Hautnah dabei

Golf-Luft geschnuppert

Erfolgreiche Sport-Veranstaltungen zeichnen sich durch die Wahl eines besonderen Standorts, einige gut platzierte Highlights, natürlich die Sportler, Mannschaften und Zuschauer und, nicht zu vergessen, ein gutes Organisationsteam aus. Eine runde Sache wird ein Event aber erst dann, wenn die Stimmung gut ist und alles entspannt und scheinbar wie von selbst funktioniert.

Dazu sind viele helfende Hände im Hintergrund nötig. Eine solche gelungene Veranstaltung war die Golf-Europameisterschaft der Männer, welche in diesem Jahr im A-ROSA Resort in Bad Saarow stattfand. Susanne Reid, Inhaberin des Magazins Märkische LebensArt, wollte das Spirit einer solchen Veranstaltung hautnah fühlen und der Faszination Golf auf den Grund gehen. „Für mich schien die Position des Helfers und damit für kurze Zeit Teil des a-rosa Teams zu sein, der perfekte Weg.

Wo sonst kann man über eine längere Zeit so nah die 16 Nationalteams erleben, ohne Vorkenntnisse eingebunden in den Ablauf eines renommierten Sportereignisses werden und dabei noch etwas Gutes tun?“, begründet Susanne ihre Entscheidung. Als Driving Range Supervisor ging sie die letzten beiden Tage der Golf-EMM für jeweils 7 Stunden an den Start. Sie sorgte dafür, dass immer genug Golfbälle für die Übungsschläge der Nationalspieler bereitstanden, befreite das Areal von leeren Ballkörben und sammelte regelmäßig Golfbälle vom Putting Green.

Andere freiwillige Helfer des Teams wurden als Cart-Fahrer, Scoreboard-Träger oder Vorcaddies eingesetzt.

„Schon ab 6:30 Uhr kamen die ersten Teams inklusive Trainer auf die Driving Range, um eine Vielzahl von Übungsschlägen zu absolvieren. Die letzten Spieler verließen den Übungsplatz nach 19:00 Uhr. Wenn man bedenkt, dass alle Golfer täglich 36 Loch auf dem Faldo Course zu spielen hatten und damit 5-6 Stunden bei starkem Regen oder intensiver Sonne unterwegs waren, fand ich die Ausdauer beim Üben sehr bemerkenswert“, erzählt Susanne. „Mein Job fand ich eher entspannend als anstrengend.

Ich hatte im Gegensatz zu meinen Helferkollegen, die von Dienstag bis Donnerstag bei viel Regen arbeiten mussten, angenehme sommerliche Bedingungen und konnte mich zwischendurch mit einigen Spielern, Trainern, Zuschauern und anderen Helfern unterhalten.“ Generell kamen die Teams gemeinsam zum Training oder auch zum Warm-up auf die Driving Range. Sehr gut war dabei, einige Unterschiede zwischen den Teams zu beobachten. Beispielsweise waren die Spanier, Italiener und Iren auch beim Training weitaus kommunikativer untereinander als die anderen Teams.

Die Franzosen sind äußerst durchtrainiert, während der ein oder andere Sportler aus anderen Teams auch mal etwas mehr auf den Hüften hatte. Insgesamt war die Atmosphäre jedoch erstaunlich locker, auch zwischen den Mannschaften. Zwischen hochkonzentrierten Phasen lachten die 18- bis 23-Jährigen miteinander, unterhielten und motivierten sich gegenseitig. Viele hatten bei ihren Abschlägen Kopfhörer im Ohr.

Welche Musik da so läuft, ist sicher spannend zu wissen. „Bei einem englischen Spieler konnte ich einen Song aus den 80er Jahren ausmachen, als ich dicht neben ihm stand“, schmunzelt Susanne. „Es war für mich ein Erlebnis, sich mit den deutschen Nationalspielern zu unterhalten, die natürlich ziemlich enttäuscht waren, den Medaillenplatz nur haarscharf verpasst zu haben.“, berichtet Susanne weiter.

„Trotzdem hatten unsere Golfmänner sichtlich Spaß am Event. Schön auch zu sehen, wie der Brandenburger Falko Hanisch von Familie und Freunden unterstützt wurde, besonders nach der Nachricht, dass er im letzten Kampf um Platz drei nicht aufgestellt wurde. Sehr sportlich fand ich dann die Entscheidung von Falko, seinen Teamkollegen als Caddie auf dem Faldo Course zur Seite zu stehen.“

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