noch einschieben – 3:2 (45.+1). In der zweiten Hälfte versuchten die Gäste ihre Überzahl auszuspielen, doch Briesen machte es ihnen nicht leicht. Geschickt wurden immer wieder die Räume zugelaufen. Dennoch kamen die Gäste zu einigen Ausgleichmöglichkeiten, oft fehlte jedoch die Präzision. Aber auch die Gastgeber mit gelegentlichen Nadelstichen und toller Moral. So ging ein Meißner Schuss aus 20 Meter nur knapp am Pfosten vorbei (50.). In der 64. Min. nutzen die Gäste einen Fehler von Keeper Schübler aus. Der Briesener Keeper segelte unter einen Flankenball hindurch und erneut war es Werner, der ihn überwinden konnte. Mit dem Kopf traf er zum nicht unverdienten Ausgleich – 3:3 (64.). Knackpunkt der Partie sicherlich die 77. Spielminute. Nach einem gelb-würdigen Foul an Naskrenski vom bereits verwarnten Buchwald zeigte Schiedsrichter Bosharat diesmal Fingerspitzengefühl und ließ den Gästespieler weiterspielen. Der anschließende Freistoß von Gottschalk fand Moritz, dessen Schuss von Keeper Linge abgewehrt wurde. Kapitän Klein stand goldrichtig und schob den Abpraller in die freie rechte Torecke zur umjubelten Führung ein. So dachten zumindest alle. Bis auf den 1. Assistenten, der nach einiger Bedenkzeit eine Abseitsstellung, von wem auch immer, gesehen haben will. Schiedsrichter Bosharat gab den regulären Treffer daher nicht. Für jeden, der anderer Meinung ist, der Hinweis auf Fupa Brandenburg! Dort ist die Szene in bewegten Bildern zu sehen. Briesens Meißner beschwerte sich darüber wohl etwas zu lautstark und mit den falschen Worten. Die Folge war die Rote Karte (77.). Anstatt mit 4:3 in Führung zu liegen, mussten die Gastgeber die letzte Viertelstunde in doppelter Unterzahl das Remis verteidigen. Dies gelang ihnen mit viel Moral bis in die Nachspielzeit. In der 90.+1 Minute gab es zum dritten Mal in diesem Spiel einen Elfmeter. Der eingewechselte Jahnke konnte Pierre Rodrigue Mouen Ebongue nur durch ein Foul stoppen und es gab wiederum Strafstoß. Diesmal versuchte der eingewechselte Otto sein Glück gegen Schübler und auch er scheiterte. Doch diesmal sprang der Ball vom Innenpfosten zurück ins Feld, wo Schollbach im zweiten Versuch traf – 3:4 (90.+1). Ganz bitter für die Gastgeber, zumal der Schiedsrichter danach abpfiff. So blieb eine starke kämpferische Leistung trotz Unterzahl, die die Gäste an den Rand einer Niederlage brachte, unbelohnt. Jetzt gilt es, die gemachten Fehler aufzuarbeiten und am kommenden Samstag in Vetschau die richtige Antwort auf dem Platz zu geben. Alles geben – niemals auf!

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