Die Leidenschaft zweier Enthusiasten, nämlich Olaf Haeusner und Andreas Schwelgien, zum Rennsport hat dazu geführt, gemeinsam ein Team zu bilden. Vor drei Jahren nahm alles Gestalt an, doch vorerst nur in kleinen Schritten und mit einfachsten Mitteln. „Wie das bei vielen Unternehmungen halt so ist, wir schauten erst einmal, ob da was geht“, war die Aussage der beiden im Gespräch. Das Zugpferd war ein BMW E30 – der Marke sind sie bis heute treu geblieben und eine andere Marke spielt auch keine Rolle. Die ersten zaghaften Schritte auf den Rennstrecken testeten sie in erster Linie bei Rennen mit dem Ziel „Gleichmäßigkeitsläufe“, was bedeutet, dass man immer die gleiche Rundenzeit erzielen muss und danach bewertet wird. Irgendwann wurde das aber langweilig und sie wollten doch höher hinaus und nicht nur immer eine Runde wie die andere fahren. „Wir wollten richtige Rennen fahren! Also entschlossen wir uns, einen Schritt weiter zu gehen.“ Das bedeutete wiederum, mehr Anstrengungen und noch mehr Zeit zu investieren in das Hobby Motorsport. Folglich haben sie sich zusammengesetzt und einen Plan aufgestellt, wie das vonstattengehen sollte. Der Dachverband für den Automobil- und Motorrad-Sport ist der „Deutsche Motor Sport Bund“ (DMSB), er bestimmt das Regelwerk der affinen Motorsport-Enthusiasten auf höchster Ebene – mit allem, was dazu gehört. Wer sich dem Regelwerk unterwirft, hat eine Menge zu beachten. Im Speziellen haben sie eine Fahrerlizenz und den Wagenpass erworben, der dann durch den technischen Kommissar hochoffiziell abgenommen wurde. Im November 2013 kam dann der erste Start, in ihrem Fall aber nur als Gaststarter auf dem Nürburgring zum Saisonfinale. Und was passierte? Natürlich das, womit man überhaupt niemand gerechnet hatte: Das H&S Motorsport-Team fuhr auf Anhieb in seiner Klasse auf den 1. Platz! „Da war was los“, erzählten die beiden voller Begeisterung, „da wir ja anfangs noch belächelt wurden.“ Dieses Rennen war ausschlaggebend für alles, was danach passierte. Das Auto wurde, wie in dem authentischen Film „Tage des Donners“, von Grund auf neu gebaut, das Fahrwerk abgestimmt. Das ist zu vergleichen mit der Formel Eins, nur alles eine Nummer kleiner. Mit so viel Euphorie im Gepäck haben sie sich bei der DMV BMW Challenge 2014 eingeschrieben, um dann so richtig böse einzubrechen: Es gab viele Fehlschläge, die Motoren hatten dabei einen wesentlichen Anteil, sie waren einfach nicht gut genug, so dass die beiden kurz vor dem Aus standen, sich aber aufgerappelt haben und das Blatt bis Ende 2014 noch einmal wenden konnten. Der Zeitfaktor spielt eine große Rolle in allen Belangen des Motorsportes, aber auch die Unterstützung durch Sponsoring-Partner darf nicht außer Acht gelassen werden. Nächteweise haben sie am Auto gebaut, gepfriemelt, neues ausprobiert und viel ausgetauscht. Sie haben in dieser Zeit verlässliche Partner gefunden, die mit der gleichen Leidenschaft ans Werk gehen wie sie selbst. Trotz der widrigen Umstände sind Olaf Haeusner und Andreas Schwelgien in der Saison 2014 noch Vizemeister geworden. Aus diesem schicksalhaften Jahr sind sie gestärkt hervorgegangen, um dann in 2015 in die Vollen zu gehen. Seitdem läuft es für das Team. Es hat sich nicht nur das Auto geändert, auch der Zusammenhalt und die Sprache ist eine andere – die Sprache des Fahrers und das Verständnis des Gegenübers. Wenn sie das Auto einstellen und mit einander darüber sprechen, was geht oder was aufgefallen ist, weiß der andere gleich, was gemeint ist und ändert die Einstellungen. Zum Ende des letzten Jahres hat sich das Team bewusst für ein größeres Transportmittel entschieden und sich einen LKW zugelegt und funktional ausgebaut. Das hat nun den Vorteil, dass sie nicht mehrere Transporter benötigen, sondern nur noch den einen LKW, der alles transportiert und dabeihat, was man braucht. Das Jahr 2016 ist etwas ganz Besonderes für das Team, denn zum ersten Mal wagten sie sich ins Ausland. Aus der Sicht der beiden die beste Entscheidung in ihrer Motosport-Geschichte. Sie hatten sich beim „Carbonia Cup“ in Most in Tschechien angemeldet und sind von den vorgeschriebenen sieben Rennen fünf mitgefahren. Trotz der fehlenden zwei Rennen haben sie es auf Platz 1 geschafft. Na, wenn das nichts ist! Derweilen haben sie noch bei der DMV BMW Challenge am 16. Juli auf dem Lausitzring teilgenommen und in zwei Rennen jeweils den Sieg eingefahren. Es hat den Anschein, als ob das H&S Motorsport-Team durch nichts zu stoppen wäre, denn am 3. Oktober fuhren die beiden zum ersten Mal beim NAVC Race Day auf der Rennstrecke in Most mit und wurden auf Anhieb Dritte der Gesamtwertung. Natürlich ist man auch immer auf der Suche nach Sponsoring-Partnern, die diese Leidenschaft teilen. Also, wer Lust dazu hat, kann sich gern bei H&S Motorsport melden.

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