Ökologisch und ökonomisch erfolgreich

    Studierende der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) gründen eigene Gruppe für „Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft“ und setzen damit ein Zeichen für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern, die später ihre Arbeitsplätze sein werden. In der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) sind Förster/innen, die Visionen haben, gerade von denen wollen wir lernen“, sagt Jakob Liesegang, der die erste Ortsgruppe an der HNEE zusammen mit 30 weiteren Studierenden gegründet hat.

    Das deutschlandweite Netzwerk aus Förster/innen, Waldbesitzer/innen, Wissenschaftler/innen und Waldinteressierten sei für die Studierenden ein guter Nährboden für Wissensaustausch und langfristige Kontakte. In unserem Studium an der HNEE wird der nachhaltige Gedanke stark betont, wobei der Wald nicht allein als Holzlieferant verstanden wird, sondern als ein ökosystemarer Dienstleister. „Das haben wir mit der ANW gemein“, erklärt der Forstwirtschaftsstudent im 4. Semester.

    Für ihn wie für seine Kommilitonen sei es deshalb selbstverständlich, den Wald als Luftverbesserung, Erholungsort, Wasserregulator und Bewahrer der Biodiversität gleichermaßen zu begreifen. So sei ihnen bspw. Totholz kein Dorn im Auge, sondern eine Bereicherung, weil es als Lebensraum für bedrohte Arten diene. Diesen Ansatz der Waldwirtschaft möchte die neue Hochschulgruppe mit ihren Aktivitäten künftig weiter verstärken und Argumenten der simplen Bewirtschaftung mit Monokulturen und Kahlschlag etwas entgegensetzen.

    Als Hochschulgruppe organisieren wir, in Zusammenarbeit mit der ANW-Landesgruppe Brandenburg, Revierleitern und Waldbesitzern, Exkursionen in interessante Reviere. Dort setzen wir uns aktiv mit naturgemäßer Waldbewirtschaftung auseinander und nehmen an praktischen Übungen teil, berichtet Forstwirtschaftsstudentin Hannah Riedel. So verbrachten die Studierende schon Wochenenden bei brandenburgischen Privatwaldbesitzern, um mit ihnen Begehungen durch deren Wälder zu machen und von deren Erfahrungen im Waldumbau zu lernen.

    Diskussionen über die Reduktion von Schalenwild zur Verbesserung der Verjüngung von Wäldern gehörten dabei ebenso dazu, wie der Blick auf den demografischen Wandel in den Forstbetrieben. „Als nächste Generation von Förster/innen wirtschaften wir später im eigenen Revier und wollen dort Dauerwald ökologisch und ökonomisch erfolgreich bewirtschaften“, blickt Jakob Liesegang in die Zukunft.  Dass man hierbei nicht missionarisch auftreten möchte, betont er ausdrücklich. Vielmehr stehe der Austausch auf Augenhöhe mit verschiedenen Akteur/innen im Vordergrund, um unterschiedliche Waldbaustrategien kennenzulernen.

    Unter Dauerwald verstehen die ANW-Mitglieder die Einzelstammnutzung von hiebsreifen Bäumen. Dadurch hat der Wald eine ungleichmäßige Struktur, sichert die Ökosystemdienstleistungen und bietet die Möglichkeit einer dauernden hochwertigen Holznutzung und eine hohe Wirtschaftlichkeit.

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