Brandenburger Jahrestagung zum Europäischen Sozialfonds

    Die Digitalisierung der Arbeitswelt steht im Fokus der diesjährigen Brandenburger Jahrestagung zum Europäischen Sozialfonds (ESF). Die Veranstaltung des Arbeitsministeriums fand am Mittwoch an der Technischen Hochschule Wildau statt. Das Motto lautete „Gute Arbeit im digitalen Wandel“. Diskussionsgrundlage ist die neue Studie „Arbeit 4.0 in Brandenburg“, die vor einer Woche zum ersten Mal öffentlich vorgestellt wurde.

    „Dank der Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds können wir in Brandenburg aktiv gute Arbeit fördern“, so die Arbeitsministerin Diana Golze. „Ein zentraler Befund der heute diskutierten Studie Arbeit 4.0 ist die besondere Rolle der Beschäftigten im Digitalisierungsprozess. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen hat angegeben, die Impulse für Digitalisierung gehen von den Beschäftigten selbst aus.

    Sie sind häufig der Dreh- und Angelpunkt im Unternehmen. Dafür brauchen sie Weiterbildung, Qualifizierung, aber auch eine lernförderliche Arbeitsumgebung. Betriebsräte werden in dem Prozess immer wichtiger. Mit unseren ESF-Förderprogrammen können wir diesen Prozess konkret unterstützen.“

    Schon bei den Verhandlungen zur laufenden ESF-Förderperiode war klar, dass die ostdeutschen Länder in Zukunft weniger Geld aus Brüssel erhalten werden. Aber auch in der neuen Förderperiode 2021-2027 brauchen wir jeden einzelnen Euro aus dem ESF.

    Der Brandenburger Arbeitsmarkt entwickelt sich zwar gut. Aber im Vergleich zu den westdeutschen Ländern haben wir immer noch einen zu hohen Anteil von Langzeitarbeitslosen. Und der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wird härter.

    Wer hier mithalten will, muss vor allem attraktive Arbeitsbedingungen bieten. Zu der Brandenburger Jahrestagung kamen rund 280 Arbeitsmarktexpertinnen und -experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung, Politik und Gewerkschaften. Gastredner war Egbert Holthuis, Leiter des Länderreferats D5 – Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien – bei der Europäischen Kommission, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration. In einem anschließenden Gespräch diskutierten Diana Golze und Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer über Chancen, Risiken und Gestaltungsmöglichkeiten der Digitalisierung in Arbeitswelt und Wirtschaft in Brandenburg.

    Die Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel. Davon sind nahezu alle Berufe betroffen. Wir erwarten durch die Digitalisierung aber keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Arbeit wird uns in Brandenburg nicht ausgehen. Aber es werden in den kommenden Jahren einige Berufsbilder verschwinden, dafür werden neue entstehen.

    Die Anforderungen an Ausbildung und Qualifizierung steigen deutlich. Die Zeit, in der man einmal einen Beruf gelernt und dann sein Leben lang darin gearbeitet hat, ist endgültig vorbei.

    Lernen findet nicht mehr temporär außerhalb vom Betrieb statt, sondern das ganze Berufsleben lang, idealerweise während des Arbeitsprozesses. Auch die Unternehmen müssen sich darauf einstellen. Der technische Fortschritt verlangt von ihnen deutlich mehr Investitionen in die Qualifizierung der Beschäftigten. Weiterbilden ist der Schlüssel für die Fachkräftesicherung.

    Das wird eine enorme Herausforderung für Beschäftigte und Betriebe gleichermaßen. Darauf müssen wir die Weiterbildungsangebote im Land Brandenburg ausrichten. Brandenburg ist bislang bei der beruflichen Weiterbildungsbeteiligung im Ländervergleich sehr gut aufgestellt. Dafür muss es der Weiterbildungslandschaft gelingen, Arbeits- und Lernprozesse besser miteinander zu verzahnen.

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