Ruderclub Fürstenwalde 1893 e.V.

Als mein Kardiologe mir eröffnete, es sei nichts am Herzen, war ich erstmal beruhigt. Es stellte sich zudem heraus, dass er auch Ruderer beim Ruderclub Berlin-Wannsee ist. Ich entgegnete ihm, dass ich ebenfalls im Ruderclub Fürstenwalde rudere und zwar seit 4 Jahren! Er interessierte sich dafür und ich erzählte ihm meine Geschichte. Als Westberliner habe ich meinen zweiten Wohnsitz in Fürstenwalde genommen, um eigentlich mein Alter zu genießen. Am schönen Spreeufer entdeckte ich einen kleinen Hinweis: „Senioren rudern beim Ruderclub Fürstenwalde 1893 e.V.!“

Das interessierte mich und dann traf ich Uwe Klingberg am Zaun. Ich hatte kaum Ahnung vom Rudern und er war Trainingsleiter beim Fürstenwalder Ruderclub. „Du packst das“, sagte er und das gefiel mir. Das war im Spätsommer 2012. Jeden Donnerstag um 14 Uhr begann das Training. Ich lernte meine Altersgenossen kennen und ihre DDR-Lebensläufe. Da sind zum Beispiel Ruth, Meisterruderin der DDR oder Helga und Lothar, Ingenieur und Ökonomin, Hilde, die Facharbeiterin und Gabi, die Chemielehrerin. Zu meinem siebzigsten Geburtstag, das war Ende 2012, erschienen Ruth und Peter mit Blumen und einem Präsentkorb und gratulierten mir im Namen des Vereins. Ich staunte damals nicht schlecht. Irgendwie war ich angekommen oder von der Herzlichkeit eingefangen? Was gefiel mir eigentlich am Rudern? Natürlich die schöne Spree, Natur, Ruhe, der Gleichklang der Ruderbewegungen in unserem Vierer und die Geselligkeit nach dem Training auf der Spree, wo es anschließend Kaffee und Kuchen gibt und manchmal auch ein Dienstbier. Schon im Mai 2013 konnte ich an der Wanderfahrt nach Rüdersdorf teilnehmen. Im Juni dann lernte ich den Möllensee und Flakensee kennen. Im Oktober ruderten wir nach Spreenhagen und Kersdorf. Wanderfahrten gehören zum jährlichen Programm und sind immer etwas Besonderes. Sie sind nicht nur abwechslungsreich, sondern man lernt auch neue Landschaften und Orte kennen. Ein besonderes Highlight war die „Große Umfahrt“ von Fürstenwalde über Berlin bis Beeskow und zurück. Das war im Jahr 2014. Die mehrtägige Wanderfahrt von Mirow aus im Juni 2015 war mit Museumsbesuchen auch kulturell ein Highlight. In diesem Jahr führte uns die Wanderfahrt für vier Tage nach Werder/Havel und Umgebung. Für Lothar und Martin, mit ihren 66 und 67 Jahren unsere „Jüngsten“, war das noch unbekanntes Terrain! Im April jeden Jahres findet in Fürstenwalde traditionell eine Langstrecken-Regatta mit vielen anderen Rudervereinen aus Deutschland statt. Einige von unseren Seniorinnen und Senioren sind sportlich topfit und hoch motiviert und nehmen an den Wettbewerben teil. Jetzt werde ich bald 74 und denke noch lange nicht ans Aufhören. Und da bin ich mit meinem Kardiologen einer Meinung, obwohl der erst 50 ist! Rudern mit 67 ist besser als Rente mit 67!    Peter A. Wobbe

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