Ökoerträge uneinheitlich

Die Getreideernte in Oder-Spree nähert sich dem Ende. Knapp 4.000 ha stehen noch auf dem Halm und warten auf die Ernte. „Bis Ende der Woche sollte fast alles vom Feld sein“ meint Hartmut Noppe, Geschäftsführer der AP Sauen eG und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Oder-Spree e.V. Zwar musste die Drusch-kampagne des Öfteren wegen Regenschauern unterbrochen werden aber zu massiven Beeinträchtigungen führten diese nicht. Jetzt bleibt auch mal Zeit, um auf die Ernteergebnisse im Kreis zu schauen. „Die fallen auch in diesem Jahr recht unterschiedlich aus“ analysiert Noppe. „Von Hop bis Top ist alles dabei. Wer regen zum richtigen Zeitpunkt abbekam, der hat auch gut geerntet.“

Die Durchschnittserträge im Landkreis liegen außer bei Sommergerste knapp über dem 6-jährigen Mittel. Das dieses überhaupt erreicht wurde, liegt daran, dass die Dürrejahre 2018 und 2019 den Durchschnitt extrem absenken. Rechnet man diese Extremwerte heraus bleibt unterm Strich nur eine unterdurchschnittliche Ernte übrig. In Zahlen heißt das: ca. 71 dt/ha bei Weizen, ca. 44 dt/ha bei Roggen und 49 dt/ha bei Triticale. Die Sommerungen wie Hafer und Sommergerste bringen es auf 30 dt/ha. Mittlerweile liegen auch die ersten Ertragszahlen vom Ökolandbau aus dem Kreisgebiet vor. Nach Aberntung von Zweidritteln des Öko-Getreides fällt die Bilanz sehr gemischt aus. Hafer und Dinkel konnten überzeugen und lagen deutlich über dem 6-jährigen Mittel, während Roggen aber vor allem Weizen enttäuschten. Die Zahlen bei Weizen und Dinkel sind aufgrund des geringen Anbaus auf nur 150 Hektar je Kultur nicht verallgemeinbar und auf ganz Brandenburg übertragbar.

Die Ertragsleistung dem Ökolandbau im Vergleich zum konventionellen Anbau in Oder-Spree liegt beim Roggen, der meist angebauten Getreidekultur, gerade mal bei 40% und fällt bei Weizen sogar auf 35% ab. D.h. im konventionellen Landbau wird von der gleichen Fläche das 2,5 bis 3fache geerntet als im ökologischen Anbau. Daraus resultieren am Ende die unterschiedlichen Erzeugerpreise für konventionelle und ökologische Ware. Die geringen Ernteerträge im Landkreis bzw. in Brandenburg werden zu keinen Versorgungsengpässen führen, so dass Verbraucher auch nicht mit steigenden Endpreisen bei Teigwaren wie Brot und Brötchen rechnen müssen.

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