Rückblick auf 5 Jahre Oberliga

Vor zehn Jahren, nach der Saison 2005/6, musste die 1. Männermannschaft des FSV Union Fürstenwalde als Tabellenfünfzehnter der Verbandsliga den Abstieg in die Landesliga hinnehmen. Nach zwei Spielzeiten und den Endplatzierungen 3. und dann 1. Platz schaffte man den Aufstieg in die nun so genannte Brandenburgliga. Über die Stationen 8., 5. und dann 1. Platz gelang in der Saison 2010/11 der Aufstieg in die Oberliga des NOFV und wurde in der zweigeteilten Liga in die Nord-Staffel eingeordnet. Bereits zu Brandenburgliga-Zeiten schwelte vor allem bei Manager Sven Baethge nicht nur der Wunsch nach höherklassigem Fußball, sondern auch nach der Errichtung eines entsprechenden Stadions. Dabei dachte er auch gleich etwas weiter als nur oberligaweit und es wurde das Bauvorhaben in Angriff genommen, die Errichtung der heutigen S-OS Arena im Friesenstadion. Gleich zum ersten Oberligaspiel gab es eine Heimpartie und obendrein war es noch dazu ein Derby, denn am 7. August 2011 spielte man vor der stattlichen Kulisse von 1.320 Zuschauern gegen Germania Schöneiche und gewann diese Partie mit 2:1 (Union-Torschützen: Gordan Griebsch und Steven Haubitz). Das Stadionrund war damals noch nicht geschlossen, die Tribüne zur Hangelsberger Chaussee war noch nicht vorhanden (eingeweiht erst zum Pokalendspiel gegen Energie Cottbus im Mai 2015) und die heutigen Sitzplätze waren auch erst zur Hälfte vorhanden. Ziel der ersten Saison war natürlich der Klassenerhalt und in der Endabrechnung belegte die Union Mannschaft unter dem neuen Trainer Mario Reichel einen beachtlichen 8. Tabellenplatz. Im zweiten Oberligajahr schaffte die Mannschaft des FSV Union unter  der Regie von Trainer Reichel gar einen herausragenden 2. Tabellenplatz. Lange Zeit konnte man gar mit dem Aufstieg liebäugeln. Da aber der Winter viele Spielausfälle gebracht hatte und die Fürstenwalder die letzten zwei Monate der Saison fast nur „Englische Wochen“ absolvieren mussten, reichte es dann nicht mehr und man musste Viktoria Berlin (vereinte sich dann noch mit dem LFC Berlin) den Vortritt lassen. Mit viel Hoffnung ging es dann in die dritte Oberligasaison und die Fürstenwalder beendeten sie doch etwas enttäuschend als 12. der Tabelle, obwohl man zu keiner Zeit etwas mit dem Abstieg zu tun hatte. Einen schmalen Kader und so einige Verletzungen hatte man zu beklagen. Man entwickelte nun einen Plan, denn solch eine Saison wollte man nicht noch einmal erleben und obendrein wollte man nicht in der Oberliga stehen bleiben, sondern nach drei Jahren weiterer Aufbauarbeit den Schritt zur Regionalliga vollzogen haben. Im vierten Oberligajahr wurden konzeptionell weiter die Weichen gestellt. Mit einem ernüchternden 8. Tabellenplatz am Saisonende ließ man sich aber nicht von seinem Plan abbringen. Für die fünfte Saison wurde mit Matthias Mauksch ein erfahrender Fußballlehrer neu verpflichtet, das Trainingspensum erhöht und entsprechend den neuen Anforderungen der Kader neu aufgestellt. Auch weitere Rahmenbedingungen wurden geschaffen, mit der Zielrichtung Professionalisierung und dem Blick auf Regionalliga-Anforderungen. Konzentriert von Beginn an wurde die 5. Oberligasaison unter der Leitung von Trainer Matthias Mauksch bestritten. Man spielte ständig im