Am gestrigen Donnerstag feierte die Commerzbank in Fürstenwalde ihr 25-jähriges Jubiläum im feierlichen Rahmen. Zahlreiche Gäste waren eingeladen, unter ihnen viele langjährig Kunden und ehemalige Wegbereiter und Mitarbeiter, die an diesem Jubeltag mit dabei sein wollten. Der neue Filialleiter Sören Kohnert begrüßte die Gäste, im besonderen Fürstenwaldes Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst. In seiner kurzen Ansprache zeigte er sich erfreut über das beständige Festhalten an Traditionen. Kohnert führte aus, dass die Bank sicher viele Höhen, aber auch Tiefen erlebt habe und dass die fast 7.000 Kunden aus der Region trotz aller Widrigkeiten treu zu ihrer Commerzbank stehen. Darüber hinaus verwies er auf die interessante Ausstellung, die die Geschichte der Bank in Fürstenwalde widerspiegelt und dass man sich besonders darauf gefreut habe, heute gemeinsam die große Geburtstagstorte anzuschneiden. Zu den besondern Gratulanten gehörten auch die Kinder der Kita Sonnenschein, zu der man ein sehr inniges Verhältnis pflegt. Damit übergab er das Wort an den Bürgermeister. Hans-Ulrich Hengst sprach ebenfalls von Beständigkeit und Kontinuität und betonte, dass die Mitarbeiter in Fürstenwalde wahrlich viel geleistet hätten. Eine Bank wird eben auch über ihre Mitarbeiter definiert, und der Erfolg einer Bank hängt im Wesentlichen von dem Vertrauen der Kunden in die Mitarbeiter ab. Insofern sei der Erfolg der Commerzbank eben auch ihren Mitarbeitern zu verdanken.

Mit einer Million Mark im Trabi unterwegs

Klaus-Peter Müller erinnert sich noch heute gern an die Erlebnisse vor 25 Jahren. Der spätere Vorstandschef und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Commerzbank war als Leiter der „Zentralen Abteilung zur Vorbereitung des DDR-Geschäfts“ verantwortlich für den Aufbau der Commerzbank in den neuen Ländern. „Innerhalb weniger Monate musste ich Filialen in allen größeren Städten der DDR aufbauen und dafür 1000 Mitarbeiter finden.“ Das tägliche Geschäft mutete damals oft abenteuerlich an. Mit dem Trabant fuhr Müller beispielsweise zur Zweigstelle der Bundesbank in Gotha. Gegen Vorlage seines Personalausweises und einer Visitenkarte erhielt er einmal eine Million Mark, die er dann im Trabant zur Filiale brachte. „Ich habe mich in dem Trabi sicherer gefühlt als in jedem Mercedes, weil ja niemand darauf gekommen wäre, dass wir in diesem Auto eine Million Mark dabei haben.“ Möglich wurde die Wiedereröffnung durch den Fall der Mauer und damit die Einführung der D-Mark in der ehemaligen DDR. Dabei hat die Bank in Fürstenwalde schon eine lange Tradition. Die Dresdner Bank war hier bereits vor dem Zweiten Weltkrieg aktiv. Sie kam durch die Übernahme der Darmstädter und Nationalbank hierher. Ansässig war die Geschäftsstelle zunächst in der Mühlenstraße 26, zog aber um 1932/33 in die Eisenbahnstraße 9. Mit der Wiedervereinigung kamen die Banken zurück nach Fürstenwalde. Am 2. September 1991 eröffnete die Dresdner Bank ihre Filiale in der Ernst-Thälmann-Straße 126. Während die Hausnummer unverändert blieb, wurde die Straße später in Eisenbahnstraße umbenannt. Erster Filialleiter war Jürgen Fiehn. Am 21. Januar 1992 – kaum ein halbes Jahr später – war auch die Commerzbank da. Ursprünglich geplant in der Mühlenstraße 15, musste die Filiale zunächst interimistisch in die August-Bebel-Straße 24 ziehen. Die Räumlichkeiten in der Mühlenstraße 15 wurden erst umfassend modernisiert und eingerichtet, bevor das Team um Filialleiter Horst Niemeier einzog. Mit der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank im Jahr 2009 wurden die Filialen beider Banken auf der Eisenbahnstraße 126 zusammengelegt. Die Leitung übernahm zu Beginn des Jahres Sören Kohnert. „Das Bankgeschäft hat sich in den vergangenen 25 Jahren natürlich stark verändert“, sagt  Kohnert. „In den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung war der Beratungsbedarf besonders groß. Es gab Filialen, um ein Konto zu eröffnen oder eine Überweisung abzugeben.“ Heute führen viele Kunden ihre Standard-Bankgeschäfte online oder mobil. Die Commerzbank hat sich darauf mit einem modernen digitalen Angebot, wie zum Beispiel der Photo-TAN, der Kontostand-App oder dem digitalen Haushaltsbuch, eingestellt. „Der Beratungsbedarf in den Filialen hat sich verschoben, heute wird zu komplexen Sachen wie Vermögensanlage, Altersvorsorge oder bei Baufinanzierungen beraten. Die Zukunft des Privatkundengeschäftes ist digital aber eben auch noch persönlich“, betont Kohnert. Die Ausstellung zur Bankgeschichte ist noch bis Ende September in den Räumen der Commerzbank zu sehen.

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