Knapp vorbei am Punktgewinn

Erhobenen Hauptes verließen die Unioner nach dem Spiel vor 4.869 Zuschauern den Platz im Cottbusser Stadion der Freundschaft. Das von nicht wenigen Cottbusser Fans erhoffte Schützenfest ihrer Energie-Fußballer war ausgeblieben. Nach dem 3:0 im September gegen die Fürstenwalder im Pokal und dem Kantersieg von 11:1 im Pokal beim Oberligisten Viktoria Seelow vor einer Woche, hatten einige Cottbusser Fans diese Erwartung und strömten daher ins Stadion, um direkt dabei zu sein, obwohl die Partie live im RBB übertragen wurde. Die Fürstenwalder hatten nicht vor, den Cottbussern kampflos das Feld zu überlassen. Auf Grund der Rot-Sperren von Toni Hager und Jakob Zwerschke sowie einiger angeschlagener Spieler, musste Trainer Achim Hollerieth seine Startelf wieder etwas umstellen, was aber der Moral und dem Kampfgeist seines Teams keinen Abbruch tat. Aus einer gesicherten Abwehr heraus offensiv spielend, begannen beide Mannschaften die Partie, welche unter der Leitung von Schiedsrichter Michael Wilske aus Bretleben stand. Die erste Tormöglichkeit hatten dann in der 7. Min. die Fürstenwalder. Unions Sturmspitze Christian Mlynarczyk hatte sich über die linke Seite durchgesetzt und wurde dann nur durch grobes Foulspiel gestoppt, wofür Jose Matuwila die Gelbe Karte bekam. Den Freistoß brachte Omid Saberdest dann hoch in den Strafraum und Joseph Gröschke lenkte den Ball mit dem Kopf direkt aufs Tor, doch Keeper Meyer-Schade fängt ihn sicher. Drei Minuten später setzt dann Putze für die Cottbusser ein Achtungszeichen, aber Unions Verteidiger Gröschke blockt den Schuss. Die Cottbusser wurden nun etwas spielbestimmender, ohne aber besonders torgefährlich zu werden, denn die Unioner Defensive stand aufmerksam und sicher. In der 27. Min. schoss der Cottbusser Putze den Freistoß von halbrechts in die Mauer und der Nachschuss landete weit neben dem Tor beim Unioner Verteidiger Arbnor Dervishaj. Ihm sprang dabei der Ball bei der Annahme vom Knie an den Oberarm und Schiedsrichter Wilske zeigte nach Rücksprache bei seinem Assistenten auf den Punkt – Handelfmeter. Eine unglückliche Entscheidung gegen den Unioner, denn ein absichtliches Handspiel lag nicht vor. Außerdem gab es noch die Gelbe Karte für Dervishaj. Den fälligen Schuß vom Punkt erledigte Fabio Viteritti erfolgreich und es stand 1:0 für den FC Energie Cottbus. Im weiteren Spielverlauf der ersten Halbzeit erfolgte das Geschehen auf dem Platz fast nur zwischen den Strafräumen, ohne dass sich eine Mannschaft eine Torchance erarbeiten konnte. Die zweite Halbzeit begann, wie die erste endete. Strafraumszenen waren Mangelware. Aufregung Nr. 2 dann in der 55. Min., als nach Eckball der Cottbusser Unions Keeper Oliver Birnbaum sicher zum Ball geht und grob von Tim Kruse gefoult wurde. Der aufmerksam leitende Schiedsrichter Wilske zückte sofort die Gelbe Karte. In der 59. Min. dann Aufregung Nr. 3, denn der Unioner Arbnor Dervishaj bekam wegen Foulspiel die 2. Gelbe Karte (1. Gelbe für die Aktion, die zum Elfmeter führte) und musste somit vorzeitig den Platz verlassen. In Unterzahl ging es für die Fürstenwalder weiter. Der folgende Freistoß der Cottbusser, fast von der rechten Eckfahne aus, brachte auch keine Gefahr für die Unioner. Unions Trainer reagierte nun auf die neue Situation und beorderte in der 60. Min. Stürmer Mlynarczyk in die Abwehr und brachte mit Darryl Geurts eine neue Sturmspitze ins Spiel sowie etwas später dann mit Will Siakam eine weitere Offensivkraft. Die Unioner agierten nun trotz Unterzahl offensiver und somit ergaben sich auch für die bis dahin ideenlos spielenden Cottbusser einige Tormöglichkeiten. So in der 71. Min., wo der Abseitspfiff den Torerfolg verhinderte und in der 75. Min., als Unions Innenverteidiger Alex Sobeck noch vor der Linie klärte. In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Dem Cottbusser Angriff folgte sogleich der Fürstenwalder Gegenangriff und es gab nun auch interessante Torraumszenen auf beiden Seiten. In der 80. Min. faustete der Unioner Keeper Birnbaum den Ball weg, in der 83. hatte der Unioner Zurawski die Tormöglichkeit auf dem Fuß und in der 84. landete der Ball nach Eckball der Cottbusser an der Latte. Die Unioner setzten sofort den Konter, Will Siakam war durchgebrochen und nur noch durch Foulspiel von Marcel Baude zu stoppen, wofür es Gelb gab. Dann die Riesenchance für die Unioner zum Ausgleichstreffer. Nach Eckball gelangte der Ball in den 5-Meter-Raum der Cottbusser, aber weder Siakam noch der aufgerückte Christian Mlynarczyk gelang der Schuss ins Tor. Auch kein anderer Unioner konnte im Gewühl den Ball durch die vielen Beine über die Torlinie bringen. Es fehlte eben auch das Quäntchen Glück in dieser Situation. Die drei Minuten Nachspielzeit brachten dann auch keine Änderung am Spielstand mehr und so gingen die Cottbusser als Sieger vom Platz. Fußball ist eben ein Ergebnisspiel und das entscheidende Tor hatten eben die Cottbusser per schmeichelhaftem Elfmeter erzielt. Die Fürstenwalder haben sich aber wacker geschlagen und können mit erhobenen Hauptes in die nächste Partie schauen, äußerte auch Brandenburgs Fußballchef Siegfried Kirschen, welcher als Spielbeobachter anwesend war. Die nächste herausfordernde Bewährungsprobe für den Regionalligaaufsteiger FSV Union Fürstenwalde erfolgt bereits am kommenden Sonntag in der heimischen Bonava-Arena. Als Gegner erwarten die Unioner die Mannschaft vom FSV 63 Luckenwalde. Für beide Mannschaften geht es um Punkte gegen den Abstieg. Die Unioner sind derzeitig besser platziert und wollen durch einen Sieg den Abstand zu Luckenwalde vergrößern, wozu die Unterstützung von den Rängen erfolgen sollte. Ein Besuch dieses Spiels am Sonntag, um 13.30 Uhr in der Bonava-Arena sollte also auf ihrem Programm stehen, liebe Spreeboten Leser!

error: Der Inhalt ist geschützt!
X