Der Aufstieg muss warten:

Wenn nicht alle mit voller Aufmerksamkeit und Einsatzbereitschaft von Beginn an bei der Sache sind, dann kommt auch keine optimale Mannschaftsleistung zustande. Bei einigen Union-Spielern stimmte es bei diesem Derby in Seelow nicht ganz so. Der ungewohnte Untersatz – Kunstrasen – sowie die nicht gerade souveräne (um nicht zu sagen schwache) Schiedsrichterleistung sind also nicht die ursächlichen Gründe gewesen für die Niederlage der Unioner. Dies fand auch Trainer Matthias Mauksch nach dem Spiel zur unnötigen Niederlage seiner Fürstenwalder Mannschaft. Im Ostbrandenburg-Derby zwischen dem SV Victoria Seelow und dem FSV Union Fürstenwalde galten die Fürstenwalder als der Favorit auf dem Seelower EWE Sportplatz. Über 400 Zuschauer, dabei etwa die Hälfte Fürstenwalder Anhänger, erwarteten ein spannendes Spiel auf dem Großfeld-Kunstrasenplatz und sie sollten von beiden Mannschaften sowie dem Schiedsrichtertrio unter der Leitung vom Leipziger Martin Bärmann nicht enttäuscht werden. Bereits in der Anfangsphase des Spiels gab es viel Aufregung auf den Rängen. In der 10. Min. wurde ein klares Handspiel eines Victoria-Spielers im eigenen Strafraum trotz Protest nicht geahndet und im Gegenzug eine Minute später ein Treffer der Seelower wegen klarem Abseits nicht gegeben. In der 20. Min. verhinderte Unions Keeper mit Glanzparade die Seelower Führung beim Schuss von Philipp Pflug und im schnellen Gegenzug hat Paul Milde, frei allein vorm Torwart Lopusiewicz die Fürstenwalder Führung auf dem Fuß, gibt noch zur Mitte ab, doch Darryl Geurts ist etwas überrascht und verpasst den Ball. Darauf dann die Seelower und erneut rettet Filatow im Union-Kasten mit toller Reaktion und leitet sofort den Gegenzug der Unioner ein. Per Freistoß von der Strafraumgrenze bringt Paul Milde den Ball flach in die Mitte und Stefan Süß schießt direkt scharf aufs Tor. Den Ball kann Lopusiewicz gerade noch nach vorn abklatschen und Darryl Geurts schießt dann direkt ins Tor, doch ein unverständlicher Abseitspfiff ertönte und unterbrach den Fürstenwalder Torjubel. Die Gemüter hatten sich noch nicht ganz beruhigt, da fiel auch schon der erste reguläre Treffer. Über die rechte Seite kommend hatte sich Philipp Pflug, der Ex-Unioner, gegen Ingo Wunderlich durchgesetzt und gekonnt am Torwart vorbei den Ball ins lange untere Eck eingenetzt zur 1:0 Führung für die Seelower in der 26. Spielminute. Fünf Minuten später, per Doppelpassspiel von Ingo Wunderlich und Darryl Geurts über die linke Seite in den Strafraum kommend, setzt Paul Milde die Vorlage direkt aufs Tor, aber glänzend pariert der Seelower Keeper. Zwei Minuten danach ist er dann aber ausgespielt und machtlos. Den Schuss von Darryl Geurts von links lenkt der eigene Mann Apostolow mit der Fußspitze vorm schussbereiten Toni Hager ins eigene Netz zum Ausgleichstreffer für die Unioner. Den nächsten Union-Treffer in der 38. Min. vergeigt dann Rifat Gelici aussichtsreich, nach glänzender Vorarbeit von Ingo Wunderlich, durch seinen zu schwachen Torschuss. Besser machte es dann auf der anderen Seite in der 42. Min. der Seelower Sebastian Jankowski. Der Seelower Freistoß landete zunächst in der Union-Abwehrmauer, den Nachschuss klatschte  Keeper Filatow ab und dann war Jankowski zur Stelle und schob den Ball unter Filatow ins Netz zum 2:1 für den SV Victoria. Nach etwa 10 Minuten in der zweiten Halbzeit setzte ein starker Hagelregen ein und in dieser Phase erzielte der Unioner Darryl Geurts, nach Vorlage von rechts durch Paul Milde, den Ausgleichstreffer für den FSV Union und es stand nach einer Stunde Spielzeit 2:2-Unentschieden. Wer nun ein Aufbäumen der Unioner erwartete, wurde enttäuscht. Stattdessen erzielten die Seelower mit einem schnell ausgeführten Standard in der 68. Min. den nächsten Treffer. Den schnell von links hoch hereingebrachten Eckball nutzte der freistehende Ex-Unioner Toni Mielke zum Kopfball ins rechte obere Toreck und es stand 3:2 für den SV Victoria. Die notwendige Zuordnung im Union-Strafraum stimmte bei den Fürstenwalder dabei ganz und gar nicht. Unions Trainer Matthias Mauksch brachte mit Will Siakam und Marc Fingas für Toni Hager und Tom-Melvin Schmidt nun zwei Neue ins Spiel. Eine Wende im Spiel der Unioner brachte dies nicht, denn die mannschaftliche Geschlossenheit stimmte bei den Unionern an diesem Tage nicht. Die Seelower verteidigten die Führung mit hohem kämpferischen Einsatz und lauerten auf Konter. In der 85. Min. hatten sie einen vielversprechenden Angriffszug, die Unioner Defensive war mit aufgerückt und Stefan Süß Abwehraktion im letzten Moment wurde mit Strafstoß geahndet. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kagan Yildrin sicher zum 4:2 für die Seelower. Dies war dann auch der Endstand. Nicht unverdient siegten somit die Seelower Victoria-Spieler in diesem Derby gegen den Spitzenreiter FSV Union Fürstenwalde. Mit dieser Niederlage gaben die Fürstenwalder die Tabellenspitze ab und liegen nun mit einem Punkt hinter den FC Hansa Rostock II (siegten 8:1 beim BSV Hürtürkel) im Meisterschaftsrennen. Im Aufstiegskampf mit Hertha 03 Zehlendorf liegen die Fürstenwalder mit vier Punkten vorn. Am kommenden Sonntag, dem drittvorletzten Spieltag der Saison, kommt es nun zum direkten Duell der Aufstiegskandidaten. Der FSV Union Fürstenwalde empfängt am Sonntag, um 14 Uhr in der heimischen S-OS Arena den FC Hertha 03 Zehlendorf und es wird zu diesem Spitzenspiel eine große Zuschauerkulisse erwartet. Mit einem Sieg der Unioner könnten sie alles klar machen und es kann gefeiert werden. Rechtzeitiges Erscheinen, auch vieler Fürstenwalder Fußball-Anhänger, sichert einem einen guten Platz im Stadion zur Unterstützung unserer Mannschaft und man kann das Spiel von Beginn an verfolgen.

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