Spitzentrio mit und schaffte am Ende den Meisterschaftssieg und den Aufstieg in die Regionalliga. Laut Plan gelang der Aufstieg bereits vorfristig und zwar ein Jahr früher. Die Spielstätte S-OS Arena im Friesenstadion wurde auch weiter ausgebaut und entspricht den Regionalligaanforderungen, aber mit einigen Auflagen. Die viel besprochene Überdachung und die Flutlichtanlage werden zum Saisonstart noch nicht stehen, aber sie kommen, wie es Präsident Hans-Ulrich Hengst auf der letzten Mitgliederversammlung darlegte. Auf dem Arena-Gelände werden aber bis zum Saisonstart WCs vorhanden sein und die Lautsprecheranlage so verändert sein, dass man auf allen Plätzen die Ansagen verstehen kann. Auch der Gästebereich wird den Anforderungen entsprechend ausgebaut, denn es werden nicht mehr nur Wandergruppen der Gästeteams in die Arena strömen, sondern von Energie Cottbus, Babelsberg, BFC Dynamo und Lok Leipzig z.B. einige Hundert Fans der Vereine zum Punktspiel kommen. Rückblickend sind fünf Jahre keine allzu lange Zeit. Betrachtet man aber mal das Oberligateam des FSV Union vom 1. Oberligajahr mit dem im 5. Jahr, so gab es doch ständig Änderungen. Insgesamt wurden 149 Oberligaspiele absolviert und hierbei eine positive Bilanz von 75 Siegen, 34 Unentschieden und nur 43 Niederlagen mit einem Torverhältnis von 269:196 erreicht. Bei Heimspielen weist die Bilanz 44 Siege, 15 Unentschieden und 17 Niederlagen auf. Auswärts gelangen 31 Siege, 19 Unentschieden und wurden nur 26 Niederlagen kassiert. Vom Anfangsteam waren beim Meisterteam 2016 nur noch drei Sportfreunde mit dabei. Bei den Spielern das Fürstenwalder Urgestein Christian „Mietze“ Mlynarczyk. Er bestritt 137 Oberligaspiele, erzielte dabei 44 Tore und führt dabei unangefochten die jeweiligen Tabellen bei den Unionern an. Bei allen 149 Oberligaspielen dabei war einzig der Betreuer/Zeugwart Hans Wichary. Gleichfalls von Beginn an dabei war Torwarttrainer Björn Oelze und dabei auch noch mehrfach, fast in jedem Oberligajahr mit als Ersatztorwart. Allen dreien gilt ein ganz besonderer Dank, vom Verein wurden dieses, wie auch Ehrungen für 50 Oberligaspiele usw., wie anderenorts üblich, leider vergessen. In den fünf Oberligajahren wurden insgesamt 77 Spieler eingesetzt und 37 davon konnten sich auch in die Torschützenliste eintragen. Betrachtet man die Auflistung der Oberligaspieler des FSV Union, so sind nicht nur geholte Spieler dabei, sondern auch echte Eigengewächse wie „Mietze“ hatten die Chance bekommen. Je höher man die Fußballregionen erklimmt, je größer wird auch der Einzugsbereich der möglichen Spieler. Die Union-Verantwortlichen haben aber zu jeder Zeit den eigenen Nachwuchs nicht übersehen, sondern ihnen auch die Möglichkeiten gegeben, eingebunden zu werden. Leider haben einige talentierte Eigengewächse diese Angebote nicht voll wahrgenommen und fehlen heute dementsprechend im neuen Kader. Die Tür steht aber jedem Talent aus den eigenen Reihen offen und daher lohnt es sich auch für alle Unioner Nachwuchskräfte, weiter fleißig zu trainieren, um später auch einmal in der S-OS Arena in der 1. Männermannschaft des Vereins zu spielen oder als Mädel eben in der Frauenmannschaft des FSV Union Fürstenwalde.

2016-07-08_FSV_tabelle

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