Inspektion des Waldbestandes an Gleisen

    Bei der Bahn steht aktuell die intensive Inspektion des Waldbestandes an. Forstexperten sind dafür mit Spezialtechnik im gesamten Bundesgebiet unterwegs, um den Zustand von Bäumen und Pflanzen im Umfeld von Gleisen akribisch zu ermitteln und zu dokumentieren. Die Maßnahmen sind Teil des Anfang 2018 gestarteten neuen „Aktionsplans Vegetation“ hin zu einem nachhaltigen, sturmsicheren Waldbestand. Bis zu 150 Forstarbeiter sollen noch in diesem Jahr die mehr als tausendköpfige Vegetationsmannschaft bei der Inspektion verstärken. Zudem erhöht die DB ihr Budget für das Vegetationsmanagement: in den nächsten fünf Jahren stehen zusätzlich zu den seit 2007 per anno bereitstehenden hundert Millionen Euro weitere 125 Millionen Euro für die Pflege und Kontrolle des Pflanzenbestandes bereit.

    In der Inspektionsphase nehmen Forstexperten die Vegetationsbestände vom Boden und von allen Seiten aus genau unter die Lupe. Bäume, die Krankheiten aufweisen oder mit Blick auf Wuchs und Bodenqualität nicht fest genug stehen, werden identifiziert. Punktuell kommen Resistographen zum Einsatz, die nach einer dünnen Bohrung ins Gehölz Schlüsse auf die Stand- und Bruchsicherheit der Bäume erlauben. Die so gewonnenen Daten werden mit Hilfe von Tablets vor Ort erfasst und fließen in ein geographisches Fachinformationssystem ein. Punktuell greift die Bahn auch auf Drohnen zurück, die ausgestattet mit Sensoren Bäume oder ganze Strecken aus der Luft erfassen. Aussagekräftige Daten liegen so in kurzer Zeit mit vergleichsweise geringem Aufwand vor.

    Die dokumentierten Baum- und Pflanzenbestände sind die Basis für die ab Herbst folgende Durchforstung entlang wichtiger Hauptrelationen. Instabile Baumarten und Bäume mit kritischen Wuchsformen werden hierbei gezielt entfernt. Gleichzeitig fördert die DB Bäume mit stabiler Höhe und geeigneten Wuchsformen sowie Sträucher und Feldgehölze.

    Mit dem „Aktionsplan Vegetation“ reagiert die DB auf geänderte Rahmenbedingungen und Auswirkungen von Extremwetterlagen auf die Fahrgäste und das System Schiene. Der etablierte 6-Meter-Rückschnitt entlang der Gleise und das Schwerpunktprogramm an neuralgischen Punkten (Hot-Spots) werden fortgesetzt. Ergänzt werden die Maßnahmen nun durch eine intensivierte Inspektion sowie eine gezielte Durchforstung über die 6-Meter-Zone hinaus.

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