Wie verwandelt, gegenüber dem letzten Spiel gegen Luckenwalde, traten die Fürstenwalder bei ihrer Punktspielpremiere im Albert-Kuntz-Sportpark Nordhausen auf. Im Programmheft „Wacker-Echo“ zu diesem Spiel wurden im Vorwort die Zuschauer (754 Anwesende) eingestimmt mit den Worten „Gegen den Neuling aus Brandenburg gibt es keine Ausflüchte – ein Sieg muss her!“ und der Begründung „Zumal Wacker unter Tomislav Piplica seit vier Spielen unbesiegt und die Abwehr um Timo Berbig seit nunmehr 352 Minuten ohne Gegentor geblieben ist. Die Fürstenwalder trafen die letzten beiden Spiele nicht und ihr letzter Torschütze ist in Nordhausen gut bekannt – Torhüter Oliver Birnbaum (2014/15 bei Wacker zwischen den Pfosten) sollte an alter Wirkungsstätte das eine oder andere Mal den Ball aus seinem Netz fischen.“ Das Spiel, unter der Leitung des Schiedsrichters Stefan Herde aus Dresden, begann für die Nordhausener auch gleich verheißungsvoll. Bei einer Rückgabe in der 5. Min. trat Oliver Birnbaum neben den Ball, welcher dann aber glücklich für die Unioner neben das Tor kullerte. In der 8. Min ertönte bereits der erste Torjubel vom Wacker-Anhang auf den Rängen. Eine hohe Flanke von rechts hoch vors Tor, Kopfball von Nils Pichinat, doch Unions Keeper wehrt zunächst ab, ist dann aber beim Nachschuss von Kaufmann machtlos und es steht 1:0 für Wacker Nordhausen. Ein Auftakt nach Maß für die Thüringer und es lief alles nach Plan, dachten sich ihre Anhänger. Doch nicht geschockt, sondern eher beflügelt agierten nun die Fürstenwalder. Angefeuert von über 30 Union-Fans, darunter lautstark wie schon in Auerbach der „Toni Hager Fanclub“ aus Plauen, spielten nun die Fürstenwalder auf Augenhöhe mit und setzten in der 32. Min. ein erstes Achtungszeichen. Der Freistoß von Kapitän Paul Karaszewski wurde zunächst abgewehrt, aber der Nachschuss von Darryl Geurts kam gefährlich, verfehlte nur ganz knapp das Tor. Zehn Minuten später klingelte es dann aber doch im Tor des Wacker-Keepers Bergig. Ein langer Ball hinter die Wacker-Abwehr, der Wieselflinke Darryl Geurts ersprintet den Ball und schießt von links direkt den Ball ins rechte obere Toreck. Somit stand es nach 42 Spielminuten 1:1 und die Zeit ohne Gegentor der Wacker-Mannschaft war nach 394 Minuten beendet. Erschrockene Gesichter bei den Nordhausenern und Aufmunterungsbekundungen auf Seiten der Fürstenwalder. Wie zu Beginn der ersten Halbzeit auch gleich kurz nach Anpfiff der zweiten Spielhälfte ein Lapsus der Unioner: Tarik Khettal spielte in der 48. Min. überraschend einen unnötigen, unmotivierten Rückpass an den eigenen Pfosten. Eine Schrecksekunde für die Unioner, aber unbeirrt setzten sie ihr Spiel fort. Für Tarik Khettal brachte Trainer Achim Hollerieth in der 61. Min. Gordan Griebsch ins Spiel. Mit seinem ersten Ballkontakt, nach glänzender Vorlage von Darryl Geurts, erzielte er auch gleich das Führungstor für die Fürstenwalder und es stand nach 64 Minuten 2:1 für den FSV. Die Antwort von Wacker ließ nicht lange auf sich warten. In der 68. Min. erzielte Tobias Becker per direktem Freistoß von der rechten Seite mit straffem Schuss den 2:2-Ausgleichstreffer. Unbeirrt spielten die Fürstenwalder weiter und es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Trainer Hollerieth sagte sich, hier geht heut noch was und brachte mit Wuthe und Mlynarczyk zwei neue Offensivkräfte. Christian Mlynarczyk wurde direkt in die Spitze für Toni Hager beordert. In der 81. Min. spitzelte dann Nils Pichinat den Ball über die Torlinie zum 3:2 für Nordhausen und man dachte schon, nun ist der Favorit seiner Rolle gerecht geworden. Hollerieth schwante schon, nicht schon wieder wie beim BAK-Spiel den möglichen Punktgewinn nach gutem Spiel aus der Hand geben. Dem war aber nicht so. Die Unioner setzten mit Kampfgeist und mannschaftlicher Geschlossenheit das Spiel fort. Der Lohn folgte in der 86. Min.: Nach Vorlage von Darryl Geurts schoss Christian Mlynarczyk den Ball direkt ins Tor und es stand 3:3 zum Erstaunen der Wacker-Anhänger auf den Rängen. Mit diesen zwei Joker-Toren hat Trainer Hollerieth mit seinen Einwechslungen ein gutes Händchen bewiesen. Die Fürstenwalder setzten weiter auf Offensive und zwei Minuten nach dem Ausgleichstreffer fast noch das Siegtor für die Unioner. Christian Mlynarczyk kam über die linke Seite und schoss von der Strafraumgrenze direkt scharf aufs Tor. Wacker-Keeper Tino Berbig konnte den Ball gerade noch so über die Latte lenken zur Ecke. Auch in der 89. Min. nach zweimaliger Ecke der Unioner und dem Direktschuss von Martin Zurawski war Berbig auf der Hut und verhinderte mit klasse Paraden Schlimmeres für die Wacker Mannschaft. Ein geiles Spiel und eine klasse Leistung ihrer Mannschaft, jubelten die Fürstenwalder Fans nach dem Abpfiff. Vor einer Woche noch 0:0 in Jena gespielt, über 4 Stunden kein Gegentor zugelassen und nun kassiert ihre Mannschaft im eigenen Stadion von einem Aufsteiger gleich drei Gegentore und gewinnt nicht, war der Tenor der Nordhausener Fans. Für die Fürstenwalder ein hochverdienter und zugleich wichtiger Punktgewinn beim Aufstiegsaspiranten Nordhausen. Am kommenden Sonntag gilt es nun in der heimischen Bonava-Arena diese hervorragende Leistung erneut zu zeigen, im Spiel gegen die Mannschaft vom FC Oberlausitz Neugersdorf. Es gilt also, weitere Punkte zu erkämpfen, um nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten. Dafür sollten die Union-Anhänger zahlreich in die Bonava-Arena strömen und ihre Mannschaft als 12. Mann tatkräftig unterstützen.

Aufstellung:

Trainer: Achim Hollerieth
Co-Trainer: Domenik Reinhard
Torwart-Trainer: Marco Sjena
Betreuer: Hans Wichary
Betreuer: Lutz Bartel

23 Oliver Birnbaum (TW)
6 Ingo Wunderlich
7 Tarik Khettal
10 Toni Hager
11 Darryl Julian Geurts
13 Martin Zurawsky
17 Paul Karaszewski (C)
20 Jakob Zwerschke
25 Joseph Gröschke
27 Tom-Melvin Schmidt
28 Arbnor Dervishaj
21 Daniel Bittner (ETW)
3 Gordan Griebsch
5 Alexander Sobeck
14 Alexander Wuthe
15 Christian Mlynarczyk
19 Omid Saberdest
30 Stefan Süß

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