Spitzenreiter gut gefordert – 1:2

Endlich rollt er wieder – der Ball – allerorten in der Regionalliga Nordost, sagten sich nicht nur die Verantwortlichen, sondern auch die Spieler und Fußballfans der betroffenen Vereine. Am 4. Punktspieltag in diesem Jahr fanden erstmals alle angesetzten 9 Partien in der Regionalliga Nordost statt. An den vergangenen drei angesetzten Spieltagen in diesem Jahr konnten lediglich 4 der 27 geplanten Spiele witterungsbedingt durchgeführt werden. Von den Absagen voll betroffen war auch die Regionalligamannschaft des FSV Union Fürstenwalde. Die Freude war bei allen Spielern, Verantwortlichen und Fans groß, dass es nun endlich auch für die Fürstenwalder mit den Punktspielen wieder losgeht. Am vergangenen Sonntag stand das Heimspiel der Unioner in der Bonava-Arena auf dem Programm, und als Gastmannschaft erwartete man keinen Geringeren als den aktuellen Tabellenführer, die Mannschaft vom FC Carl Zeiss Jena. Bei hochsommerlichen Temperaturen Ende August 2016 hatte die Jenaer Mannschaft das Hinspiel im altehrwürdigen Ernst-Abbe-Stadion gegen den Aufsteiger FSV Union klar mit 4:0 vor 2.519 Zuschauern gewonnen. Eine erneute so klare Niederlage wollten die Fürstenwalder nicht noch einmal kassieren, auch wenn es gegen den Spitzenreiter geht, sondern ihm Paroli bieten, sagte sich die Mannschaft und ging entsprechend motiviert in das Spiel. Neu, aber zugleich ein alter Bekannter, war bei den Fürstenwalder an der Seitenlinie als Trainer Matthias Maucksch zugegen und wurde von den Fürstenwalder Fans als ihr Aufstiegstrainer besonders herzlich empfangen. Auch neu, aber für die Fürstenwalder kein Unbekannter, war an der Seite des Cheftrainers Maucksch als neuer Co-Trainer Michael Pohl dabei. Mit etwas Verspätung wurde die Partie vor der stimmungsvollen Kulisse von 906 Zuschauern in der Bonava-Arena vom Berliner Schiedsrichter Jakob Pawlowski angepfiffen. Von Beginn an entwickelte sich ein temporeiches, gut klassisches Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten, was die Zuschauer zugleich begeisterte. Die erste aussichtsreiche Chance hatte die Zeiss-Elf: Per direktem Freistoß in der 5. Min. aus gut 25 Metern von der linken Seite aus setzte Justin Gerlach den Ball knapp übers Tor. In der 8. Spielminute dann das erste Achtungszeichen der Unioner: Martin Zurawski spielte von links dem Ball flach vors Tor, doch um Zentimeter rutschte Neuzugang Rico Gladrow im 5-Meter-Torraum am Ball vorbei. Torwart Raphael Koczar hätte da nicht mehr eingreifen können. Große Aufregung dann auf den Rängen und im Unioner Strafraum in der 18. Spielminute. Ein Abpraller vom Knie des Unioner Onur Yessilli fing Torwart Daniel Bittner auf und Schiedsrichter Pawlowski pfiff unzulässige Ballrückgabe und somit indirekten Freistoß für Jena vom Elfmeterpunkt aus. Alle Unioner stellten sich vor der Torlinie auf, um den Torerfolg zu verhindern. Justin Gerlach legte den Ball zu Torjäger Thiele, welcher den Ball in die Union-Mauer setzte. Schiedsrichter Pawlowski ließ aber den Freistoß wiederholen, da sich Torwart Bittner zu früh aus der Mauer gelöst haben soll. Aber auch den zweiten Versuch konnten die Unioner abwehren und somit den in der Luft liegenden Torerfolg der Zeiss-Elf verhindern. In der 23. Min. stand dann Jenas Torwart im Mittelpunkt des Geschehens, als er den Kopfball von Rico Gladrow im letzten Moment noch zur