Kurz nach Ende des Weltklimagipfels in Bonn diskutieren auch in Potsdam Experten der Wasserwirtschaft über die künftigen Herausforderungen, vor allem den Klimawandel. Auf dem am Mittwoch stattfindenden Kongress werden die Mitglieder des Deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft e.V.  mit Fachexperten über die Herausforderungen an die Wasserwirtschaft sprechen.

Der Weltklimagipfel ist gerade erst zu Ende gegangen. Dort waren die immer stärker bemerkbaren dramatischen Auswirkungen des Klimawandels und die Möglichkeiten, ihm zu begegnen, das große Thema. Auch die Wasserwirtschaft ist von dem Klimawandel deutlich merkbar betroffen. So muss sie künftig mit sogenannten Starkniederschlagsereignissen fertig werden. Diese hat es gerade auch in diesem Jahr mehrfach in Brandenburg gegeben. Die Wasserwirtschaft hat dabei nur wenig Möglichkeiten, die Ursachen zu bekämpfen, sie muss vielmehr mit den Folgen fertig werden. Binnenhochwässer und Überschwemmungen stellen nicht nur ganz neue Anforderungen an die Gewässer, sondern auch an die Kanalisation. Das neue Schlagwort heißt dazu Schwammstadt, man will also das Wasser länger in den Städten

halten. Auf dem Kongress in Potsdam werden die Experten diskutieren, welche weiteren Möglichkeiten bestehen, mit den veränderten Bedingungen umzugehen und vor allem, wie auch die immensen Kosten des Hochwasserschutzes aufgefangen werden können.

Neben dem Klimawandel spielt der auch der demografische Wandel dabei eine große Rolle. Weniger Menschen in der Fläche müssen höhere Kosten nicht nur für den Hochwasserschutz tragen, sondern auch die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung bezahlen. Auch damit befassen wir uns sehr intensiv, erklärte Turgut Pencereci, Geschäftsführer des Landeswasserverbandstages Brandenburg e.V., der ebenfalls Mitglied im Deutschen Bundes der verbandlichen Wasserwirtschaft e.V ist, am Dienstag. Daneben stellen aber auch die Belastung des Grundwassers mit Spurenstoffen, vor allem Arzneimitteln, und die immensen Kosten der Sanierung von verrohrten Gräben wichtige Themen dar, die besprochen wurden. Ein weiteres Thema werden auch die Organisationsstrukturen für die Wasserwirtschaft sein. Ohne eine großflächigere Zusammenarbeit wird man den sehr schnell wachsenden Herausforderungen nicht begegnen können.

Der Landeswasserverbandstag Brandenburg e. V., die Interessensvertretung der verbandlichen Wasserwirtschaft im Lande Brandenburg, begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Dies ist zum Anlass genommen worden, nicht nur die DBVW-Tagung in Potsdam durchzuführen, sondern auch eine Neuauflage eines einzigartigen Kompendiums der Wasserwirtschaft zu erstellen. In dem bereits zum 4. Mal erscheinenden völlig neu gefasstem Wasserbuch präsentiert sich nahezu die gesamte in der Interessensvereinigung organisierte Wasserwirtschaft des Landes. Neben vielen Trink- und Abwasserverbänden und -unternehmen sind auch fast alle Gewässerunterhaltungsverbände vertreten. Vorgestellt wird das Buch anlässlich eines am Mittwochabend stattfindenden Festaktes.

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