Seite lenken konnte. Zwei Minuten später fiel dann aber doch der Führungstreffer, aber auf der anderen Seite für den FC Carl Zeiss Jena. Beim Einwurf der Jenaer von der linken Seite, etwa Strafraumhöhe, waren die Unioner etwas unaufmerksam. Der Ball kam zum freistehenden Sören Eismann, welcher ihn an den Pfosten setzte. Den ins Feld zurückspringenden Ball beförderte dann aber freistehend Firat Sucsuz mit scharfen Schuss aus 15 Metern unter die Latte ins Netz und es stand 1:0 für Jena. Bis zur Halbzeitpause gab es noch Möglichkeiten für beide Mannschaften, es blieb aber beim Spielstand. Den zweiten Spielabschnitt begannen die Jenaer gleich mit einem Paukenschlag. Nach dem Anstoß flankte Gerlach den Ball von rechts zu seinem Kapitän Rene Eckhardt und der hämmerte den Ball aus 10 Metern unhaltbar ins Netz zum 2:0 für den FC Carl Zeiss Jena. In der 53. Min. setzten die Jenaer noch mal ein Achtungszeichen mit einem Pfostenschuss, aber die Unioner spielten unbeirrt weiter und bekamen jetzt Oberwasser. Unions Cheftrainer Matthias Maucksch brachte mit Christian Mlynarczyk und dann Neuzugang Niels Stettin zwei weitere Offensivkräfte ins Spiel und die Fürstenwalder wurden dominanter. Sie setzten die Zeiss-Elf nun zusehends mächtig unter Druck und erspielten sich so einige Chancen zum Anschlusstreffer. In der 76. Min., nach Einwurf von Onur Yessilli, konnte Jenas Torwart den Flachschuss von Martin Zurawski gerade noch abwehren. In der 83. Min. war er dann aber beim Torschuss und somit Anschlusstreffer der Unioner machtlos. Vorausgegangen war der schöne, schnell durchgeführte Union-Angriffszug von Zurawski eingeleitet und gespielt zu Mlynarczyk, welcher zu Will Siakam den Ball weiterleitete und Siakam sofort quer am Torwart vorbei zum mitgelaufenen Darryl Geurts spielte, so dass Geurts den Ball zum umjubelten Anschlusstreffer nur noch einschieben brauchte. Mehr als den Anschlusstreffer gelang in den Schlussminuten den Unionern leider nicht mehr. Die Zeiss-Elf  geriet zwar unter starken Dauerdruck, rettete sich aber mit einigen Befreiungsschlägen bis zum Schlusspfiff. Mit 1:2 unter unterlagen am Ende die Unioner dem Spitzenreiter FC Carl Zeiss Jena in der Fürstenwalder Bonava-Arena. Unter großem Beifall von den Rängen und mit erhobenem Kopf konnten sie nach diesem klasse Spiel den Platz verlassen. Die Einstellung bei allen hat gestimmt und sie haben ein großartiges Spiel gemacht, aber eben nicht das Quäntchen  Glück gehabt zum Punktgewinn, welchen sich auch der anwesende Cottbusser Trainer erhoffte und die Fürstenwalder Fans sich wünschten. Bereits am Freitag geht es zum nächsten Spiel auf nach Babelsberg. Um 19 Uhr wird dort im Karl-Liebknecht-Stadion die Partie gegen den SV Babelsberg 03 angepfiffen. Es folgt dann am Freitag, den 10. März, das Auswärtsspiel in Neustrelitz.

Aufstellung des FSV Union:

Trainer: Matthias Maucksch

Co-Trainer: Michael Pohl

Torwart-Trainer: Marco Sejna

Betreuer: Hans Wichary, Lutz Bartel

21 Daniel Bittner (TW)
  9 Will Siakam
11 Darryl Julian Geurts
13 Martin Zurawsky
14 Alexander Wuthe
17 Paul Karaszewski (C)
20 Jakob Zwerschke
22 Rico Gladow
24 Onur Yesilli
25 Joseph Gröschke
30 Stefan Süß
   1 Björn Oelze (ETW)
   7 Tarik Khettal
   8 Andy Weinreich
15 Christian Mlynarczyk
19 Nils Wilko Stettin
27 Tom-Melvin Schmidt
28 Arbnor Dervishaj

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